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  • Tierliebe Täglich nehmen in der Region Vierbeiner Reißaus - Eher große als kleine Rassen betroffen - Was können Halter tun?

    Ausgebüxt: Was tun, wenn der Hund plötzlich weg ist?

    Koblenz/Region. Täglich laufen in der Region Hunde weg – ob von zu Hause oder beim Spaziergang. Im Koblenzer Tierheim klingelt deshalb jeden Tag das Telefon, erzählt Leiterin Kirstin Höfer. Was können Herrchen oder Frauchen tun?

    Diese Chow- Chow-Hündin lief weg und irrte auf der B 9 umher.  Foto: Tierheim Andernach
    Diese Chow- Chow-Hündin lief weg und irrte auf der B 9 umher.
    Foto: Tierheim Andernach

    An Wochenenden werden mehr ausgebüxte Hunde gemeldet als werktags. Denn dann gehen viele Besitzer im Wald Gassi. Und vor allem dort werden Hunde verloren. Der Grund: das Jagen. Wenn die tierische Schnüffelnase eine Fährte aufgenommen hat, sind Rufe oder Leckerli zwecklos. „Für einen Hund gibt es nichts Schöneres als zu jagen, weil dabei Glückshormone ausgeschüttet werden“, weiß Höfer. Der Hund rennt glücklich, wie im Rausch, einem Reh oder Hasen hinterher. Und plötzlich ist das Jagdobjekt verschwunden – und Herrchen nicht mehr zu sehen. Und dann?

    Erst vor Kurzem sorgte ein Fall aus Mülheim-Kärlich für Aufsehen: Die Polizei schoss auf der B 9 eine Chow-Chow-Hündin an, weil diese panisch herumirrte. Sie war vermutlich von ihrem neuen Zuhause weggelaufen – ihr Halter hatte sie in mehreren Tierheimen der Region als vermisst gemeldet; auch in Koblenz. Als das Tier auf der Bundesstraße unterwegs war, war das vermeintliche Herrchen nicht mehr erreichbar. Nach dem Schuss wurde der Hündin das Bein amputiert. Sie erholt sich nun im Andernacher Tierheim (die RZ berichtete).

    Meist verläuft das Weglaufen und Gefundenwerden nicht so dramatisch. „Aber für die Besitzer ist es oft belastend, wenn der Hund plötzlich weg ist“, sagt Kirstin Höfer. Dass bestimmte Rassen zum Ausbüxen neigen, stellt sie nicht fest. Aber es sind eher mittelgroße bis große Vierbeiner als kleinrassige („Schoßhunde“) – „vielleicht, weil sie weniger von der Leine gelassen werden“, überlegt die Tierfreundin. Warum Hunde Reißaus nehmen, ist einfach erklärt: „Entweder jagen sie, oder sie haben sich erschrocken und flüchten aus Angst“, sagt Höfer. Gerade nach Silvester gehen im Tierheim viele Vermisstenmeldungen ein, weil das Knallen die Hunde panisch gemacht hat. Wichtig ist, dass man dem Hund nicht hinterherrennt, denn dann rennt er immer weiter.

    Wer im Wald seinen Hund verliert, bleibt am besten erst einmal dort stehen, wo er ihn das letzte Mal gesehen hat, rät die Expertin. Vermutlich wird der tierische Kumpel, wenn er das Jagen satthat und zu Herrchen eine gute Bindung hat, innerhalb von zwei bis drei Stunden dorthin zurückkehren. „In jedem Fall sollten Sie auch die Tierheime in der Nähe verständigen“, sagt Höfer. Sie hat schon erlebt, dass Halter ihre Hunde stundenlang sorgenvoll suchten und diese längst von Spaziergängern ins nächste Tierheim gebracht wurden und dort auf Herrchen warteten.

    Auf jeden Fall sollte man den Hund suchen, wenn er samt Leine losgerannt und nicht in wenigen Stunden zurückgekehrt ist. „Er kann sich verletzt haben und irgendwo hängen geblieben sein.“ Wenn ein Hund längere Zeit nicht auftaucht, kann man Zettel aufhängen und die Vermisstenmeldung auch auf Facebook platzieren. „Wichtig ist der Hinweis, dass nur um Sichtmeldungen gebeten wird.“ Denn wenn es sich um einen Angsthund handelt und fremde Menschen versuchen, diesen einzufangen, kann der Schuss nach hinten losgehen. „Solche Hunde werden dann immer panischer“, weiß Höfer.

    Einen Angsthund einzufangen, ist schwierig. „Hunde, die in Panik sind, rennen und rennen.“ Die Chow-Chow-Hündin von der B 9 ist vermutlich so ein Tier, meint Höfer. Sie war wohl erst kurz beim Herrchen, stammte vermutlich aus dem Ausland. „Ein Hund, der die Umgebung nicht kennt und keine Bindung zum Herrchen hat, weiß nicht, wohin er gehen soll, wenn er Angst hat“, beschreibt Höfer. Er flüchtet. Zum einen können Hundefallen mit Futter aufgestellt werden. „Manchmal hilft es auch, einen umweltsicheren, souveränen Hund, etwa von Freunden, loszuschicken, um den Hund zu beruhigen.“ Denn Angsthunde schließen sich eher einem Hund als einem Menschen an. Es gibt auch Spürhunde, die verloren gegangene Vierbeiner suchen, sogenannte Pettrailer – ähnlich den Mantrailern, die vermisste Menschen suchen. Höfer nennt Frank Weißkirchen aus Breitscheid als Ansprechpartner.

    Von unserer Redakteurin Katrin Steinert

    Fundhund: So kann das Herrchen verständigt werden

    Das Wichtigste ist, dass ein Hund gechippt und registriert ist, damit er, wenn er gefunden wird, identifiziert, einem Besitzer zugeordnet und dieser verständigt werden kann.

    Doch da gibt es oft ein Problem: „Viele Tiere sind bereits gechippt, aber jeder dritte Hund ist nicht registriert“, sagt Kirstin Höfer, die das Koblenzer Tierheim leitet.

    Wenn die Daten eines Fundhundes im Tierheim ausgelesen werden, fehlen dann Besitzerangaben und Telefonnummer. „Ohne Registrierung ist der Chip sinnlos“, sagt sie. Die Registrierung ist kostenlos, wird aber in etlichen Fällen schlichtweg vergessen.

    Hilfreich ist auch, die Handynummer irgendwo am Hund zu platzieren: Höfer rät, diese ins Halsband zu gravieren oder einen Zettel am Halsband zu befestigen. Dann können Tierheim oder Spaziergänger den Besitzer direkt verständigen. 

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