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  • Inthronisation von Prinz & Confluentia: AKK - 66 Jahre jung und kein bisschen leise (Mit Video)

    Koblenz. Die Koblenzer Narren feiern das neue Regentenpaar: Prinz Frank und Confluentia Melina sind inthronisiert worden. Außerdem feiern die Jecken am Eck in dieser Session ein ganz besonderes Jubiläum: 6 x 11 Jahre jung ist die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval.

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach und Videoreporterin Jennifer de Luca

    Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Der Klassiker von Udo Jürgens hat in dieser Session für die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) eine ganz besondere Bedeutung. Denn der Dachverband für 41 Vereine in der Schängelstadt feiert in dieser Session sein 6 x 11-jähriges Bestehen. Es liegt in der Natur der Sache, dass das närrische Jubiläum auch bei der Inthronisation eine ganz besondere Rolle spielte.

    Was sich schon in der vergangenen Session abzeichnete, bestätigte sich auch am Samstag: Die Zeiten halb leerer Säle scheinen für die Karnevalisten vorbei zu sein. Pessimistische Töne waren nicht zu vernehmen. Warum auch? Angesichts von 1250 gut aufgelegten Gecken in der Rhein-Mosel-Halle geht der Blick vor allem in eine Richtung - nach vorn. Und das dürfte auch an den Karnevalisten im Moselstadtteil Güls liegen. Bekanntlich funktioniert das Vereinsleben „am See“ besonders gut, und die Husaren spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Entsprechend groß ist das Selbstbewusstsein der Korporation, die das Prinzenpaar der Session 2016 stellt.

    Mit Prinz Frank (Kreuter) von Güls am See und Confluentia Melina (Möhlich) schicken die Husaren zwei Repräsentanten auf die närrischen Bühne, die für jugendliche Leichtigkeit, Schlagfertigkeit und einen reichen karnevalistischen Erfahrungsschatz stehen. Und so war es eigentlich selbstverständlich, dass die rund viereinhalbstündige Inthronisation von vielen bunten Szenen geprägt war.

    www.roemo.de
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    Vieles auf den Kopf gestellt

    Nennenswerte Pannen gab es nicht, dafür aber waren Effekte zu sehen, die man in einer Karnevalsveranstaltung eigentlich nicht erwartet. Lasershow zum Auftakt? Das muss man nicht machen, kann es aber, zumal sich der AKK-Vorstand auf die Fahnen geschrieben hat, die närrischen Shows professioneller zu gestalten und damit neue Zielgruppen zu erreichen. Es kam also nicht von ungefähr, dass die Choreografie des Abends einmal mehr auf den Kopf gestellt worden war.

    Bevor die Narren endgültig das Ruder übernahmen, gab es zunächst einmal die Soloauftritte von Sänger Tom Alaska und Trompeter Lutz Kniep, denen die Begrüßung der prominenten Gäste folgte. Erst dann ging die eigentliche Show los. Das war ein kluger Schachzug des AKK-Vorstandes um Präsident Franz-Josef Möhlich. Die Teilung nahm dem offiziellen Teil die früher oft monierte Langatmigkeit.

    Die zweite große Veränderung des Abends betraf vor allem die Musik. Die Narren haben offenbar den leichten Weg verlassen, Kölner Töne einfach auf Koblenzer Verhältnisse umzumünzen. Hatte die Nice Party-Band - die auch bei der Inthronisation 2016 aufspielte - mit dem Seilbahnlied einen Anfang gemacht, waren und sind es nun die Aktiven selbst, die schon fast vergessenes Liedgut mit neuem Leben erfüllen.

    Besondere Verdienste erwerben sich dabei die beiden ältesten Fastnachtsvereine der Stadt - die Neuendorfer Rheinfreunde und die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft. So konnte Thomas Than, Präsident der „Gruußen“, sein Versprechen erfüllen und gemeinsam mit den „Hotzels“ eine erste Kostprobe von Liedern geben, die bis in die 1830er-Jahre zurückreichen. Und so erlebten die Zuschauer mit dem rund 180 Jahre alten „Kowelenzer Jung“ ein Schängellied, das es schon lange vor der offiziellen Koblenzer Hymne gegeben hat.

    Dass bei der musikalischen Würdigung der Heimatstadt durchaus ungewöhnliche Arrangements erlaubt und sogar erwünscht sind, bewies der Neuendorfer Ex-Prinz, der sich von den Dudelsackklängen der Crossed Sword Pipe & Drums begleiten ließ. Diese Kombination ließ in die Seele der heimischen Fastnacht blicken: Sie ist tiefsinniger und weniger schrill als der Karneval in der Domstadt.

    Perfekt gereimtes Protokoll

    Da passte es gut, dass die „Gruuße“ mit Georg Spross einen Protokoller präsentierte, der nicht nur die Kunst des Reimens und des freien Vortrags perfekt beherrscht, sondern auch selbstkritische Töne anklingen lässt. Genau deshalb begann sein Vortrag mit leisem Spott über den vorerst gescheiterten Versuch, eine neue Gala aus der Taufe zu heben. Es folgte eine wohl temperierte Mischung aus lokalen und überregionalen Themen, wobei natürlich auch König Fußball nicht unerwähnt bleiben dufte. „Macht den Saustall dicht.

    Der Fußball braucht die Fifa nicht“, lautete der Rat des närrisch-nachdenklichen Protokollers. Den Kontrapunkt sollten später Walburga und Mechthild alias Thomas und Kevin Flöck setzen. Die Redner von den Layer Heimatfreunden stehen für gut gemachten Klamauk. Am Samstag waren es Erinnerungen aus 66 Jahre Liebesleben. Getoppt wurde dies nur vom „Jubiläumsgastspiel“ von Manfred Gniffke, der unter anderem über den neuen Stadtvorstand philosophierte.

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    Nina Borowski

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