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    KoblenzKoblenz: König Fußball regiert auch im Klassenzimmer

    Das Fußballfieber greift während der Europameisterschaft um sich - und hat auch viele Kinder und Jugendliche gepackt. Für Lehrer kann das eine Herausforderung bedeuten.

    So wird der Matheunterricht zum EM-Spiel: An der Regenbogen-Grundschule Lützel treten die Schüler der 4b als Nationalspieler zum Kopfrechnen an.
    So wird der Matheunterricht zum EM-Spiel: An der Regenbogen-Grundschule Lützel treten die Schüler der 4b als Nationalspieler zum Kopfrechnen an.
    Foto: Kristina Danneberg

    Von unserer Mitarbeiterin Kristina Danneberg

    Zum Beispiel dann, wenn Schüler bis spät in den Abend hinein EM-Spiele schauen und am nächsten Tag entsprechend unkonzentriert sind. Besonders an den Koblenzer Grundschulen ist die Europameisterschaft daher ein wichtiges Thema.

    Das Kollegium der Regenbogen-Grundschule Lützel hat die EM schon früh in seine Planungen einbezogen: "Die Deutschlandspiele stehen ja schon lange im Voraus fest - wir haben auf die Tage danach absichtlich keine Leistungsnachweise gelegt, weil bei uns auch sehr viele Schüler die Spiele sehen dürfen", sagt Schulleiterin Alexandra Zinndorf. An ihrer Schule ist die EM zum Beispiel in Mathe Unterrichtsthema, wenn Schüler die Größe eines Fußballfelds berechnen oder beim Kopfrechnen als Fußballmannschaften gegeneinander antreten.

    Zinndorfs Schüler freut es, dass die EM auch ins Klassenzimmer Einzug hält. "Ich finde das cool", sagt zum Beispiel Tyron aus der 4b. "Das ist besser als normales Mathe." Seine Klassenkameradin Serpil hingegen ist zwar kein großer Fußballfan, aber auch sie hat Spaß an der EM. Und der zehnjährige Kyrian erzählt: "Ich schaue alle Spiele." Er hofft, "dass das Finale wie das Spiel Deutschland gegen Brasilien wird", während sein Klassenkamerad Kimi einen deutschen 2:1-Finalsieg gegen Frankreich voraussagt.

    Brita Biskupek, Schulleiterin an der Grundschule Metternich Oberdorf, denkt ähnlich wie ihre Kollegin Zinndorf. "Wir haben eine Mathearbeit um einen Tag vorverlegt, damit sie nicht auf den Tag nach dem Deutschlandspiel fällt", erklärt sie. "Die Kinder sind in der dritten Klasse, und wir finden es wichtig und richtig, dass sie an der EM teilhaben können." Deswegen hängt in jedem Klassenzimmer ein Spielplan, den die Kinder ausfüllen.

    Auch an anderen Schulen haben Lehrer die EM frühzeitig in den Blick genommen. "Viele Kollegen haben die Spiele bei der Planung der Klassenarbeiten mitbedacht", sagt Johannes Arnold, Erster stellvertretender Schulleiter am Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf. "Wir nutzen das Interesse der Schüler am Fußball außerdem bei der Unterrichtsgestaltung - zum Beispiel in Englisch oder Französisch: mit fremdsprachigen Spielerquartetten in den unteren Klassen, Länderkunde und Wortschatzübungen von ,Schiedsrichter' bis ,Eckball'. Ein Kollege hat in einer Klasse eine Spielszene ohne Ton gezeigt, die die Schüler dann auf Englisch kommentieren mussten."

    Nicht nur in Mathe und in Fremdsprachen, auch in Kunst greifen Lehrer das Turnier auf: "Die EM ist bei uns im Fach Bildende Kunst Thema, das war auch schon bei der letzten WM so. In den unteren Klassen werden beispielsweise Flaggen gemalt", erzählt Achim Schmitz, der die Clemens-Brentano-/Overberg Realschule plus leitet. Die Frage nach dem Verschieben von Klausuren stellt sich an seiner Schule allerdings nicht: "Das Schuljahr ist schon so weit fortgeschritten, deshalb laufen im Moment sowieso nur noch wenige Klassenarbeiten." Am Schwarzen Brett finden die Kinder und Jugendlichen eine Übersicht aller Spiele.

    An der IGS Koblenz ist die EM "kein Thema", wie Schulleitern Stefani Droll erklärt. "Bei uns läuft alles ganz regulär. Bisher gab es weder von Kollegen noch von Schülern Anfragen, Tests zu verschieben." Und sie fügt hinzu: "Realistischerweise glaube ich, dass Schüler ab und zu sowieso recht lange aufbleiben."

    Die für die Schulaufsicht zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) lässt den Schulen im Umgang mit der EM alle möglichen Freiheiten. "Es gibt keine besonderen Vorgaben", erklärt Pressesprecher Nikolai Zaplatynski. "Lehrer können frei entscheiden, wann sie eine Klassenarbeit schreiben." Sonderregelungen hält er für unnötig: "Natürlich können Klausuren auf den Tag nach einem Deutschlandspiel gelegt werden - die Fußball-EM ist kein Grund, eine Arbeit nicht zu schreiben."

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