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  • KoblenzIdee für 2025: Hat Koblenz das Zeug zur Kulturhauptstadt?

    Die Bundesgartenschau ist nun schon sechs Jahre her, und irgendwann – auch wenn sich das viele wohl nicht vorstellen mögen – wird sich der positive Effekt der Großveranstaltung abnutzen.

    Die Stadt Koblenz hat einige Dinge, mit denen sie sich als Kulturhauptstadt Europas bewerben könnte, findet die SPD – unter anderem das Forum Confluentes auf dem Zentralplatz (Foto) und die Festungsanlagen. Diese könnten ganz neu belebt werden.
    Die Stadt Koblenz hat einige Dinge, mit denen sie sich als Kulturhauptstadt Europas bewerben könnte, findet die SPD – unter anderem das Forum Confluentes auf dem Zentralplatz (Foto) und die Festungsanlagen. Diese könnten ganz neu belebt werden.
    Foto: Sascha Ditscher

    Noch steigen zwar die Besucherzahlen, und die Koblenzer lieben ihre Stadt wie kaum je zuvor, aber damit das so bleibt, muss ein neuer Impuls her, ein neues, großes Ziel – und welches das sein könnte, da hat die Koblenzer SPD eine Idee: Koblenz soll Kulturhauptstadt Europas 2025 werden.

    „Viele gute Gründe sprechen dafür, dass Koblenz sich mit der Idee auseinandersetzt, eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 zu formulieren“, heißt es in dem Antrag, mit dem die SPD am Donnerstag im Stadtrat erreichen will, dass die Verwaltung eine Bewerbung der Stadt prüft.

    Koblenz sei die „heimliche Kulturhauptstadt“ in Rheinland-Pfalz, viele kulturelle Einrichtungen prägen das Leben der Stadt. Sie blickt auf eine reiche Kulturgeschichte zurück, die eng mit der Geschichte Europas verbunden ist, argumentieren die Sozialdemokraten.

    Die Chancen, Kulturhauptstadt zu werden, sind da, davon ist Christian Altmaier, Mitglied der SPD-Fraktion im Stadtrat, überzeugt. „Wir haben genügend Dinge, mit denen wir uns bewerben können“, sagt er.

    Da sind nicht nur die kulturellen Einrichtungen mit zum Teil jahrhundertealter Tradition, da sind auch der Kulturbau, dessen Potenzial laut Altmaier endlich ausgespielt werden könnte, und die Festungsanlagen. Auch hier gibt es noch viel Raum für Neues, findet er, etwa auf dem Gelände der Feste Franz in Lützel.

    Als Kulturhauptstadt, so hofft er, könnte das Kulturleben in der Stadt neue Impulse bekommen, ebenso wie die Bauwerke in ein anderes Licht gerückt werden könnten. Darin sieht er ebenso wie sein Genosse David Langner, der Oberbürgermeister werden will, eine große Chance für die Stadt, sich weiterzuentwickeln und national wie europaweit Aufmerksamkeit zu erlangen.

    Langner sieht zudem die Gelegenheit, mit der Region zusammenzurücken und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, wie dies auch andere Kulturhauptstädte tun. „Wir können die Buga-Welle ja nicht ewig reiten“, ist Altmaier überzeugt – und aus einer Bewerbung als Kulturhauptstadt könnte eine Bewegung werden, die viele Bürger, kulturelle Einrichtungen und Akteure in der Stadt erfasst und identitätsstiftend für Koblenz wirkt.

    Allein indem sich die Stadt bewirbt und Ideen entwickelt, könnten neue Impulse für die Stadt entstehen, auch über 2025 hinaus. Und Bedenken habe es auch im Vorfeld der Bundesgartenschau gegeben – die im Nachhinein ein Segen für die Stadt war.

    Dass eine finanzielle Förderung durch das Land, wie es sie auch für die Buga gab, denkbar ist, davon ist Langner, aktuell Staatssekretär im Sozialministerium, überzeugt – „in welcher Höhe, ist natürlich noch offen“. Im Kulturministerium in Mainz habe man die Idee bislang zumindest interessant gefunden.

    Und dass die Aufsichtsbehörde ADD trotz leerer Kassen einer Investition in Koblenz zustimmen würde, hofft Altmaier mit Blick auf den „Buga-Effekt“: Auch in diesem Zusammenhang wurde viel Geld in die Hand genommen, und die Effekte für die Stadt waren positiv.

    Eine Bewerbung müsste im Laufe des Jahres 2018 eingereicht werden, bis 2020 entscheidet dann eine Jury in einem mehrstufigen Verfahren, wer tatsächlich Kulturhauptstadt wird, schildert David Langner. Fest steht bereits, dass 2025 eine slowenische und eine deutsche Stadt den begehrten Titel bekommen, und fest steht ebenfalls: Die Konkurrenz wird groß.

    In Deutschland wird eine Bewerbung zum Beispiel in Kassel, Dresden, Görlitz, Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Nürnberg und Mannheim diskutiert, teilweise wurde eine Bewerbung hier schon im Stadtrat beschlossen.

    Aber: Der Trend bei den Kulturhauptstädten geht zu kleineren Städten, ist David Langner überzeugt. Nachdem in den 80er-Jahren zunächst Athen, Florenz oder Paris Kulturhauptstädte waren, tragen mittlerweile auch viele nicht so bekannte Städte den Titel, in diesem Jahr zum Beispiel Aarhus in Dänemark und Paphos auf Zypern.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Die Kulturhauptstadt Europas

    Seit 1985 wird die Kulturhauptstadt Europas gekürt. Die Europäische Union (früher die Europäische Gemeinschaft) vergibt den Titel in jedem Jahr, seit 2004 an mindestens zwei Städte. Die Benennung soll dazu beitragen, den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen, heißt es bei Wikipedia.

    Die europäischen Länder sind nach einem Rotationsprinzip abwechselnd an der Reihe, eine Kulturhauptstadt zu stellen, in der dann ein Jahr lang zahlreiche kulturelle Veranstaltungen stattfinden. In Deutschland war zuletzt 2010 das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt, das nächste Mal ist Deutschland 2025 dran. sem

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