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  • Klavierbauerhandwerk: Unternehmen aus St. Sebastian ist in der Branche gefragt

    St. Sebastian. 450 000 Klaviere werden jährlich weltweit hergestellt. Und auch wenn rund zwei Drittel der Produktion nach China gehen, bleibt Deutschland ein wichtiger Markt. Das merken auch Klavierbauermeister Bernhard Flöck und sein Team in der Werkstatt im Stammhaus in St. Sebastian. Wir haben das Unternehmen besucht.

    Foto: ka

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Dazu kommt das große Interesse an gebrauchten und restaurierten Klavieren. Das sind ideale Bedingungen für Bernhard Flöck. Denn der Klavierbauermeister und sein Team sind nicht nur im Verkauf, sondern gerade auch im Handwerk gefragte Spezialisten.

    In der Werkstatt im Stammhaus im St. Sebastian wird gerade ein besonders seltenes Exemplar restauriert - ein sogenanntes Tafelklavier, der gemeinsame Vorgänger von Klavieren und Flügeln, die wir heute kennen. "Ein Auftrag des Freundeskreises der Musikschule Koblenz", sagt der 50-Jährige und fügt hinzu: "Da ging nichts mehr." Jahrelang stand das Instrument ungenutzt in der Hoevelstraße. Jetzt soll es zu neuen Ehren kommen, weil die Musikschule ihre Aktivitäten in der Alten Musik ausbauen möchte.

    Ob er selbst gut Klavier spielt? "Man kann nicht in beiden Disziplinen gut sein", erklärt der Handwerksmeister. Er selbst hat das Instrument zwar schon in seiner Jugend erlernt, aber in die Konzertsäle zieht es ihn in einer ganz anderer Mission. Er kümmert sich um Klaviere und Flügel, die an Ort und Stelle im Einsatz sind. Die Referenzliste kann sich sehen lassen. Placido Domingo, Justus Franz, Al Jarreau und viele andere vertrauten schon auf den Service aus St. Sebastian. Und dass sein Name in der Szene einen guten Klang hat, dürfte an der Strategie des moderaten Wachstums und einer gewissen Bodenständigkeit liegen.

    Blick in den Konzertsaal in St. Sebastian
    Blick in den Konzertsaal in St. Sebastian
    Foto: ka

    Betrieb über die Jahre ausgebaut

    Bernhard Flöck, der bei einem renommierten Klavierbauer im Schwarzwald gelernt hat, hatte 1989 seinen Betrieb in seinem Heimatort St. Sebastian eröffnet und seitdem behutsam ausgebaut. Heute gibt es neben Verkaufsraum und Werkstatt auch einen kleinen Konzertsaal, der vor allem von Musikschülern gern angenommen wird. Da viele Aufträge aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen, hat Bernhard Flöck den traditionsreichen Betrieb Piano Porth in Wiesbaden übernommen. Die großen Restaurierungsarbeiten werden aber weiterhin in St. Sebastian erledigt. Dazu kommt, dass die Spezialisten des Handwerksunternehmens gern ins Haus kommen. Denn trotz der langen Referenzenliste bilden private Aufträge ein wichtiges Fundament des Geschäfts. Da in einem zeitlosen Metier die langfristigen Kundenbindungen immens wichtig sind, gibt es bei Bernhard Flöck keine Experimente. Die acht Mitarbeiter sind fest angestellt, eine Zusammenarbeit mit Subunternehmern gibt es nicht.

    "Ein Klavier ist ein treuer Begleiter über viele Jahre", ist Bernhard Flöck überzeugt. Der Klavierbauermeister, der auch als vereidigter Sachverständiger für die Handwerkskammer Koblenz im Einsatz ist, sieht im Trend zur elektronischen Musik keine Konkurrenz. Im Gegenteil: Für ihn sind das zwei verschiedene Welten. Denn Einsteiger, die zunächst am Elektropiano beginnen, wollen sehr schnell auf traditionelle Klaviere umsteige, vor allem deshalb, weil deren Klang unerreicht ist. Für Bernhard Flöck ist ein Ende der Sehnsucht nach Musik mit Seele nicht in Sicht. Das heißt aber nicht, dass seine traditionsreiche Zunft technische Neuerungen ignoriert. Das zeigt das Beispiel eines Flügels, der zusätzlich mit einer elektronischen Einheit ausgestattet ist. Man kann dann das Instrument quasi "stummschalten" und per Kopfhörer weitermachen. Die Vorteile: Mitbewohner und Nachbarn haben ihre Ruhe, und für den Musiker bleibt die gewohnte, unverwechselbare Tastatur.

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