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  • Islamwissenschaftler fordert bei Vortrag in Koblenz: Die Muslime individuell sehen

    Koblenz. Mit einem Vortrag des Islamwissenschaftlers Muhammad Sameer Murtaza ist die Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ in Koblenz eröffnet worden. Murtaza sprach über Chancen der Integration.

    Islamwissenschaftler Mu- hammad Sameer Murtaza: „Polarisierer haben wir genug in unserem Land, wir brauchen Brückenbauer.“
    Islamwissenschaftler Mu- hammad Sameer Murtaza: „Polarisierer haben wir genug in unserem Land, wir brauchen Brückenbauer.“
    Foto: Peter Karges

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

    Rund vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Der promovierte Islamwissenschaftler und Philosoph Muhammad Sameer Murtaza, mit dessen Vortrag die Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ in der Citykirche eröffnet wurde, beklagt, dass in Deutschland immer pauschal von „den Muslimen“ die Rede sei: „Wir sprechen heutzutage von den Muslimen wie früher von den Gastarbeitern oder den Ausländer“, sagte der in Oberwesel geborene Murtaza, der seit 2010 bei der vom katholischen Theologen Hans Küng gegründeten Stiftung Weltethos tätig ist – als erster Muslim überhaupt.

    Eine solche Pauschalisierung behindert oder zerstört die Bemühungen um Integration und Teilhabe, so Murtaza: „Solange wir ausgrenzen und die Muslime sich ausgrenzen lassen, gibt es keine Integration.“ Der 34-Jährige plädiert stattdessen dringend dafür, Menschen muslimischen Glaubens oder muslimischer Herkunft unter einem individuelleren Blickwinkel zu betrachten – einfach als Mitbürger, wie es bei Christen, Juden oder Atheisten ganz selbstverständlich der Fall sei. Zudem warnte er davor, den Islam unter dem „Tunnelblick Probleme“ zu betrachten.

    Was den interreligiösen Dialog betrifft, so schlug Murtaza vor, dass christliche, jüdische und muslimische Gemeinden ihn vor allem auf einer praktischen Ebene führen sollten, beispielsweise indem man sich gemeinsam für soziale Projekte oder für den Umweltschutz engagiert: Ein solches Handeln, das schließlich in allen Religionen verwurzelt ist, bringt das Gemeinsame hervor.

    Von den rund 40 Zuhörern merkte in der anschließenden Diskussion ein Teilnehmer allerdings an, dass ein solcher interreligiöser Dialog von der Basis kommen müsste. Andernfalls würden sich nämlich nur der Gemeinderat und der Vorstand der Moscheen treffen, was unter Umständen zu einer gewissen Förmlichkeit des Dialoges führen wird.

    Die Ausstellung, die von der Stiftung Weltethos konzipiert wurde, ist in der Citykirche noch bis zum 12. November von 8 bis 11.30 Uhr und von 13 bis 19 Uhr zu sehen. Unter anderem werden dabei auf neun Schautafeln verschiedene Weltreligionen vorgestellt. Zudem gibt es noch zwei weitere Vorträge: Über die Gewaltfrage im Christentum und im Islam spricht in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) am Löhrrondell 1a am 3. November, 19 Uhr, der ehemalige Seelsorger der KHG, Johannes Stein. Und am 7. November, 19 Uhr, referiert der Theologe Christoph Krauß über „Gut und Böse“ in der Citykirche.

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