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    Koblenz/RegionKriminalstatistik: Einbrecher schlagen immer öfter zu

    Grundsätzlich scheint die Kriminalität in Koblenz und der Region keinen wirklich großen Grund zur Besorgnis zu geben: Die Zahlen schwanken seit Jahren nicht besonders und lagen auch im vergangenen Jahr unter dem Schnitt des Landes.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    "In und um Koblenz herum leben wir gut und sicher", resümierte Polizeipräsident Wolfgang Fromm, als er gestern die Kriminalstatistik 2015 für das Polizeipräsidium Koblenz vorstellte. Und dennoch macht vor allem eine Sache den Kriminalisten Sorgen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt kontinuierlich - und hat jetzt auch bei uns wieder einen Satz nach oben gemacht.

    2060 Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl wurden 2015 im Präsidium registriert, zu dem neben der Stadt Koblenz acht Landkreise im nördlichen Rheinland-Pfalz gehören. Dies ist eine Steigerung um 8,9 Prozent - und es ist nicht die erste: Seit Jahren steigt die Zahl immer weiter, 2014 lag sie bei 1892 Fällen, im Fünf-Jahres-Schnitt bei 1833 Fällen. Und: Die Zahl der aufgeklärten Fälle ist sehr gering, im vergangenen Jahr lag sie gerade mal bei 14 Prozent, und das war schon eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren. In der Stadt Koblenz wurde 2015 in 201 Fällen eingebrochen.

    Im vergangenen Jahr wurde in diesem Zusammenhang die "Arbeitsgruppe Bandenkriminalität" gegründet. Ihr Ziel ist es, die bandenmäßigen Strukturen der Täter sowie Tatzusammenhänge zu erkennen und zu bekämpfen. Denn oft sind es überregional agierende, reisende Tätergruppen vom Westbalkan, die hinter den Wohnungseinbrüchen stecken - und ihr Vorgehen und ihre Routen will die Polizei ergründen und den Tätern so zuvorkommen. Zumindest die Präventionsarbeit fruchtet offensichtlich bei den Einbrüchen: In vier von zehn Fällen scheiterten die Täter 2015 schon beim Versuch, weil Tür- und Fenstersicherungen sie abhielten, betonte Wolfgang Bula, Leiter der Kriminaldirektion.

    Zahl der Straftaten ist gestiegen

    Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Polizeipräsidium Koblenz um 3,4 Prozent angestiegen, um 2452 auf 75 645 Fälle. 13 758 der Straftaten wurden in der Stadt Koblenz begangen. Die Aufklärungsquote liegt insgesamt bei 59,7 Prozent, also viel höher als bei den Wohnungseinbrüchen, und ist seit Jahren relativ konstant. Und: In Koblenz und Umgebung ist die Gefahr statistisch gesehen in Rheinland-Pfalz am niedrigsten, einer Straftat zum Opfer zu fallen: Auf 100 000 Einwohner kommen hier 6181 Fälle, weniger als in den anderen Regionen im Land.

    Mit Sorge sieht die Polizei aber die zunehmende Gewalt gegen Polizisten und andere Einsatzkräfte. 2015 war die Zahl der Fälle - dazu gehören auch Beleidigungen, Nötigungen und so weiter - zwar leicht rückläufig (von 649 auf 631 Fälle), es wurden aber 60 Polizisten mehr verletzt als im Vorjahr. "Wir beobachten eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber einschreitenden Beamten", sagte Edmondo Steri, Leiter des Führungsstabs. Staatliche Autorität würde immer weniger akzeptiert, was besonders häufig bei jungen Erwachsenen der Fall sei, oft auch in Verbindung mit Alkohol.

    Andere Delikte haben abgenommen, die Zahl der einfachen Diebstähle ist etwa erneut gesunken und liegt mit 14 103 registrierten Fällen im Bereich des Präsidiums auf dem Tiefststand im Fünf-Jahres-Vergleich. Insgesamt machen die Diebstahlsdelikte 29,6 Prozent der Straftaten aus, auf Bundesebene sind es fast 40 Prozent. Auch die Zahl der Gewaltdelikte liegt auf dem Tiefststand der vergangenen fünf Jahre, nach einem weiteren Minus um 0,4 Prozent auf 1981 registrierte Fälle. Einen Mord gab es 2015 nicht, aber ein Fall aus dem Vorjahr beschäftigt die Beamten weiter, der immer noch nicht aufgeklärt wurde: der Mord an einer Seniorin in Metternich im September 2014.

    Die Zahl der Flüchtlinge - in acht Erstaufnahmeeinrichtungen im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz leben rund 1400 Flüchtlinge, in kommunalen Unterkünften mehr als 10 000 - hat nicht zu mehr Kriminalität geführt. Flüchtlinge seien nicht in besonderem Maße straffällig, so Polizeipräsident Fromm. In den meisten Fällen seien Vorkommnisse auf die Unterbringungssituation zurückzuführen.

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