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  • Vor Koblenzer Gericht: Kumpel mit falscher Aussage ins Gefängnis gebracht

    Koblenz. Wer vor Gericht aussagt, sollte die Wahrheit sagen. Dass es anderenfalls schlecht ausgehen kann, musste ein Mann (26) aus dem Rhein-Lahn-Kreis jetzt in Koblenz erfahren.

    Das Koblenzer Gerichtsgebäude
    Das Koblenzer Gerichtsgebäude
    Foto: picture alliance / dpa

    Von unserem Mitarbeiter
    Winfried Scholz

    Weil er in einem Prozess vor dem Koblenzer Landgericht zwei Kumpels fälschlicherweise einer Straftat bezichtigt hatte und einer der beiden deswegen sogar in U-Haft kam, verurteilte ihn das Amtsgericht Koblenz nun wegen falscher Verdächtigung und Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten ohne Bewährung. Richter Dennis Graf vermied bewusst die manchmal komplizierte Juristensprache, als er sich direkt an den geständigen und eher schüchtern wirkenden Angeklagten wandte: „Da haben Sie Scheiß erzählt, weil sie glaubten, damit kämen sie besser weg.“ Hilfe zur Aufklärung sei immer gut, jedoch müsse sie der Wahrheit entsprechen.

    Vom Landgericht war der Angeklagte im Dezember 2013 wegen schweren Raubs und Körperverletzung bei verminderter Schuldfähigkeit zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden, die er zurzeit in der JVA Diez verbüßt.

    Zunächst ging es um 50 Euro. In September 2013 sprachen der Angeklagte und seine beiden Kumpels vor dem Rewe-Markt in Montabaur reichlich dem Alkohol zu. Laut der Akte aus dem Landgerichtsprozess, aus der Richter Graf zitierte, hatte der Angeklagte vier bis fünf Flaschen Bier und eine halbe Flasche Whisky getrunken, als gegen Abend das Geld alle war. Er ging auf einen jungen Mann zu, der aus dem Markt kam, sprühte ihm Reizgas ins Gesicht, riss ihn zu Boden, trat auf ihn ein und raubte ihm die Geldbörse mit 50 Euro. Das Opfer erlitt Hautabschürfungen und ein geschwollenes Auge. Der Angeklagte, der Ende September 2013 verhaftet worden war, hatte zunächst vor dem Landgericht behauptet, seine beiden Kumpels hätten mit auf das Opfer eingeschlagen und getreten und die Geldbörse geraubt. Daraufhin hatte das Amtsgericht Haftbefehl gegen die beiden erlassen, einer saß im Januar fünf Tage in U-Haft. Später verwickelte sich der Angeklagte in Widersprüche und gestand seine falsche Einlassung.

    Oberstaatsanwalt Sven Owe von Soosten forderte ein Jahr und zehn Monate Haft. Der Angeklagte habe, um sich zu entlasten, unnötigerweise Polizei und Staatsanwaltschaft in Aktion gesetzt. Verteidigerin Sandra Jung plädierte für weniger als ein Jahr. Ihr Mandant habe sich von der Äußerung im Landgericht „Sie kommen besser weg, wenn Sie Ross und Reiter nennen“ zu stark beeindrucken lassen. Das Landgericht wird nun eine Gesamtstrafe bilden, die voraussichtlich geringer als die Summe der beiden Einzelstrafen aus den beiden Prozessen ausfällt.

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