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    KoblenzMesserattacke: Angeklagter trug Koblenzer Polizei eigene Version vor

    Er soll einem Kroaten eine Glaskaraffe auf den Kopf geschlagen und mehrfach mit einem Messer auf ihn eingestochen haben. Während der 41-jährige Angeklagte vor dem Landgericht Koblenz zum Prozessauftakt geschwiegen hatte, hatte er bei der Polizei Koblenz auf eigenen Wunsch geredet.

    Foto: dpa

    Von unserer Mitarbeiterin Yvonne Stock

    Der Kriminalbeamte sagte am Mittwoch aus, was ihm der Angeklagte, der zuletzt in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel gelebt haben soll, im Januar vergangenen Jahres erzählt hatte. Demnach sei er mit dem Auto seines Vermieters, der ihm die Nutzung gestattet hatte, nach Kroatien gefahren, "um sein Leben zu überdenken". Er sei mit zwei Selbstständigkeiten gescheitert, habe deshalb Schulden gehabt und mit dem Spielen angefangen.

    Als ihm in Kroatien das Geld am Spielautomaten ausgegangen sei, habe er über einen Taxifahrer einen Käufer für das geliehene Auto gefunden. Bei dem sei der Angeklagte auch in der Wohnung untergekommen. Weil er einen Mietwagen beschädigt hatte, habe das Unternehmen seinen Ausweis einbehalten, damit er die 300 Euro Selbstbeteiligung zahlt. Der Angeklagte habe den Käufer des Autos um Geld gebeten. Der habe geantwortet, er müsse ihm dafür einen Gefallen tun, "im Leben sei nichts umsonst", erinnerte sich der Beamte an die Aussage. Der Angeklagte habe unter anderem ein Auto aus Deutschland nach Kroatien bringen sollen. Der 41-Jährige habe eingewilligt, obwohl er nie vorhatte, das zu tun. Laut Anklage hat er 1900 Euro als Vorschuss für die Lieferung zweier Autos bekommen. Nach Angaben des Polizisten habe der Angeklagte dem Kroaten, der lange Zeit in Deutschland gelebt hat und hier bereits in Haft saß, eines Tages eröffnet, dass er das Auto nie bekäme. Der sei wütend geworden, habe ihn geschlagen und gewürgt. Daraufhin habe der 41-Jährige dem Mann die Karaffe auf den Kopf geschlagen. Der Kroate habe, davon unbeeindruckt, ein Messer geholt. Während einer Rangelei müsse sich sein Kontrahent mit dem Messer selbst verletzt haben.

    Der Angeklagte habe mehrmals beteuert, so der Beamte, dass er "niemals, niemals" mit dem Messer auf den Kroaten eingestochen habe. Genau das wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor und hat ihn deshalb unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt. Er habe zudem, heißt es in der Anklageschrift, rund 1500 Euro Bargeld aus der Wohnung des Opfers mitgehen lassen. Auch das habe der 41-Jährige bei seiner Vernehmung bestritten, berichtete der Kriminalbeamte. Er sei nach dem Vorfall ohne Ausweis per Anhalter über Ungarn nach Deutschland gefahren und später in Bremerhaven wegen des Verdachts auf Ladendiebstahl festgenommen worden.

    Nach Angaben des Vorsitzenden Richters, Ralf Bock, sitzt das mutmaßliche Opfer in Kroatien noch bis September in Haft. Er habe per Rechtshilfeersuchen bei den kroatischen Behörden beantragt, ihn für eine Aussage nach Deutschland zu bringen. Wenn sich der Kroate verweigere, habe er beantragt, dass die Koblenzer Strafkammer ihn am Ort vernehmen könne. Zudem sollen weitere kroatische Zeugen per Videokonferenz aussagen. Der Prozess wird am 6. Mai fortgesetzt.

    Koblenz
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