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  • Verwaltung soll komplett nach Kobern ziehen

    VG Rhein-Mosel. Die Verbandsgemeinde (VG) Rhein-Mosel wird von zwei Standorten aus verwaltet, denn nach der Fusion im Jahr 2014 hat man die Dienstgebäude der Alt-VGs Rhens und Untermosel erst mal beibehalten. Doch das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Denn der VG-Rat hat nun entschieden, das Dienstgebäude in Kobern-Gondorf zu sanieren und zu erweitern und dort auch die Verwaltung zusammenzuführen. In Rhens soll ein Bürgerbüro und die Tourist-Information aufrechterhalten werden.

    Das Verwaltungsgebäude in Kobern-Gondorf wird erweitert und saniert. Das entschied der Rat der Verbandsgemeinde in seiner jüngsten Sitzung.
    Das Verwaltungsgebäude in Kobern-Gondorf wird erweitert und saniert. Das entschied der Rat der Verbandsgemeinde in seiner jüngsten Sitzung.
    Foto: Christoph Bröder

    Von unserem Redakteur Volker Schmidt

    Der Rat folgt damit einer Empfehlung der Kommunalbau Rheinland-Pfalz, die im vergangenen Jahr ein Gutachten erstellt hatte. Eine Entscheidung, die nicht jedem gefällt. "Die Bevölkerung in Rhens braucht die Nähe zur Verwaltung", erklärte VG-Ratsmitglied Christine Goebel gegenüber der RZ. Neben ihr stimmten drei weitere Ratsmitglieder aus der Alt-VG Rhens gegen die Variante mit nur einem Verwaltungsstandort.

    Im Vorfeld der Entscheidung hatte die Verbandsgemeinde die Kommunalbau damit beauftragt, drei Varianten zu überprüfen:

    • Variante A: Die Sanierung beider Verwaltungsgebäude mit einer Erweiterung des Gebäudes in Kobern-Gondorf sowie die Erhaltung von Verwaltungseinheiten, Bürgerbüro und Tourist-Information in Rhens.
    • Variante B: Die Sanierung und Erweiterung des Verwaltungsgebäudes in Kobern-Gondorf sowie die Erhaltung von Bürgerbüro und Tourist-Information in Rhens.
    • Variante C: Der Neubau eines Verwaltungsgebäudes an einem noch zu bestimmenden Standort sowie die Erhaltung von Bürgerbüro und Tourist-Information in Rhens und/oder Kobern-Gondorf.

    Die Kommunalbau erachtet Variante B nach einer Wirtschaftlichkeits- und Nutzwertanalyse "als die beste Variante" und empfiehlt daher, "diese planerisch weiter zu vertiefen". Von den Kosten her unterscheiden sich die ersten beiden Varianten nur minimal: Im Gutachten wird Variante A mit 6,03 Millionen Euro veranschlagt, Variante B mit 6,00 Millionen Euro. Variante C liegt mit Gesamtkosten von 7,95 Millionen Euro deutlich darüber. Die Kommunalbau hält die Varianten A und B für deutlich vorteilhafter als den Neubau. Das unter anderem auch, weil die vorhandene Bausubstanz der Gebäude in Rhens und Kobern-Gondorf als respektabel gilt. Auch die niedrigere Projektdauer spricht für die ersten beiden Varianten. "Allein das Finden eines neuen Standorts würde eine enorme Dauer beanspruchen", sagte FWG-Sprecher Hans-Joachim Schu-Knapp bei der jüngsten Ratssitzung. Die Kommunalbau setzte zehn Jahre für die Umsetzung des Projekts (Variante C) an.

    Im Gespräch mit der RZ verdeutlichte VG-Bürgermeister Bruno Seibeld noch einmal die Gründe, die für ihn für Variante B sprechen: Aus verwaltungstechnischen Gründen sei die Aufrechterhaltung von zwei Standorten Unsinn. "Das ist für mich Verwaltungstourismus, der da gefördert wird", sagte er in Anspielung auf die vielen Fahrten, die die Mitarbeiter zwischen den einzelnen Standorten absolvieren müssen. CDU-Sprecher Christoph Stoffel hatte in diesem Zusammenhang auch auf die Kosten für notwendige Botenfahrten zwischen beiden Standorten hingewiesen. Diese sind im Gutachten noch nicht bedacht. Die Verwaltung beziffert sie aber auf rund 200 000 Euro in 20 Jahren.

    Stoffel wies trotz seines Votums für Variante B aber auch darauf hin, dass man den emotionalen Faktor nicht vernachlässigen dürfe: "Das Rathaus ist ein zentrales Gebäude in Rhens", sagte er und riet davon ab, sich frühzeitig auf einen Verkauf des Gebäudes in Rhens festzulegen, um sich alle Optionen offenzuhalten. Und Christine Göbel, die schon im Wahlkampf für den Erhalt beider Standorte eintrat, unterstrich, dass die Entscheidung für Variante B bei den Bürgern der Alt-VG Rhens "nicht förderlich für die Akzeptanz der neuen VG" sei. Auch wenn sie die Entscheidung im Rat für demokratisch und das Gutachten der Kommunalbau für schlüssig hält, kritisiert sie vor allem, dass man sich vonseiten der Verwaltung schon vor der Entscheidung im Rat festgelegt habe. "Das zeigt der Entwurf des Haushalts, bei dem fest mit Variante B gerechnet wird."

    Dass Handlungsbedarf besteht, bezweifelte indes kein Ratsmitglied. "Die Investition wäre für beide Gebäude dringend notwendig", sagt Bruno Seibeld, der den Standort Kobern-Gondorf, der 1976 bezogen wurde, als "energetische Katastrophe" bezeichnete. Die Kommunalberatung wurde vom VG-Rat nun damit beauftragt, die Architektenleistungen auszuschreiben. Mit einem Baubeginn vor 2018 rechnet Seibeld nicht, dafür aber mit einer Förderung durch das Land. Zu Beginn würde erst der Erweiterungsbau auf dem bereits gekauften Grundstück in Kobern-Gondorf gebaut, in den nach Fertigstellung die Mitarbeiter aus Rhens ziehen könnten. "Vor 2020 werden wir Rhens nicht aufgeben können", prognostizierte Seibeld.

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