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    KoblenzAlle Stadtteil-Baudenkmäler auf einen Blick

    Die Generaldirektion Kulturelles Erbe und Autorin Ulrike Weber stellen am Freitag den dritten Band der Denkmaltopographie für Koblenz vor - eine Zusammenstellung aller Baudenkmäler in den Stadtteilen.

    Die Festung Ehrenbreitstein
    Die Festung Ehrenbreitstein
    Foto: picture alliance / dpa
    Trotz der schweren Kriegszerstörungen hat Koblenz einen reichen Schatz an Baudenkmälern, wobei der Schwerpunkt auf den Stadtteilen liegt. Die gängige historische und kunsthistorische Literatur wird dieser Tatsache allerdings kaum gerecht. Alt- und Innenstadt hatten bislang Priorität. Der dritte Koblenz-Band in der Reihe „Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland" füllt nun eine seit Jahren klaffende Lücke. Das Werk wird am Freitag, 29. November, auf Fort Konstantin vorgestellt [in der gedruckten RZ stand fälschlicherweise, dass die Präsentation am Donnerstag sei].

    „Kulturdenkmäler in Rheinland Pfalz, Band 3.3. Stadt Koblenz. Stadtteile" ist der etwas sperrige Titel der rund 490-seitigen Dokumentation, der wenig über die inneren Werte des von der Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Weber bearbeiteten Werks aussagt. Es ist das erste Mal in der Nachkriegszeit, dass der reiche Bestand an Baudenkmälern in den Stadtteilen derart umfassend und zugleich komprimiert vorgestellt wird.

    Markenzeichen des Bandes ist die reiche und hochwertige Ausstattung, wobei die Generaldirektion Kulturelles Erbe, die für das große Projekt verantwortlich zeichnet, zwei alte Grundsätze aufgab: die fast ausschließliche Bebilderung in Schwarz-Weiß und die Beauftragung eines einzigen Fotografen. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits fehlt der einheitliche Duktus von Michael Jeiter aus den früheren Koblenz-Bänden, andererseits dürfte die fast durchweg farbige Bebilderung neue Leserkreise erschließen. Wie dem auch sei: Die Güte der Fotos – einen wichtigen Teil steuerte die Autorin selbst bei – ist fast durchweg gut.

    Nicht alle Gebäude sind geschützt

    Warum aber eine Denkmaltopographie? Die Antwort ist einfach. Es geht um einen umfassenden und schnellen Überblick über den Bestand an Baudenkmälern. Die möglichst lückenlose Erfassung ist zum Beispiel ein Hilfsmittel bei der Unterschutzstellung. Denn anders als weitläufig angenommen, stehen eben nicht alle Gebäude, die durch die Denkmaltopographie erfasst sind, unter Denkmalschutz. Die Bände sind einerseits eine Empfehlung und andererseits ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem geht es darum, Hauseigentümer und ein breites Publikum für die Zeugnisse der Vergangenheit zu sensibilisieren.

    Der erste Band der Reihe erschien übrigens 1981 und behandelte den Landkreis Lüneburg, Rheinland-Pfalz veröffentlichte vier Jahre später das Werk über Speyer. Das Buch über die Südliche Vorstadt, das den Auftakt der Koblenz-Trilogie in der Topographiereihe bildete, folgte 1986. Der Tatsache, dass dieser Band bereits 27 Jahre alt und zum Teil nicht mehr aktuell ist, wurde die Entscheidung gerecht, eine überarbeitete Fassung in das Werk von 2013 zu integrieren. Denn manches ist in der Zwischenzeit verschwunden, wie das Beispiel eines unter skandalösen Bedingungen abgebrochenen Wohnhauses in der Südallee 42 zeigt. Umgekehrt kamen Details dazu, sodass das ursprüngliche Skript von Prof. Dr. Herbert Dellwing (gestorben 2010) und Udo Liessem überarbeitet werden musste.

    Schnellerfassung als Grundlage

    Grundlage von Denkmaltopographien sind Schnellerfassungen von Städten und Landkreisen. Im Rahmen von Archivstudien, Ortsterminen und Befragungen wird dann der Inhalt ausgebaut. Das Verfahren hat einen Vorteil: In den Kommunen, für die es noch keinen Band gibt, können sich die Behörden immer noch auf die Denkmälerlisten berufen, die den wertvollen Baubestand in Rheinland-Pfalz komplett erfassen.

    Allerdings zeigt der Blick in die Details, dass es Unterschiede bei der Bewertung der Baudenkmäler gibt. So spiegelt die vergleichsweise dünne Denkmaltopographie für die Innenstadt von 2004 eine strenge Beschränkung wider. So blieben viele sanierte Häuser in der Kernstadt unberücksichtigt, weil sie eigentlich Neubauten sind. In den Stadtteilen, die im Krieg weniger zerstört wurden, konnte Ulrike Weber aus dem Vollen schöpfen. Bei ihrer Bestandsaufnahme ging es allerdings nicht nur um eine kunsthistorische Bewertung. Funktionale und infrastrukturelle Aspekte flossen ebenfalls in die Untersuchung ein. Es kommt nicht von ungefähr, dass zum Beispiel die Gülser Brücke aufgenommen wurde. Natürlich fehlen auch die Festungsanlagen und andere militärische Bauten nicht.

    Der große Vorzug des Bandes ist, dass er den Blick nicht auf die Koblenzer Altstadt und Ehrenbreitstein lenkt. Es schärft das Bewusstsein für den wertvollen Baubestand in Lay, Moselweiß, Neuendorf und den anderen Stadtteilen, der weit über die Kirchen hinausgeht.

    Reinhard Kallenbach

    Koblenz
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