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  • "Klimakiller": Grüne wollen Heizpilze verbieten

    Koblenz. Vor die Tür verbannte Raucher wärmen sich an ihnen, andere genießen ihre Strahlung, wenn sie trotz Winterkälte an der frischen Luft sitzen wollen: Heizpilze sorgen vor vielen Restaurants und Bars für gemütliche Wärme, wenn es draußen frostig wird. Doch Umweltschützern sind sie ein Dorn im Auge: Die Grünen-Fraktion im Stadtrat will ein Verbot von Heizstrahlern in der Koblenzer Außengastronomie durchsetzen.

    Umfrage
    Heizpilze: Wohlfühlfaktor oder Klimakiller?

    Die Grünen-Fraktion im Stadtrat will ein Verbot von Heizstrahlern in der Koblenzer Außengastronomie durchsetzen. Was haltet Ihr von den Heizpilzen, die mittlerweile auch in Koblenz allgegenwärtig sind?

    Ich finde die Heizpilze super - da macht das Rauchen vor der Tür gleich noch mehr Spaß!
    22%
    Es muss sich ja keiner drunterstellen - von mir aus können sie stehenbleiben.
    17%
    Das ist doch reine Energieverschwendung.
    28%
    Ich gehe nicht in Kneipen, die solche Klimakiller aufstellen.
    13%
    Abschalten! So kalt ist es bei uns doch gar nicht.
    13%
    Ist mir egal.
    7%
    Stimmen gesamt: 109

    "Das winterliche Aufstellen von Heizpilzen läuft dem allgemeinen Versuch, den klimaschädlichen Ausstoß von CO2 zu reduzieren, völlig zuwider", sagt Stadträtin Andrea Mehlbreuer. Jedes Gerät stoße in der Saison bis zu vier Tonnen CO2 aus - übers Jahr betrachtet entspreche das der Menge, die ein Mittelklasseauto oder ein gut gedämmtes Einfamilienhaus erzeugen. "Wir wollen deutlich machen, dass Klimaschutz wichtig ist, schließlich ist Koblenz Mitglied im Klimabündnis", betont Nils Wiechmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

    Die kritisierten Außenheizungen verbrennen flüssiges Propangas oder werden elektrisch betrieben. Dabei ist ihr Wirkungsgrad schlecht, ein großer Teil der Energie verpufft in der kalten Umgebung. Vor allem die gasbetriebenen Geräte sind bundesweit in der Kritik, in Stuttgart, Köln, Nürnberg und anderen Städten wurden sie bereits verboten.

    Heizpilze sind bei den Gastronomen - und den Kunden - erst so richtig in Mode gekommen, als das Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet wurde. Um die vor die Tür geschickten Raucher nicht als Gäste zu verlieren, wurden im Außenbereich immer öfter Heizstrahler aufgestellt, um ihnen zumindest ein wenig Komfort zu bieten. Dass auch andere Gäste länger auf den beheizten Terrassen sitzen blieben, war ein positiver Nebeneffekt.

    Die Grünen wollen dem ein Ende machen. Als "umweltfreundliche Alternative für Frischluft liebende Gäste" schlagen sie wärmende Decken vor, die auf Stühle und Bänke gelegt werden. Das befürwortet auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga: "Wir würden gern Decken einführen, das ist aber vielen zu teuer. Schließlich haben sie alle schon die Strahler angeschafft", sagt Joachim Mehlhorn, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Koblenz-Stadt.

    Er ist grundsätzlich der Meinung, dass auch seine Branche alles unterstützen sollte, was die CO2-Belastung senkt. Aber: "Die Freiheit des einzelnen Unternehmers ist auch wichtig, und es muss eine Lösung geben, wie die Gastronomen ihre Gäste zufriedenstellen können."

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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