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  • Koblenz gilt als Beispiel bei der Integration

    Koblenz. Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist eine riesige Herausforderung, an der sich auch die Arbeitsagentur, die Kammern und andere Akteure in Koblenz seit Monaten abarbeiten. Leicht ist das nicht, und bestimmt läuft noch nicht alles rund - und doch gilt das, was in der Stadt passiert, als vorbildlich. Dies war ein Grund dafür, dass am Freitag Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und ihre französische Amtskollegin Myriam el Khomri bei der Handwerkskammer (HwK) in Koblenz zu Gast waren und sich über die Ausbildung informierten.

    Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (Mitte) und ihre französische Amtskollegin Myriam el Khomri (rechts) haben gemeinsam mit Vertretern der HwK, des Landes und der Arbeitsagentur Werkstätten im Metall- und Technologiezentrum der Kammer in Koblenz besucht.
    Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (Mitte) und ihre französische Amtskollegin Myriam el Khomri (rechts) haben gemeinsam mit Vertretern der HwK, des Landes und der Arbeitsagentur Werkstätten im Metall- und Technologiezentrum der Kammer in Koblenz besucht.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    "Es geht um das deutsche Ausbildungssystem allgemein, aber auch um die Möglichkeiten, Flüchtlinge in dieses zu integrieren", sagte Ulrike Mohrs, Chefin der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen, am Rande des Rundgangs der Ministerinnen und eines ganzen Trosses an Botschaftsvertretern, Referenten, Übersetzern, Vertretern der HwK, des Landes und der Arbeitsagentur. Im Metall- und Technologiezentrum der HwK besichtigten die Politikerinnen Werkstätten, in denen Azubis praktische Lehrgänge machen, und unterhielten sich mit jungen Flüchtlingen, die bei Unternehmen in der Region eine Ausbildung anfangen wollen, und ihren Chefs.

    Im Zentrum des Besuchs standen die konkreten Maßnahmen, mit denen in Koblenz und in Rheinland-Pfalz Flüchtlinge in die Arbeitswelt integriert werden sollen. Neben Programmen wie dem Flüchtlingsnetzwerker, der Integrationskette oder dem Beschäftigungspiloten wurde immer wieder auch das Lotsenhaus genannt, das räumlich in der Koblenzer Arbeitsagentur angesiedelt ist und in dem acht Einrichtungen zusammen Flüchtlinge beraten und beim Einstieg in Ausbildung oder Beruf unterstützen. Als beispielhaft wurde hier vor allem die Zusammenarbeit verschiedener Partner genannt, "da ist das Lotsenhaus in Koblenz ein Vorbild für ganz Rheinland-Pfalz", betonte Heidrun Scholz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Arbeitsagentur, und Andrea Nahles ergänzte später: "Deswegen sind wir heute auch nach Koblenz gekommen."

    HwK-Präsident Kurt Krautscheid betonte, dass die Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungsmarkt nicht oder nur unter noch größeren Anstrengungen funktionieren würde, wenn das Ausbildungssystem nicht so gut funktionieren würde, wie es tut: "Das ist unser Vorteil gegenüber anderen Ländern, wir haben gewachsene Strukturen." Und das duale Ausbildungssystem - eine deutsche Besonderheit - funktioniert offensichtlich gut, wie gestern immer wieder betont wurde: Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist niedrig, und als Myriam el Khomri fragte, wie viele danach denn eine Stelle finden, schallte es ihr aus der Runde entgegen: "Alle!"

    So war es denn auch ein Ziel der gemeinsamen Reise von Andrea Nahles und ihrer französischen Kollegin, die Kooperation zwischen beiden Ländern auf dem Arbeitsmarkt zu verstärken. Im Nachbarland ist die Arbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland, hierzulande fehlen hingegen oft Fachkräfte - es wäre also für beide Länder ein Gewinn, wenn es einfacher wird, auch jenseits der Grenze Arbeit zu finden oder eine Ausbildung anzutreten. "Wir wollen eine gelebte Freizügigkeit, und zwar nicht nur für Akademiker", betonte Nahles. Mehr Mobilität für die Arbeitnehmer, mehr Austausch, eine intensivere Kooperation der beiden Staaten sind die Ziele, die Deutschland und Frankreich verfolgen - "und heute haben wir den Startschuss gegeben", so Nahles.

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    Nina Borowski

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