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    KoblenzKoblenz baut Wohnungen – doch wer zieht ein?

    Rund 180 neue Wohnungen werden im Jahr in Koblenz neu bezogen – und das vor allem von Koblenzern. Welche Effekte haben Neubauaktivitäten sonst? Ein genauer Blick enthüllt Überraschendes.

    Koblenzer unter sich: Wird in Güls gebaut, dann werden die neuen Wohnungen in vier von fünf Fällen von einem Koblenzer bezogen. Und: Fast die Hälfte hat vorher sogar schon im Stadtteil gewohnt. Der Anteil von Neuzugängen aus dem Umland ist vor allem im Gülser Neubaugebiet sehr gering.
    Koblenzer unter sich: Wird in Güls gebaut, dann werden die neuen Wohnungen in vier von fünf Fällen von einem Koblenzer bezogen. Und: Fast die Hälfte hat vorher sogar schon im Stadtteil gewohnt. Der Anteil von Neuzugängen aus dem Umland ist vor allem im Gülser Neubaugebiet sehr gering.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider

    So sehr die Bewegung auf dem Wohnungsmarkt zu begrüßen ist: Als Faktor für die Entwicklung der Einwohnerzahlen spielt sie eine geringere Rolle, als man denken mag. Denn: Weit über 60 Prozent der Menschen, die in die neuen Wohnungen einziehen, lebte auch vorher schon in der Stadt. Im Baugebiet Güls Süd stammt nicht einmal jeder zehnte Erstbezieher aus dem Umland.

    Für einen aktuellen Bericht hat die Stadt Koblenz die Neubauaktivitäten unter die Lupe genommen. Neben der Bestandsaufnahme geht es dabei um die Frage, wie sich die Bevölkerung in der Stadt und in einzelnen Stadtteilen durch Neubauaktivitäten entwickelt und verändert. Wird der Stadtteil älter oder jünger? Und wie kann und muss man sich darauf einstellen? Das sind die Erkenntnisse:

    So viele Wohnungen wurden gebaut: Gut 880 neue Wohnungen entstanden in den vergangenen fünf Jahren in 329 neuen Gebäuden. 122 der Häuser wurden in Neubaugebieten gebaut – also in Güls-Süd, auf dem Asterstein und in Arenberg im Gebiet „Ober den Höfen“. 207 der Häuser füllten Baulücken, dienten also der viel beschworenen Nachverdichtung im Stadtgebiet. Das betrifft in erster Linie Mehrfamilienhäuser, während Ein- und Zweifamilienhäuser deutlich mehr in den Neubaugebieten ihren Platz finden. Zwar waren 80 Prozent der neuen Gebäude Ein- und Zweifamilienhäuser, zwei Drittel der Wohnungen aber entstanden in Mehrfamilienhäusern.

    So groß sind die neuen Wohnungen: Klar ist, dass sie immer kleiner werden. Lag der Schnitt in der Zeit von 2009 bis 2013 noch bei 115 Quadratmetern, ist er aktuell auf 101 Quadratmeter zurückgegangen. Gerade in den Mehrfamilienhäusern werden die Wohnungen immer kleiner. Von 93 Quadratmeter ist die Größe auf mittlerweile 77 geschrumpft.

    Das sind die neuen Bewohner: Vor allem junge Familien sind die Abnehmer der neuen Wohnungen. Das zeigt sich daran, dass 60 Prozent entweder unter 11 oder zwischen 25 und 45 Jahren alt sind. An den Einwohnerzahlen der Stadt insgesamt machen beide Gruppen zusammen nur etwa ein Drittel aus. Die Gruppe „55 plus“ steht unter den Erstbeziehern nur für knapp 18 Prozent. Aber: Der Anteil hat sich laut Beobachtung der Statistiker in den letzten Jahren verdoppelt. Eine Trendwende? Das will die Stadt in den kommenden Jahren beobachten. Wird die ältere Generation als Abnehmergruppe der Neubauten immer wichtiger, dann wird sich zeigen müssen, welchen Einfluss das langfristig auf das Wohnungsangebot haben wird.

    Da kommen die neuen Bewohner her:Auf drei Wegen füllen sich die neuen Wohnungen: durch Umzüge innerhalb der Stadt (62 Prozent), durch Umzüge von außen, also sogenannte Wanderungsgewinne (34 Prozent), und durch den Geburtenüberschuss (4 Prozent). Vor allem neue Ein- und Zweifamilien-Häuser werden von Koblenzern bezogen: Nicht einmal jeder Vierte zieht von außerhalb in die Stadt. Bei den Wohnungen in Mehrfamilien-Häusern liegt der Anteil dagegen bei 54,1 Prozent, und damit mehr als doppelt so hoch. Die Unterschiede sind in den Stadtteilen zum Teil sehr groß: In Wallersheim, Metternich und auf dem Asterstein kam doch mehr als die Hälfte der Erstbewohner über die Stadtgrenze nach Koblenz. In den anderen Stadtteilen überwog die Zahl der Umzüge innerhab der Stadtgrenzen, und das zum Teil sehr deutlich.

    Das sind die Probleme der Neubaugebiete: Viele junge Familien ziehen in Ein- und Zweifamilienhäuser. Da diese vor allem in Neubaugebieten zu finden sind, ziehen eben auch sehr viele der jungen Familien in diese Gebiete. Die Statistiker der Stadt sprechen von einer „ausgeprägten Homogenität“ – in vielen der neuen Wohnungen finden sich zum Start neue Bewohner in vergleichbaren Altersgruppen und einer ähnlichen Lebenssituation. Was für die Entwicklung solcher Wohnquartiere durchaus problematisch werden kann. Denn: Der Bedarf an altersspezifischer Infrastruktur und Dienstleistung nimmt einen wellenförmigen Verlauf. Steigen zum Beispiel die Zahlen grundschulpflichtiger Kinder in den ersten Jahren rapide an, gehen sie danach eben genauso rapide wieder runter. Ein weiterer Punkt kommt hinzu: Ein Blick auf vergleichbare Wohnquartiere, die in den 1960er- bis 1980er-Jahren bezogen worden sind, zeigt nach Erkenntnissen der Statistiker, dass diese besonders stark von Alterung und Schrumpfung betroffen sind.

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