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    KoblenzNach 18 Jahren Liebe: Koblenzerin sticht auf ihren Lebensgefärten ein

    Sie waren 18 Jahre ein Liebespaar. Sie lebten zusammen, flogen zusammen in den Urlaub, stützten sich im Alltag. Aber plötzlich war aus unbekannten Gründen alles vorbei – und die Koblenzerin (52) rastete aus. Sie holte aus der Küchenschublade ein Steakmesser und wollte die neue Lederjacke ihres Partners (53) zerschneiden. Der ging dazwischen, da stach sie auf ihn ein. Mindestens viermal. Sie flüchtete, er schrie um Hilfe, ein Nachbar alarmierte die Polizei.

    Foto: picture-alliance

    Koblenz - Sie waren 18 Jahre ein Liebespaar. Sie lebten zusammen, flogen  zusammen in den Urlaub, stützten sich im Alltag. Aber plötzlich war aus unbekannten Gründen alles vorbei – und die Koblenzerin (52) rastete aus. Sie holte aus der Küchenschublade ein Steakmesser und wollte die neue Lederjacke ihres Partners (53) zerschneiden. Der ging dazwischen, da stach sie auf ihn ein. Mindestens viermal. Sie flüchtete, er schrie um Hilfe, ein Nachbar alarmierte die Polizei.

    Zu der Bluttat kam es in der Mittagszeit des 16. Aprils 2012. Jetzt hat die Frau vor dem Landgericht Koblenz ein Geständnis abgelegt. Sie ließ ihren Anwalt erklären: Der Anklagevorwurf trifft zu. Sie selbst wollte nichts sagen. Doch die Vorsitzende Richterin und der Oberstaatsanwalt fragten, ob sie sich mit ihrem Ex um Schlüssel stritt, ob sie wütend war, weil er eine neue Freundin hatte. Die Antwort: „Ja.“

    Die Koblenzerin hat laut einem Gutachter einen Intelligenzquotienten von 49 – der Durchschnitt liegt bei 100. Sie besuchte die Sonderschule, arbeitete als Putzfrau, bezog seit zehn Jahren Hartz IV und sammelte Pfandflaschen. Sie wohnte bei ihrem Lebenspartner. Ihre eigene Wohnung war derart mit Krempel vollgestopft, dass sie sich dort laut ihrer Aussage nicht mehr wohlfühlte.

    Das Opfer, ein Mann mit Cowboystiefeln und Kamm in der hinteren Hosentasche, schwebte nach der Tat in Lebensgefahr. Trotzdem ist er der Täterin offenbar nicht böse. Im Prozess sagte er: „Sie war mein Ein und Alles. Ich habe sie wirklich geliebt!“ Aber: „Ich verstehe nicht, warum sie das getan hat.“

    Der Mann zeigte, wo ihn das Steakmesser traf: „Ein Stich war einen Zentimeter überm Herz.“ Ein zweiter Stich traf ihn ebenfalls in die Brust, einer in den Rücken, einer ins Gesäß. „Sind Narben geblieben?“, wollte die Richterin wissen. „Zwei, soviel ich weiß.“ Ob er Narben am Rücken hat, habe er noch nicht nachgeguckt. Er leide seit der Tat an Schlafstörungen. „Woran denken Sie dann?“, fragte die Richterin. „An nichts! Das ist es ja. Aber die Schlaflosigkeit ist trotzdem da.“

    Die Frau entschuldigte sich bei dem Mann – mit Tränen in den Augen. „Es tut mir leid. Ich habe dich immer geliebt.“ – „Das glaub ich. Ich verzeihe dir.“ Am Ende des Prozesstages setzte er sich zu ihr, wollte wissen, wie es ihr geht. Dann führte eine Wachtmeisterin die Frau ab. Ihr drohen wegen gefährlicher Körperverletzung zwischen dreieinhalb und vier Jahren Haft. Darauf haben sich die Prozessbeteiligten verständigt. Die Gerichtsverhandlung geht am 25. Oktober weiter.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

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