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  • Kreis MYK: Junge Leute löchern Politiker im Politikchat

    Kreis MYK. Jugendlichen wird gern nachgesagt, dass sie politikmüde seien. Beim Politik-Chat, den der Kreisjugendring Mayen-Koblenz in den Räumen der Koblenzer Handwerkskammer veranstaltete, war davon jedenfalls nichts zu spüren.

    Die Politiker Josef Winkler (Grüne, von rechts), Michael Fuchs (CDU), Martin Kaschny (FDP), Andrea Nahles (SPD) und Sabine Leidig (Die LInke) standen den Jugendlichen im Chat Rede und Antwort.
    Die Politiker Josef Winkler (Grüne, von rechts), Michael Fuchs (CDU), Martin Kaschny (FDP), Andrea Nahles (SPD) und Sabine Leidig (Die LInke) standen den Jugendlichen im Chat Rede und Antwort.
    Foto: Peter Karges

    Jugendlichen wird gern nachgesagt, dass sie politikmüde seien. Beim Politik-Chat, den der Kreisjugendring Mayen-Koblenz in den Räumen der Koblenzer Handwerkskammer mit den Bundestagsabgeordneten Michael Fuchs (CDU), Andrea Nahles (SPD), Josef Winkler (Grüne), Sabine Leidig (Linke) sowie dem FDP-Kandidaten Martin Kaschny veranstaltete, war davon jedenfalls nichts zu spüren. Zwei Stunden lang befragten die Jugendlichen die Politiker via Internet engagiert zu den verschiedensten Themen.

    Da ging es beispielsweise auch darum, wie man zur Religion stehe. Das "C" in der CDU ist, wie der bekennende Katholik Michael Fuchs im Chat dann betonte, einer der wichtigsten Gründe, warum er in der CDU ist. Gefragt wurde er aber nicht nur zur Religion, sondern auch zum Fachkräftemangel. Fuchs möchte ihn auf mehreren Ebenen bekämpfen, durch eine bessere Weiterbildung, eine erleichterte Einwanderung und die Option, dass ältere Menschen länger arbeiten können.

    Andrea Nahles hingegen betonte im Chat, dass, wenn die SPD die Wahl gewinnt, als Erstes ein Mindestlohn eingeführt und dann das Betreuungsgeld abgeschafft werde, um es in den Ausbau von Kitas zu stecken. Martin Kaschny, FDP-Direktkandidat im Wahlkreis 200, hält hingegen einen flächendeckenden Mindestlohn für schädlich. Was die Leiharbeit betrifft, hob Josef Winkler hervor, dass es Ausbeutungsverhältnisse gebe, die man abschaffen müsse. Außerdem will er sich dafür einsetzen, dass das Arbeitsverbot für Asylbewerber aufgehoben wird und dass Parlamentarier ihre Nebeneinkünfte auf Heller und Cent offenlegen müssen.

    Was die Frage nach den Staatsfinanzen betrifft, betonte Andrea Nahles, dass der Staat mindestens 30 Milliarden Mehreinnahmen hätte, wenn man die Steuerflucht wirksamer bekämpfen würde. Michael Fuchs hingegen wies darauf hin, dass Deutschland zurzeit die höchsten Steuereinnahmen habe und man damit auskommen müsse. Man habe schließlich kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Sabine Leidig hingegen plädierte dafür, dass alle Bürger, deren Monatseinkommen unter 3500 Euro liegt, steuerlich entlastet werden sollten.

    Eher am Rande wurde das Thema Europa diskutiert. Der Liberale Martin Kaschny betonte, dass die südeuropäischen Länder lernen müssten, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Und Winkler hob hervor, dass man einen europäischen Schuldentilgungspakt brauche, damit Spekulanten nicht die Möglichkeit hätten, gegen einzelne Länder vorzugehen. Interviewt wurden die Politiker auch von Thomas Christ, Vorsitzender des Kreisjugendrings. Unter anderem fragte er nach dem Wahlalter mit 16 Jahren. Nahles und Winkler waren dafür, Fuchs dagegen.

    Peter Karges

    Thomas Christ: Politik sollte versuchen, Jugendliche über das Internet zu erreichen

    Seit dem Jahr 1999 veranstaltet der Kreisjugendring regelmäßig Polit-Chats mit den Spitzenkandidaten der verschiedenen Parteien. Bei der aktuellen Bundestagswahl gibt es in Koblenz 2427 und im Landkreis Mayen-Koblenz 5368 Erstwähler. Die RZ sprach mit Thomas Christ, dem Vorsitzenden des Kreisjugendrings Mayen-Koblenz.

    Warum gehen viele Erstwähler nicht zur Wahl?

    Jugendliche sagen nicht selten, dass ihnen das politische Wissen fehlt, um eine Entscheidung zu treffen. Sie fühlen sich überfordert, auch weil im Schulunterricht diese Dinge nicht oder zu wenig thematisiert werden.

    Was kann die Politik tun, damit sich Jugendliche verstärkt für Politik interessieren?

    Sie sollte die neuen Medien, wie etwa das Internet oder Twitter, verstärkt nutzen, um die Jugendlichen zu erreichen. Und sie sollte einmal gemachte Zusagen auch einhalten.

    Wie kann die Politik die Jugendarbeit unterstützen?

    Unter anderem dadurch, dass das Engagement in der Jugendarbeit auf Ausbildungs- und Studienzeiten angerechnet wird, beispielsweise wenn es um Bafög geht. pka

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