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  • Bewährungsstrafen für vier Angeklagte: Biss des Polizeihundes sorgt für Eskalation

    Koblenz. Es sollte eine nette Geburtstagsfeier in einer Koblenzer Diskothek werden. Doch die Party im vergangenen Sommer artete aus und bereitete den alarmierten Polizeibeamten einen unvergesslichen Einsatz.

    Justitia
    Die Göttin der Gerechtigkeit Justitia hält eine Waage und ein Richtschwert.
    Foto: Arne Dedert/Archiv - dpa

    Das heute 23-jährige Geburtskind und drei weitere Gäste der Geburtstagsfeier sind am Mittwoch vom Amtsgericht Koblenz zu Freiheitsstrafen, die zur Bewährung ausgesetzt sind, verurteilt worden.

    Ausgangspunkt in der Nacht auf den 23. August 2015 war die missglückte Flucht eines Mitangeklagten 25-jährigen Koblenzers. Nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit anderen Personen in der Diskothek wollte sich dieser einer Festnahme durch die Polizei entziehen. Doch die Flucht endete keine 50 Meter von der Disco entfernt mit seiner Festnahme unter Einsatz von Pfefferspray.

    Bis zu diesem Zeitpunkt wäre der Einsatz für die beteiligten Polizisten, eine Streife und einen Hundeführer, Dienstalltag gewesen. Was danach folgte, war eine Eskalation, wie sie die erfahrenen Polizisten, so ihre Aussage im gestrigen Prozess, in Koblenz noch nicht erlebt hatten. Eine Meute von 10 bis 15 Personen rottete sich zusammen, um den 25-Jährigen zu befreien. Mitten im Pulk das Geburtstagskind sowie ein 25-jähriger Student aus dem vorderen Westerwald und ein 35-jähriger Arbeiter aus dem Kreis Mayen-Koblenz, die ebenfalls gestern vor Gericht standen. Weitere Mitglieder der Gruppe konnten nicht ermittelt werden.

    Die Gruppe kreiste die Polizisten um deren Streifenwagen ein und versuchte mit Gewalt an den Festgenommenen zu kommen. Nur dem Polizeihund Mantu sei es zu verdanken gewesen, dass die Menge eine kurze Zeit in Schach gehalten werden konnte, betonte der Hundeführer vor Gericht. Allerdings war es nur eine kurze Atempause, dann bedrängte die aggressive Gruppe die Polizei so sehr, dass der eng am Halsband gehaltene Hund dem 23-Jährigen in den Oberarm biss. Daraufhin eskalierte die Situation noch mehr. "Ich wurde zu Boden gerissen, nach dem Hund wurde getreten, und nach mir wurde geschlagen", sagte der Hundeführer. Nur das schnelle Eintreffen von weiteren Polizeikräften habe in dieser Lage Schlimmeres verhindert, betonte ein anderer Polizist. "Wenn wir auf dem Land gewesen wären, hätte man wahrscheinlich von der Schusswaffe Gebrauch machen müssen", sagte ein weiterer Beamter im Prozess.

    Das Gericht unter dem Vorsitz des Richters Reiner Rühmann verurteilte die drei Angeklagten, die versucht hatten, den "Festgenommenen" zu befreien, unter anderem wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in einem schweren Fall zu jeweils einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Der 25-jährige Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Alle Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Zudem wurden alle Angeklagten zu einem Bußgeld in Höhe von je 500 Euro an den Tierschutzverein Koblenz verurteilt. Strafmildernd wertete das Gericht, dass die Angeklagten geständig gewesen seien und Reue gezeigt hätten. Zudem hätten sie, da in Studium und Beruf eingebunden, alle eine gute Sozialprognose, betonte die Staatsanwaltschaft.

    Peter Karges

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