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  • Koblenz: Gesundheitsminister Gröhe setzt auf starke Netzwerke

    Koblenz. Jedes dritte Krankenhaus schreibt rote Zahlen, jeder sechsten Klinik droht die Schließung: Diese Bilanz des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung provoziert gerade zur Frage nach der Zukunftsfähigkeit der medizinischen Versorgung in Deutschland. Hermann Gröhe sieht die Dinge nicht so schwarz. Allerdings verweist der Bundesgesundheitsminister auf nötige fächerübergreifende Reformen. Darauf wies er auch bei seinem Aufritt in Koblenz hin.

    Die Zusage von Hermann Gröhe, in Koblenz zu sprechen, hatte viele Interessenten neugierig gemacht. Entsprechend groß war der Andrang beim Vortrag des Bundesgesundheitsministers in der Sporthalle der Debeka.
    Die Zusage von Hermann Gröhe, in Koblenz zu sprechen, hatte viele Interessenten neugierig gemacht. Entsprechend groß war der Andrang beim Vortrag des Bundesgesundheitsministers in der Sporthalle der Debeka.
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Der CDU-Kreisverband Koblenz und sein Vorsitzender MdL Andreas Biebricher hatten zu Vortrag und Diskussion in die Sporthalle der Debeka eingeladen. Und viele Bürger nahmen das Angebot dankbar an. Auch wenn die Veranstaltung ein Beitrag zum Wahlkampf war, ging es moderat zur Sache.

    Angriffe auf den politischen Gegner gab es nicht, der Minister entwickelte stattdessen Handlungsstränge und machte damit deutlich: Wenn es um Sachfragen geht, sollten rote, grüne, gelbe oder schwarze Überzeugungen keine Rolle spielen. Das gilt besonders auch für das Gesundheitssystem, dessen Reformen oft gemeinschaftlich angegangen werden. Hermann Gröhe nannte beispielhaft die Deckelung des Arbeitgeberbeitrags zur Krankenkasse. Diese Maßnahme hat aus seiner Sicht zu den positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt beigetragen - und vor allem Ruhe in die schwelende Dauerdebatte um eine volle Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gebracht.

    "Markenkern" des Vortragsabends war jedoch das Bemühen, die nach wie vor bestehende Mauer zwischen ambulanter und stationärer Versorgung abzubauen. Beides sei wichtig, um einerseits Kosten zu senken, andererseits Kompetenzen zu stärken. Die Gefahr, dass bei einem solchen Kurs gerade kleine Kliniken auf der Strecke bleiben könnten, sieht der Volljurist nicht. "Die meisten Patienten werden nach wie vor in kleineren Krankenhäusern behandelt", betonte der Minister. Das wird seiner Meinung nach auch so bleiben, wenn es gelingt, die Häuser miteinander zu vernetzen. Denn auch das ist klar: Nicht jede Einrichtung kann alle Disziplinen auf höchstem Niveau anbieten. Deshalb müssen aus seiner Sicht überregionale Spezialistennetzwerke aufgebaut werden. Hermann Gröhe nannte vor allem Beispiele aus den neuen Bundesländern, bei denen das dank modernster Kommunikationstechnik bereits funktioniert. So können in kleineren Krankenhäusern dank der Zusammenarbeit mit Spezialisten in Berlin Patienten optimal behandelt werden. Letztere haben den Vorteil, dass sie in der Nähe ihrer Angehörigen sind und nicht in eine Großklinik wechseln müssen.

    Sparen durch Investitionen: Unter dieser Formel könnte man einen weiteren Ansatz des Ministers zusammenfassen. Der würde gern 500 Millionen Euro zusätzlich für Prävention ausgeben, weil die verspätete Behandlung einer Krankheit in einer Klinik deutlich teurer wird. Nach Meinung des Ministers kann eine verbesserte Rehabilitation ebenfalls Kosten senken, weil Patienten dadurch erst später zum Pflegefall werden. Und wenn sie es doch werden, kann die Verbesserung der Kooperation von Kliniken und ambulanten Pflegern ebenfalls Kosten senken helfen - bei gleichzeitiger Verbesserung der Betreuung, beispielsweise nach einem schweren Eingriff. Gröhe schloss die psychologische Betreuung dabei ausdrücklich ein.

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