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    KoblenzFür Demokratie und Toleranz: Hunderte Menschen demonstrieren in Koblenz gegen die AfD

    „Koblenz ist bunt“ oder „Demokratie schützen – den Brandstiftern entgegentreten“, war auf Plakaten zu lesen, mit denen auf dem Zentralplatz einige Hundert Menschen aus allen Altersgruppen am Samstagabend gegen die Veranstaltung der AfD im Forum Confluentes demonstriert haben. Dazu aufgerufen hatte das Bündnis „Koblenz Nazifrei“ unter Leitung des Juso-Vorsitzenden Dennis Feldmann.

    Von unserem Mitarbeiter 
Winfried Scholz

    Unter den Rednern war Daniel Köbler, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag. Er kritisierte scharf die Äußerungen von führenden AfD-Mitgliedern, die in Interviews gesagt hätten, auf Kinder solle man an der Grenze nicht schießen, wohl aber auf deren Mütter. Dies sei pervers und menschenverachtend. Köbler erklärte: „Die AfD steht ethisch, moralisch und politisch im Mittelalter.“ Er rief die anderen Parteien dazu auf, trotz aller notwendigen Meinungsverschiedenheiten für eine demokratische, bunte und tolerante Gesellschaft einzutreten. SPD-Stadtratsmitglied Christian Altmaier, der auch kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, wies auf das Wahlprogramm der AfD hin. In diesem werde eine Pflege der deutschen Leitkultur gefordert und behauptet, die Bildung einer multikulturellen Gesellschaft gefährde auf lange Sicht die Demokratie.

    Altmaier bezeichnete es als Ironie, dass die AfD ihre Veranstaltung im Kulturbau abhält, in dem die kulturelle Vielfalt der Stadt präsentiert wird. Er rief den AfDlern zu: „Schaut euch um im Museum. Die wichtigsten Werke der städtischen Kunstsammlung stammen nicht von Deutschen.“ Der Maler William Turner und andere Engländer hätten die Rheinromantik quasi erfunden. Noch heute seien Engländer die häufigsten und gern gesehene Gäste am Eck. Sebastian Hebeisen, Geschäftsführer der Region Koblenz des DGB, machte darauf aufmerksam, dass auf der Facebookseite der AfD Hasstiraden gegen Ausländer und Asylsuchende veröffentlicht würden. Mitglieder der Türkischen Gemeinde Rheinland-Pfalz riefen dazu auf, am 13. März zur Wahl zu gehen. Ihr Vorsitzender Ahmet Günes bekundete, die weltpolitischen Konflikte erinnerten ihn an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die Konfliktlösung dürfe man nicht politischen Dumpfbacken überlassen. Unter den Demonstranten waren auch Schülergruppen. Schüler des Lahnsteiner Johannes-Gymnasiums hatten ein Transparent mit der Aufschrift „Herz statt Hetze“ mitgebracht.

    Die Veranstaltung hatte einen fröhlichen Charakter und blieb bis zum Ende friedlich. Moderator Johannes Thon (Die Partei) forderte die Teilnehmer zwischendurch auf zu tanzen, etwa beim ABBA-Hit „Dancing Queen“. Zum Abschluss erklang die „Ode an die Freude“, in der es ja auch heißt „Seid umschlungen Millionen!“ 

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