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  • Koblenzer Stadtwald ist nicht immer nur schön

    Koblenz. Der Stadtwald ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Menschen in Koblenz und der Region: Sie genießen hier die Natur am Rande der Stadt, gehen spazieren, joggen, mountainbiken oder wandern. Nichtsdestotrotz handelt es sich aber auch um einen Wirtschaftswald - in dem Bäume gefällt und mit schweren Maschinen abtransportiert werden.

    Um gefällte Bäume aus dem Stadtwald zu holen, sind in der kalten Jahreszeit immer wieder Schlepper mit Ketten an den Reifen unterwegs - und ziehen tiefe Furchen in die Wege, die auch von Spaziergängern, Wanderern und Joggern genutzt werden.
    Um gefällte Bäume aus dem Stadtwald zu holen, sind in der kalten Jahreszeit immer wieder Schlepper mit Ketten an den Reifen unterwegs - und ziehen tiefe Furchen in die Wege, die auch von Spaziergängern, Wanderern und Joggern genutzt werden.
    Foto: Christoph Bröder

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Bei den Bürgern, die in ihrer Freizeit im Wald unterwegs sind, wirft das immer wieder Fragen auf. Bei Werner Kircher zum Beispiel: Der Weißenthurmer schreibt an die RZ, dass sich die Wege im Stadtwald durch den Einsatz von Kettenfahrzeugen in so einem desolaten Zustand befinden, dass Fußgänger sie kaum noch begehen können. Insbesondere auf dem Moselhöhenweg zwischen Remstecken und Waldesch, der bevorzugt von Läufern genutzt wird, bestehe deshalb eine erhöhte Unfallgefahr.

    Revierförster Marc Brombach bestätigt, dass die Wege im Wald momentan beschädigt sind: "Wir holen zurzeit das Holz, das in der kalten Jahreszeit gefällt wurde, aus dem Wald heraus" - und dafür werden Kettenbänder auf die Reifen der Schlepper aufgezogen, um den Boden beim Überfahren nicht so sehr zu verdichten. Die Auswirkungen auf die Wege werden außerdem durch den milden Winter verstärkt: "Hier macht sich der Klimawandel bemerkbar - bei Frost sieht man die Fahrrinnen gar nicht", so Brombach.

    Doch nicht nur die Wege verändern sich, sondern auch der Wald selbst. Helmut Skalicky beobachtet seit Jahren den "massiven Holzeinschlag" im Stadtwald, besonders extrem im Gebiet um den Parkplatz "Lichte Eiche" sowie am Weg Richtung Hasenberg. In einem Schreiben an die RZ fragt der Wanderer und Jogger, ob so viel "bestes Buchenholz" in diesem Gebiet wirklich gefällt werden muss und ob die Stadt mit dem Verkauf ihren Haushalt sanieren will.

    Ist es also nachhaltig, an einigen Stellen im Wald eine große Zahl an Bäumen zu fällen? Marc Brombach betont, dass dies manchmal nötig ist, um Platz für neue Bäume zu schaffen. "Die Altbuchen waren an der ,Lichten Eiche‘ über 130 Jahre alt und damit hiebsreif", sagt der Revierförster. Um den Wald zu verjüngen, musste Platz her für junge Bäume, die sich hier bereits auf natürlichem Wege ausgesät hatten und angefangen haben zu wachsen. "Jetzt brauchen sie mehr Platz und Licht", erklärt Brombach.

    Komplett gefällt habe man die alten Bäume dennoch nicht, um noch eine Art Schirm aus hohen Baumkronen über den Jungpflanzen zu erhalten. Dass das zunächst einmal nicht schön ist, räumt der Förster ein: "Das sieht wüst aus - aber es verwächst sich." 6000 Festmeter Stammholz plus bis zu 4000 Festmeter Brennholz werden jährlich im Koblenzer Stadtwald gefällt. Nachdem das Laub im Herbst gefallen ist, fangen die Fällarbeiten an - zunächst werden die Buchen abgeholzt, dann die Eichen -, und wenn es im Frühling wieder grün wird im Stadtwald, werden die Arbeiten wieder eingestellt. Das gehört zum Jahr im Wald dazu, betont Marc Brombach: "Der Stadtwald ist für beides da: für die Erholung und die Wirtschaft."

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    Nina Borowski

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