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  • Bericht Bilanzsumme der Genossenschaftsbank liegt erstmals über 700-Millionen-Euro-Marke

    Bilanz: Volksbank Koblenz Mittelrhein legt erstaunlich gute Zahlen vor

    Koblenz. Eine Fusionswelle hat die genossenschaftlichen Banken erfasst. Allein 2016 fusionierten 80 Institute, weitere 70 wollen im laufenden Jahr ihre Verschmelzung vorbereiten. Für die Volksbank Koblenz Mittelrhein ist das alles kein Thema. Der Vorstand räumt zwar ein, dass man die Entwicklungen strategisch bedingt sehr wohl beobachtet, stellt aber auch klar, dass es keine Gespräche gibt. Aktuell besteht auch kein Handlungsbedarf, denn die „Koblenzer“ präsentierte am Freitag überraschend gute Zahlen.

    Foto: dpa

    „Ein erfreuliches Ergebnis“, meldete Vorstand Walter Müller beim Bilanz-Pressegespräch. Beim Blick auf die Zahlen des Geschäftsjahres 2016 ist diese Bewertung sogar untertrieben. Erstmals in ihrer Geschichte überschritt die Bilanzsumme der „Koblenzer“ die 700-Millionen-Euro-Marke, und die Eigenkapitalquote liegt – je nach Lesart – bei stolzen 16 Prozent. Wie auch die Sparkassen im Stadt- und Kreisgebiet übertrifft die Genossenschaftsbank die Vorgaben nach Basel III schon jetzt deutlich.

    Auch beim Blick auf die Details zeigt sich, dass die „Koblenzer“ auf einem guten Weg ist. Fast in allen Bereichen gab es Steigerungen – und das, so Walter Müller, obwohl „Zinsen faktisch abgeschafft sind“. „Wir gewinnen Marktanteile“, ergänzte Vorstandskollege Stephan Breser. Er führt dies vor allem auf die Beratungsqualität seines Hauses zurück. Allerdings gefällt dem Vorstand eine Entwicklung überhaupt nicht: Angesichts der schwer abschätzbaren Perspektiven setzen Kunden vor allem auf Anlageformen, die zwar keine oder nur geringe Zinsen bringen, aber bei denen das Geld jederzeit verfügbar ist.

    „Viele Sparer haben eine konservative Strategie“, so Stephan Breser, dessen Mitarbeiter nun vor der Herausforderung stehen, Kunden für einen Mix zu begeistern, mit dem sich zumindest moderate Renditen erwirtschaften lassen. Die weitere Verbesserung des Beratungsangebotes der „Koblenzer“ soll es richten, während Standardgeschäfte immer weiter digitalisiert werden. Walter Müller und Stephan Breser betonten denn auch, dass die Smartphone-App immer beliebter wird.

    Ob sich die weitere Technisierung des Bankgeschäfts auf die Filialen auswirken wird? Aus Sicht von Walter Müller vorerst nicht. Die „Koblenzer“ will ihre 17 Filialen bestehen lassen. Die Frage, ob alle Standorte mittelfristig mit Beratern besetzt sein werden, lässt der Vorstand offen.

    Doch zeigen die aktuellen Entwicklungen im Haus bereits, dass man sich von den guten Zahlen nicht blenden lassen will. Das spiegelt sich auch in einer maßvollen Personalpolitik wider. Fluktuationsbedingt ging die Zahl der Mitarbeiter von 191 auf 185 (davon acht Auszubildende) zurück. Und auch die Tatsache, dass Gehälter in Höhe von insgesamt 6,2 Millionen Euro ausgezahlt wurden, steht dafür, dass bei der „Koblenzer“ gerade beim Thema Bezüge die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Der solide Kurs kommt bei den Volksbank-Mitgliedern an, ihre Zahl liegt stabil bei 22.074. An sie werden Dividenden in Höhe von rund 337.000 Euro ausgeschüttet. Unter dem Strich brachte jeder Anteil 3 Prozent, was angesichts des Zinsniveaus erstaunlich ist.

    Auch wenn der Vorstand schon fast traditionell die ausufernde Bürokratie kritisierte, gilt die Sorge des Managements einem ganz anderen Thema: der Einlagensicherung. Die Vorstellung, dass deutsche Sparer für Anleger in der ganzen Euro-Zone haften sollen, ist noch lange nicht vom Tisch. Ganz im Gegenteil. Und gerade die genossenschaftlichen Banken wie auch die Sparkassen wecken Begehrlichkeiten, weil sie eigene, zusätzliche Sicherungssysteme haben. Für Stephan Breser und Walter Müller geht deshalb der Kampf auf Verbandsebene weiter. Den Kurs der Europäischen Zentralbank, durch Anleihenkäufe die Märkte mit billigem Geld zu fluten, sieht man auch bei der „Koblenzer“ kritisch.

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

     

    Die Ergebnisse der Volksbank Koblenz Mittelrhein

    In der nachstehenden Übersicht nennen wir die wichtigsten Zahlen aus der Bilanz 2016 (in Klammern die Vorjahreswerte).

    Bilanzsumme:

    701 Mio. EUR (673)

    Kundenforderungen:

    446 Mio. EUR (421)

    Betreutes Kundenkreditvolumen:

    716 Mio. EUR (669)

    Kundeneinlagen:

    541 Mio. EUR (525)

    Betreutes Kundenanlagenvolumen:

    954 Mio. EUR (935)

    Voraussichtlicher Jahresüberschuss:

    1,43 Mio. EUR (etwa Vorjahreshöhe)

    Zahl der Kunden:

    45.000 Privat- und Firmenkunden

    Steuerzahlungen:

    2,3 Mio. EUR (1,5). Dazu 1,6 Mio. EUR (1,6) Lohnsteuerleistungen der Mitarbeiter

    Sponsoring: 140.000 für Kultur, Sport und soziale Projekte

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