40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Koblenz
  • » Groß-Veranstaltungen: So bereitet sich die Stadt Koblenz vor
  • Aus unserem Archiv

    KoblenzGroß-Veranstaltungen: So bereitet sich die Stadt Koblenz vor

    Wenn der Sommer kommt, bedeutet das in Koblenz auch: Die Saison der Großveranstaltungen beginnt. Eine Herausforderung an die Sicherheitsbehörden, nicht nur vor dem Hintergrund der terroristischen Grundbedrohung.

    Wegen Unwetterwarnungen wurde der Münz-Firmenlauf 2016 kurzfristig abgesagt – wie schon der Rosenmontagszug zuvor. In Koblenz wägen Experten mit unterschiedlichem Know-how die Gefahren einzelner Veranstaltungen unter freiem Himmel genau ab.
    Wegen Unwetterwarnungen wurde der Münz-Firmenlauf 2016 kurzfristig abgesagt – wie schon der Rosenmontagszug zuvor. In Koblenz wägen Experten mit unterschiedlichem Know-how die Gefahren einzelner Veranstaltungen unter freiem Himmel genau ab.
    Foto: Sascha Ditscher

    Koblenz. Februar 2016: Zehntausende Gecken schunkeln sich warm für den Rosenmontagszug – und dann kommt die Sturmwarnung. Juni 2016: 17.500 Teilnehmer für den Münz-Firmenlauf stehen in den Startlöchern – und dann kommt die Sturmwarnung. Zwei der großen Freiluft-Veranstaltungen des vergangenen Jahres wurden kurfristig abgesagt. In beiden Fällen gab es vorher und nachher heftige Diskussionen über die Entscheidung. Hätte sie so getroffen werden sollen, kam sie zu früh oder zu spät? Und: Wer hat das denn eigentlich zu entscheiden – und zu verantworten? Um auf alle Fragen rund um die Sicherheit von Veranstaltungen unter freiem Himmel die richtigen Antworten geben zu können, hat die Stadt das Zusammenspiel von Sicherheitsbehörden neu geregelt.

    Und klar ist jetzt auch, wer am Ende das letzte Wort hat: Geht es um die Frage, ob etwa der Münz-Firmenlauf am Freitag oder das Sommerfest zu Rhein in Flammen Anfang August stattfinden kann oder abgesagt werden muss, dann entscheidet das Ordnungsamt. Wie sich die Behörden in Koblenz auf die Freiluftsaison der Großereignisse vorbereiten und welche Rolle die Gefahr von terroristischen Aktionen bei den Überlegungen spielt, darüber haben wir mit Josef Hehl, Chef des Ordnungsamts, und dessen Veranstaltungsexperten Florian Scheid unterhalten.

    Neuregelungen sollen Veranstaltungen sicherer machen

    Die grundsätzliche Botschaft: Die möglichen Gefahren sind vielfältig, aber die Veranstaltungen in Koblenz sind sicher. Und das nicht erst seit der Neuregelung – wobei sich mit dieser vieles noch einmal verbessert, wie Hehl und Scheid betonen. Geregelt wird in einer neuen Leitlinie alles rund um die Veranstaltung – von der Planung, über die Genehmigung und die dafür notwendigen Schritten, die Durchführung und Nachbereitung, um aus Erfahrungen für die Zukunft zu lernen. Ein wichtiger Punkt der Neuerung: Alle maßgeblichen Entscheider kommen monatlich zusammen, diskutieren das Gefahrenpotenzial anstehender Veranstaltungen und planen gemeinsam, wie diese zu entschärfen sind. Eine gute Zusammenarbeit habe es auch vorher gegeben, aber der Austausch des unterschiedlichen Wissens der Spezialisten ist jetzt noch einmal deutlich intensiver geworden. Mit dabei sind Polizei und Feuerwehr, das Büro des Oberbürgermeisters, die Straßenverkehrsbehörde und die Koblenz-Touristik als der große Veranstalter der Stadt. Aber auch der Eigenbetrieb Grünflächen, der kommunale Servicebetrieb und das Stadtmarketing. Die Federführung übernimmt das Ordnungsamt.

    Inhaltlich geht es natürlich zum einen um Unwetterlagen, die sich abzeichnen können und die im vergangenen Jahr zu den Absagen führten. Auch die Gefahr terroristischer Anschläge schwingt gedanklich inzwischen immer mit. Und doch ist im Alltagsgeschäft sehr vieles zu den Veranstaltungen zu beachten, dass mit Wetter oder Terror nichts zu tun hat.

    So war auch schon der Auslöser für die Änderung in Koblenz ein gänzlich anderer: Nach der Katastrophe bei der Love-Parade 2010 in Duisburg, bei der 21 Menschen getötet Hunderte verletzt wurden, wurde vielerorts reagiert, wurden Sicherheitskonzepte überarbeitet – so auch in Nordrhein-Westfalen, wie Florian Scheid berichtet. Und auch in Koblenz hat man die Erfahrungen zum Anlass genommen, um ein neues Konzept rund um die Sicherheit von Veranstaltungen unter freiem Himmel aufzustellen.

    Vier Gefahrengruppen werden abgefragt

    Auf vier Gefahrengruppen klopft Scheid jede Veranstaltung ab: zunächst auf Gefahren durch die Veranstaltung selbst – wie etwa Gerdränge, eine Blockierung der Fluchtwege aber auch Besonderheiten des Geländes. Hinzu kommen Unfälle oder unvorhersehbare Ereignisse, worunter etwa auch ein Unwetter fallen würde. Hier arbeitet das Ordnungsamt eng mit dem Deutschen Wetterdienst zusammen, deren Experten vor und an Veranstaltungstagen jederzeit ansprechbar sind. In eine dritte Gruppe sortiert Scheid all jene Gefahren, die mit Straftaten zu tun haben, wie etwa gewaltbereite Besucher oder den Einsatz von Pyrotechnik. Die vierte Gefahrenquelle ist letztlich die terroristische Bedrohungslage – wobei in diesem Bereich natürlich die Information und Einschätzung durch die Polizei maßgeblich ist, wie Ordnungsamtsleiter Hehl betont. Dass es bei den anstehenden Großveranstaltungen wieder Dinge zu sehen geben wird, wie etwa Straßensperren gegen Anschläge mit Fahrzeugen, davon geht er aus.

    Grundsätzlich aber betonen Hehl und Scheid, dass man mit Blick auf die anstehenden Großveranstaltungen in Koblenz gut gerüstet ist. Scheid: „Ich selbst fühle mich sicher bei Veranstaltungen in Koblenz und gehe mit einem guten Gefühl dorthin.“ Ingo Schneider

    Koblenz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    epaper-startseite
    Wetter
    Freitag

    13°C - 24°C
    Samstag

    12°C - 21°C
    Sonntag

    12°C - 21°C
    Montag

    15°C - 24°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerie: Fotos unserer Leser
    Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

    Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

    Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
    Koblenzer Stadt-Geschichten

    Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf

    Anzeige