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    KoblenzHospizverein Koblenz: Viele Menschen finden hier Hilfe

    Eine Handvoll Engagierte war es am Anfang vor 25 Jahren. Dass Menschen in der letzten Phase ihres Lebens und im Sterben nicht allein sein sollten, das war ihr großes Ziel. Sie hatten sich der Initiative von Schwester Mechthild Hoffend angeschlossen und den Hospizgedanken verinnerlicht. In kostenlos zur Verfügung gestellten Räumen in der Schlachthofstraße wollten sie in Koblenz einen Hospizverein gründen und beleben.

    Herr M., 82 Jahre alt, wurde bis zu seinem Tod vom ambulanten Erwachsenenhospiz in einer Altenhilfeeinrichtung begleitet. Eine Hospizfachkraft und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Monika Mittermaier (Foto) besuchten und betreuten ihn regelmäßig. Es entstand eine vertrauensvolle Beziehung. Bis zur letzten Stunde war Monika Mittermaier bei dem Sterbenden, insgesamt hat sie rund 300 Stunden mit ihm verbracht.
    Herr M., 82 Jahre alt, wurde bis zu seinem Tod vom ambulanten Erwachsenenhospiz in einer Altenhilfeeinrichtung begleitet. Eine Hospizfachkraft und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Monika Mittermaier (Foto) besuchten und betreuten ihn regelmäßig. Es entstand eine vertrauensvolle Beziehung. Bis zur letzten Stunde war Monika Mittermaier bei dem Sterbenden, insgesamt hat sie rund 300 Stunden mit ihm verbracht.
    Foto: Hospizverein

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Daran hat sich in den genau 25 Jahren bis heute nichts geändert, wohl aber an den Rahmenbedingungen. 110 Ehrenamtliche gibt es derzeit im ambulanten Erwachsenenhospiz, im stationären Hospiz und im ambulanten Kinderhospiz. Rund 33 hauptamtliche Kräfte, von der Buchhaltung über Pflegefachkräfte bis zu Palliativmedizinern, sind bei Hospizverein und der Tochter Hospizgesellschaft angestellt. "Ein mittelständisches Unternehmen", sagt Geschäftsführerin Gisela Textor nachdenklich. Umso wichtiger und manchmal auch schwieriger ist es im oft hektischen Alltag, die Idee Hospiz nicht aus den Augen zu verlieren.

    Denn Hospiz ist für die 64-Jährige und alle anderen Vereinsmitglieder eine Haltung - dem Leben, dem Sterben und dem Tod gegenüber. Vor allem ist es ein klares Bekenntnis zur Betroffenenorientierung - das heißt: Nicht das zählt, was die Angehörigen oder der Hospizhelfer für gut und richtig halten, sondern das, was der Betroffene selbst möchte. Dazu kann auch gehören, dass man eben nicht immer wieder in ein Krankenhaus einweisen lässt, wenn es dem Patienten körperlich schlechter geht, er aber nun mal nicht in die Klinik will. Dann gilt es, andere Wege zu finden, gemeinsam mit Akteuren wie Pflegediensten und Ärzten. "Wir finden immer wieder die Bestätigung, dass Menschen leichter aus dem Leben gehen können, wenn sie sich gut versorgt und begleitet fühlen und wenn sie auch gut auf ihr Leben zurück gucken können", sagt Textor.

    Dabei können die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter helfen - und tun es seit 25 Jahren. Durch Zuhören, Reden, durch Besuche, gemeinsame Unternehmungen, wo das noch möglich ist, durch Dasein für die Angehörigen, durch Handhalten. "In gewisser Weise sind auch unsere Ehrenamtlichen professionell, wenn man diesen Begriff nicht auf ein Arbeitsverhältnis bezieht", sagt Gisela Textor. Denn die Ehrenamtlichen sind durch ihre Ausbildung gut auf die Aufgaben vorbereitet und haben den Hospizgedanken verinnerlicht.

    Wie der Kontakt zum Verein und die Nachfrage nach einer Begleitung entsteht, ist unterschiedlich. Viele Altenpflegeeinrichtungen, mit denen zum Teil auch schriftliche Kooperationsverträge bestehen, informieren ihre Bewohner über die Angebote des Hospizvereins. Auch Angehörige oder Betroffene selbst melden sich. "Dann besucht ein Hauptamtlicher den Patienten, und es wird erst einmal über die Möglichkeiten informiert", sagt Hospiz- und Palliativpflegehelfer Wolfgang Kemp. Dass die Begleitung des Hospizvereins für die Betroffenen keine Kosten verursacht, stößt dabei immer wieder auf großes Erstaunen. Wenn der Kranke eine Begleitung wünscht, wird geschaut, wer von den Ehrenamtlichen zu ihm passt. Wie oft sich die Menschen dann sehen und wie die Treffen gestaltet werden, wird individuell vereinbart.

    Noch immer ist dies das Herz des Hospizvereins, auch wenn in den vergangenen Jahren unter anderem durch neue Gesetzgebungen neue Angebote in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung hinzugekommen sind. Diese Leistungen können über den Hausarzt abgerechnet werden. Außerdem ist schon genau vor zehn Jahren das ambulante Kinderhospiz gegründet worden, berichtet Teamleiterin Jessica Lehnen. Auch hier steigen die Zahlen der Begleitungen: Hatten sie sich lange bei 20, 25 im Jahr eingependelt, so werden derzeit 41 Kinder und Jugendliche und ihre Familien begleitet. Noch immer ist das Koblenzer das einzige Kinder- und Jugendhospiz im nördlichen Rheinland-Pfalz. Und bereits 1999 wurde das stationäre Hospiz in der Kurfürstenstraße eröffnet. Dort gibt es zehn Betten.

    Neue Herausforderungen bringt im Übrigen die Zunahme von Flüchtlingen in Koblenz mit sich, beschreibt Gisela Textor. Zwar gibt es keine Einbrüche bei den Ehrenamtlichen, wie man vielleicht vermuten könnte. Aber dafür kämpfen die Hospizhelfer mit ganz neuen Problemen. Zum Beispiel damit, bei Begleitungen auf Dolmetscher angewiesen zu sein. Häufig sind das Familienmitglieder, was die Situation nicht unbedingt erleichtert, weil aus Rücksichtnahme dem Kranken oder den Angehörigen gegenüber nicht alles gesagt wird.

    Mehr Infos zum Verein und seinem Angebot: Hospizverein Koblenz, Hohenzollernstraße 18, Tel. 0261/579 37 90 und im Internet unter www.hospizinkoblenz.de

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