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  • Horrorunfall in Koblenz-Lützel: Frau stirbt, Raser verurteilt

    Koblenz. Der Horrorunfall in Koblenz-Lützel ist juristisch abgehakt - bleibt aber ein Rätsel: Ein Mann (33) überholte auf der Eifelstraße mit Tempo 76 drei Autos, übersah eine Fahrradfahrerin (34) und stieß frontal mit ihr zusammen. Die Frau starb. Jetzt hat die Koblenzer Amtsrichterin Sandra Geimer den Unfallverursacher verurteilt.

     

    Horrorunfall in Koblenz-Lützel: Nahe dieser Kreuzung von Eifelstraße und Von-Kuhl-Straße kam es 2015 zu einem tödlichen Unfall. Ein Autofahrer (33) kollidierte frontal mit einer Fahrradfahrerin (34). Foto: Sascha Ditscher
    Horrorunfall in Koblenz-Lützel: Nahe dieser Kreuzung von Eifelstraße und Von-Kuhl-Straße kam es 2015 zu einem tödlichen Unfall. Ein Autofahrer (33) kollidierte frontal mit einer Fahrradfahrerin (34).
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Der Mann gestand das tödliche Überholmanöver, erklärte aber nicht das Warum - warum er plötzlich Gas gab und im Dunkeln auf eine rote Ampel zuraste.

    Der Unfall riss Regina Jostock aus dem Leben. Die 34-Jährige fuhr am Unfallabend ohne Licht am Fahrrad - warum ist unklar. Sie hatte gerade eine Stelle in einer Metzgerei angenommen. Sie war verlobt, wollte 2016 heiraten.

    Ihre Mutter, Carolin Jostock (54) aus dem Moselort Leiwen (Kreis Trier-Saarburg), verfolgte den Prozess im Gerichtssaal und schimpfte, weil der Mann, der ihre einzige Tochter totraste, sich nie entschuldigte: "Er hat nie etwas gesagt. Kein Brief! Keine Karte!" Sie hielt ein Foto in Händen. Es zeigt ihre herzhaft lachende Tochter, am Bildrand ist eine Rose zu sehen.

    Es geschah am Abend des 12. Oktober 2015: Regina Jostock hat Feierabend, setzt sich gegen 19.30 Uhr aufs Fahrrad und macht sich auf den Weg zu ihrer Wohnung. Etwa zur gleichen Zeit setzt sich der spätere Unfallverursacher ans Steuer seines Hyundai und fährt los. Gegen 19.50 Uhr kommt es zur tödlichen Kollision. Der Mann rast über die Eifelstraße in Richtung Von-Kuhl-Straße und Bundesstraße 9, schert nahe der Falckenstein-Kaserne nach links aus und überholt drei Autos - einen Peugeot, einen Opel und einen VW. Regina Jostock radelt auf der Eifelstraße in entgegengesetzter Richtung. Als der Mann an dem VW vorbeirast, kollidiert er frontal mit ihr. Das Dach seines Hyundais wurde vom heftigen Aufprall stark deformiert.

    Zwei Soldaten aus der Falckenstein-Kaserne leisten sofort Erste Hilfe. Sanitäter bringen Regina Jostock ins Bundeswehrzentralkrankenhaus. Dort stirbt sie zwei Tage später. Sie hatte schwerste Blutungen im Kopf, Knochenbrüche und innere Verletzungen. Der Unfallverursacher blieb unverletzt.

    Regina Jostock († 34) starb nach dem Horrorunfall. Sie war verlobt, wollte 2016 heiraten. Foto: privat
    Regina Jostock († 34) starb nach dem Horrorunfall. Sie war verlobt, wollte 2016 heiraten.
    Foto: privat

    Im Prozess schilderte die Fahrerin (23) des überholten Peugeots, wie sehr sie am Unfallabend erschrak, weil sie den Hyundai-Fahrer überhaupt nicht gesehen hatte und er plötzlich an ihr vorbeizog: "Ich bin zusammengezuckt."

    Der Fahrer (25) des Opels schilderte, wie der Hyundai-Fahrer kurz hinter ihm einscherte und erneut zum Überholen ansetzte. Die VW-Fahrerin (55) berichtete, wie ein Metallteil an ihrer Frontscheibe vorbeiflog, der Unfallverursacher mit hohem Tempo an ihr vorbeischoss und vor der Kreuzung von Eifelstraße und Von-Kuhl-Straße stehen blieb.

    Die Fahrer der drei überholten Autos fuhren nach eigenen Angaben Tempo 50. Der nicht vorbestrafte Hyundai-Fahrer behauptete im Prozess, Tempo 60 gefahren zu sein - laut einem Gutachter fuhr er aber 76. Die Richterin folgte mit ihrem Urteil dem Antrag des Staatsanwaltes. Das Urteil ist bisher noch nicht rechtskräftig.

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