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  • Bendorfer sehen Wasser-Zukauf kontrovers

    Bendorf. Die Bendorfer Politik diskutiert darüber, ob künftig Trinkwasser von den Stadtwerken Neuwied zugekauft werden soll - als Ersatz für die eigenen Quellen in der Rheinau. Die künftige Wasserversorgung der Stadt war jetzt das Thema einer öffentlichen Fraktionssitzung, zu der Bündnis 90/Die Grünen ins Rathaus geladen hatte. Fraktionssprecher Thomas Beckgerd freute sich über den großen Anklang bei den Besuchern, der durch den sehr informativen Verlauf der Veranstaltung auch gerechtfertigt wurde.

    Auf einer gut besuchten öffentlichen Fraktionssitzung von Bündnis90/Die Grünen wurde die künftige Trinkwasserversorgung für Bendorf diskutiert. Der Bendorfer Wasserwerksleiter Klaus Kux (rechts) und Prokurist Udo Engel von den Neuwieder Stadtwerken (2. von rechts) beantworteten Fragen.
    Auf einer gut besuchten öffentlichen Fraktionssitzung von Bündnis90/Die Grünen wurde die künftige Trinkwasserversorgung für Bendorf diskutiert. Der Bendorfer Wasserwerksleiter Klaus Kux (rechts) und Prokurist Udo Engel von den Neuwieder Stadtwerken (2. von rechts) beantworteten Fragen.
    Foto: Winfried Scholz

    Von unserem Mitarbeiter Winfried Scholz

    Der Sachstand: Der Leiter des Wasserwerks Bendorf Klaus Kux erläuterte die aktuelle Situation. Die Versorgung erfolgt zurzeit über vier Brunnen im Großbachtal und einer Quelle im Wenigerbachtal (durchschnittliche Förderleistung: 342 000 Kubikmeter/Jahr) und durch drei Brunnen mit einer Leistung von 552 000 Kubikmeter/Jahr in der unteren Rheinau. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hatte im Januar 2001 schriftlich mitgeteilt, die bestehende wasserrechtliche Entnahmeerlaubnis für die Rheinau-Brunnen gelte so lange, bis sie durch eine neue ersetzt werde. Von den Wasserwerken beauftragt, hatte das Landesamt für Geologie und Bergbau 2010 einen neuen Abgrenzungsvorschlag für räumlich gestaffelte Wasserschutzzonen gemacht.

    Die Problematik: Auf der Grenze der innersten Zone III steht das Tanklager, durch die Zone II verlaufen die rechtsrheinische Bahnlinie und die B 42, und an deren Rand verläuft die Bahnanbindung für das Tanklager. Bei einer Besprechung mit allen Fachbehörden im November 2014 wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen diskutiert, die für eine neue Genehmigung erforderlich wären, etwa der Bau von zwei sogenannten Abwehrbrunnen und eine Entwässerung für die Bundesstraße 42. Aber auch wenn alle Abwehrmaßnahmen getroffen wären, teilte die SGD Nord schriftlich mit, läge das verbleibende Risiko über dem Niveau, das für Wasserschutzgebiete zugrunde gelegt würde. Danach wurden in Bendorf Alternativen untersucht.

    Die Variante "Zukauf": Als praktikabelste und preisgünstigste Lösung ergab sich der Zukauf von rund einer halben Million Kubikmeter bei den Stadtwerken Neuwied. Deren Prokurist Udo Engel erläuterte die Situation im Gewinnungsgebiet Engerser Feld. Genehmigungstechnisch seien noch genügend Förderreserven vorhanden. Auch die wasserchemischen Parameter würden gut zu denen von Bendorf passen. Die erforderliche Leitung könne in einem halben Jahr geplant und gebaut werden. Auf die Qualität angesprochen, erklärte Engel, die Nitratbelastung liege maximal bei der Hälfte des Grenzwerts der Trinkwasserschutzverordnung. Das Engerser Feld sei eines der am besten überwachten Wassergewinnungsgebiete.

    Die Kosten: Mit der Lösung Neuwied würde der Wasserpreis um 17 Cent auf dann 1,39 Euro/Kubikmeter steigen, die Grundgebühr um zwölf Euro jährlich. Ein Ratsmitglied schlug vor, nur eine Notleitung nach Neuwied zu legen und in der Rheinau alles beim Alten zu lassen, dann läge die Preiserhöhung bei nur zwei Cent. Dem entgegnete der Werksleiter, dass die Abwehrmaßnahmen in der Rheinau in jedem Fall errichtet werden müssten. Dadurch ergäbe sich die gleiche Wasserpreiserhöhung wie beim Zukauf.

    Die Alternativen: Als Alternativen diskutiert wurden die Brunnen auf dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände und im geplanten Sport- und Gewerbegebiet an der Engerser Landstraße. Hierzu müssten jedoch neue Schutzgebiete ausgewiesen werden. Dies sei, wie Stadtwerke-Prokurist Udo Engel erklärte, mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden und ein sehr langwieriges Verfahren.

    Das Fazit: Bürgermeister Michael Kessler erklärte: "Wir machen die Brunnen in der Rheinau nicht aus Jux und Dollerei platt, sondern wegen der genannten Sicherheitsprobleme." Oberstes Ziel für ihn sei eine sichere, weiter selbstständige Trinkwasserversorgung mit dem Erhalt der Arbeitsplätze beim Wasserwerk. Kessler deutete an, in den jetzigen Schutzgebieten, wo große Flächen im städtischen Eigentum seien, könnten sich dann Möglichkeiten für neue Nutzungen ergeben. Aber das sei nicht der Grund für deren Aufgabe, sondern eine Gelegenheit, die daraus erwachsen könnte.

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