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  • Die EVM will mehr grüne Energie erzeugen

    Koblenz/Region. Die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) will mit massiven Investitionen ihren Wandel zum grünen Unternehmen weitervorantreiben und sich auch als Erzeuger profilieren. Allein im laufenden Jahr sollen 30 Millionen Euro investiert werden. Zwei Drittel dieser Summe gehen in den Ausbau von Anlagen zur alternativen Energieerzeugung, der Rest in den Ausbau der Netze. Neu ist, dass die Koblenzer Ende 2012 selbst mit der Herstellung von Biogas beginnen wollen.

    Die insgesamt 17 Millionen Euro teure Biogasanlage im Bopparder Gewerbepark Hellerwald ist fast fertig. Die Testphase soll im September anlaufen, Ende des Jahres wird die offizielle Inbetriebnahme folgen. Das Foto zeigt die Gärrestelager (links) und die Nachgär-Fermenter (rechts).
    Die insgesamt 17 Millionen Euro teure Biogasanlage im Bopparder Gewerbepark Hellerwald ist fast fertig. Die Testphase soll im September anlaufen, Ende des Jahres wird die offizielle Inbetriebnahme folgen. Das Foto zeigt die Gärrestelager (links) und die Nachgär-Fermenter (rechts).
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Koblenz/Region - Die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) will mit massiven Investitionen ihren Wandel zum grünen Unternehmen weitervorantreiben und sich auch als Erzeuger profilieren. Allein im laufenden Jahr sollen 30 Millionen Euro investiert werden. Zwei Drittel dieser Summe gehen in den Ausbau von Anlagen zur alternativen Energieerzeugung, der Rest in den Ausbau der Netze. Neu ist, dass die Koblenzer Ende 2012 selbst mit der Herstellung von Biogas beginnen wollen.

    Die neue Biogasanlage im Bopparder Gewerbepark Hellerwald spielt in der Strategie der EVM eine zentrale Rolle. Geschäftsführer Josef Rönz sagte bei der Pressekonferenz am Donnerstag, warum: Biogas ist rund um die Uhr und 8760 Stunden im Jahr verfügbar und liefert nicht nur Wärme, sondern kann über neue Technologien auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Zum Vergleich: Windräder produzieren maximal 3000 Stunden im Jahr, Solaranlagen sogar nur 1000 Stunden.

    "Wir sind nicht auf dem Gebiet der Fotovoltaik aktiv", so Geschäftsführer Josef Rönz. Um so aktiver ist die EVM in anderen Bereichen der grünen Energieerzeugung. Denn perspektivisch soll es nicht bei der Anlage in Boppard bleiben, die im September in die Testphase gehen soll und später mit ihrer Leistung von rund 2,5 Megawatt die größte Anlage ihrer Art in Rheinland-Pfalz sein wird. Neue Beteiligungen machen das Engagement möglich. So hält die EVM 75 Prozent an der Bioenergieerzeugung Koblenz GmbH (BEE). Dieses Unternehmen errichtet auch die insgesamt 17 Millionen Euro teure Anlage im Gewerbepark Hellerwald. Sie kann 2000 Haushalte mit Wärme und weitere 7000 Haushalte mit Strom versorgen. Diese Zahlen machen deutlich: Die Erzeugung und der Vertrieb von Strom werden für das Unternehmen mit seinen rund 146 000 Kunden in der Region Mittelrhein immer wichtiger. Das zeigen auch die Werte für 2011. Im vergangenen Jahr verdreifachte das Unternehmen seinen Stromabsatz von 42,9 auf 133,4 Millionen Kilowattstunden, wobei das Unternehmen seine Kunden ausschließlich mit Ökostrom versorgte.

    Zurück ging dagegen der Erdgasabsatz, was am relativ milden Winter lag. Die EVM verkaufte im vergangenen Jahr rund 7 Milliarden Kilowattstunden - knapp 1 Milliarde Kilowattstunden weniger als noch 2010. Ziel ist es nun, den Anteil von Biogas weiterauszubauen. Das macht sich bereits beim Tanken bemerkbar. Die drei EVM-Erdgaszapfsäulen liefern inzwischen nur noch Biogas. Trotz der Vorzüge der Biogasanlage, die übrigens ausschließlich von Landwirten der Region mit Pflanzen beliefert wird, will die EVM weiterhin in den Aufbau von Windkraftanlagen investieren, so etwa in den Hunsrück-Windpark bei Kirchberg. Dies allerdings nur mittelbar. Die Koblenzer halten Anteile am rekommunalisierten Versorger Thüga, der über ein Tochterunternehmen bis 2020 rund 1 Milliarde Euro in Windparks stecken will.

    "Wir verstehen uns als Partner der Energiewende", betonte Josef Rönz, der aber auch von "ambitionierten Zielen" der Politik sprach. Bekanntlich sollen bis 2020 die Emissionen von Kohlendioxid in Deutschland um 45 Prozent sinken. Theoretisch könnte dieses Ziel aus Sicht der EVM sogar früher erreicht werden, wenn alle alten Heizanlagen auf energieeffiziente Systeme umgestellt würden.

    Auf jeden Fall wird es eine zentrale Herausforderung für die Versorger sein, die Techniken zur Speicherung von Ökostrom auszubauen und wirtschaftlich zu betreiben. Schon jetzt ist es technisch möglich, die Erdgasnetze durch Umwandlung von Strom in Gas als Speicher zu nutzen. Doch muss auch in diesem Bereich noch viel Geld investiert werden.

    Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

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    Nina Borowski

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