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  • Koblenzer wollen Großfestung neu entdecken

    Koblenz. Ein Förderprojekt soll die "Großfestung Koblenz" wieder erlebbar machen. Die Bürger wünschen sich dafür vor allem eine gute Erreichbarkeit der Festungsteile zu Fuß, Infotafeln und Führungen sowie ausreichend Sitzgelegenheiten.

    Baudezernent Bert Flöck stellte die Ergebnisse aus dem Bürgerworkshop und einer Umfrage zur "Großfestung Koblenz" vor. 
    Baudezernent Bert Flöck stellte die Ergebnisse aus dem Bürgerworkshop und einer Umfrage zur "Großfestung Koblenz" vor. 
    Foto: Katharina Demleitner

    Den strategisch wichtigen Zusammenfluss von Rhein und Mosel sollte die sogenannte Großfestung Koblenz zu preußischen Zeiten sichern. Heute gehört der Festungsring mit der Anlage auf dem Ehrenbreitstein, den Forts Konstantin und Asterstein sowie der Feste Franz neben dem Deutschen Eck zum Alleinstellungsmerkmal der Stadt. Im Rahmen eines Förderprojektes will die Verwaltung die Kulturdenkmäler wieder erlebbar machen. Die Bürger wünschen sich dafür vor allem eine gute Erreichbarkeit der Festungsteile zu Fuß, Infotafeln und Führungen sowie ausreichend Sitzgelegenheiten. Das sind die Ergebnisse eines Workshops und einer Internet-Umfrage, die der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen jetzt vorstellte.

    Auch wenn der Begriff "Großfestung" offenbar ungenau ist, habe er sich doch für die Festung Ehrenbreitstein, die Feste Franz und die beiden Forts eingebürgert. "Die Leute wissen, was damit gemeint ist, obwohl die Nutzbarkeit zum Teil sehr eingeschränkt ist", betonte Baudezernent Bert Flöck bei der Präsentation der Ergebnisse aus dem Workshop und der Online-Umfrage auf Fort Konstantin. 83 Personen hatten sich an der Veranstaltung vor zwei Wochen, die in Kooperation mit den Freunden der Bundesgartenschau durchgeführt worden war, beteiligt. 644 stimmten im Internet ab.

    Fort Asterstein ist demnach der Festungsteil, dem die Koblenzer die größte Bedeutung beimessen. Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Informationen darüber. 66 Prozent möchten die Festungsteile zu Fuß erreichen. Vor Ort wollen die Bürger informiert werden, am liebsten mit Infotafeln. Im Sinn hat die Stadt dabei "modern interpretierte" Bildschirmsäulen. Außerdem gefragt sind Führungen. Insgesamt liegt dem Großteil der Koblenzern daran, die Festungsteile für Veranstaltungen zu nutzen, über die Hälfte wünscht sich Ausstellungen, knapp jeder Dritte historische Märkte.

    Der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Pro Konstantin, Harald Pohl, gab jedoch zu bedenken: "Was Veranstaltungen betrifft, sind wir am Anschlag, mehr können wir nicht." Die Dauerausstellung zu Koblenz im zweiten Weltkrieg habe auf dem Fort geöffnet. Weitere Festivitäten seien dort schwierig zu leisten. "Nur mit mehr Personal sind beispielsweise längere Öffnungszeiten zu bewerkstelligen", mahnte Harald Pohl.

    Hinsichtlich der Ausstattung der Festungsteile stehen die Sitzmöglichkeiten ganz oben auf der Wunschliste der Koblenzer: Knapp 70 Prozent der Beteiligten gaben an, Gelegenheit zum Ausruhen haben zu wollen. Spielgeräte sind für 35 Prozent wichtig. Gastronomie und WLAN wurden zudem genannt, außerdem Toiletten. Deren Einrichtung ist jedoch "technisch und weil es sich um Denkmäler handelt" nicht immer einfach, erklärte Bert Flöck.

    Insgesamt sollen Sichtachsen und Wege die Festungsteile untereinander verbinden und erlebbarer machen. Diesem erklärten Ziel der Stadt schlossen sich mehr als 30 Prozent der am Workshopteilnehmer an, in der Online-Umfrage waren es sogar 60 Prozent. Auch der Verein "Freunde der Buga" hat die Festungsteile im Blick. "In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf der Feste Franz, 2017 wollen wir verstärkt Fort Asterstein unterstützen", sagte Geschäftsführerin Anna Maria Schuster.

    In Kürze will die Stadt nun einen Wettbewerb ausloben, in dem die Sichtachsen und die Verbindungen der Festungsteile Ziele sein sollen. "Und es ist uns wichtig, die Bürgerschaft an dem Projekt zu beteiligen", betonte Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig. Die rund einjährige Bauphase soll im Frühjahr 2018 beginnen. Bis 2019 muss das Projekt fertiggestellt sein, denn der rund 2,4 Millionen Euro schwere Zuschuss aus dem Förderprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" ist zeitlich begrenzt.

    Architekten und Planer sollen Ideen liefern

    Der Planungswettbewerb zur Großfestung Koblenz wird Ende des Jahres ausgeschrieben. Dabei haben Landschaftsarchitekten und Planer die Möglichkeit, Ideen und Pläne zur Gestaltung der Großfestung Koblenz zu entwerfen. Die Planung des Siegers, den jeweils eine Sachpreis- und eine Fachpreisjury auswählt, wird realisiert. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung gelten als wichtiges Instrument, um die Ansprüche der Bürger bei der Planung durch die Wettbewerbsteilnehmer berücksichtigen zu können. Alle Ergebnisse sind einzusehen auf der Internetseite des Eigenbetriebes Grünflächen- und Bestattungswesen unter  www.koblenzer-stadtgruen-friedhoefe.de

    Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

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