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  • Vallendarer Fußgängerbrücke: Wegfall ärgert Niederwerther

    Vallendar/Niederwerth. Der vonseiten des Vallendarer Stadtrates beschlossene Abriss der Fußgängebrücke über die B 42 sowie die Änderung der Verkehrsführung in dem Bereich hat für einigen Unmut im benachbarten Niederwerth gesorgt. Immerhin sind die Bewohner der Rheininsel unmittelbar von den bevorstehenden Eingriffen in die Infrastruktur betroffen.

    Der geplante Wegfall der Fußgängerbrücke über die B 42 in Vallendar ist vielen Niederwerthern ein Dorn im Auge.
    Der geplante Wegfall der Fußgängerbrücke über die B 42 in Vallendar ist vielen Niederwerthern ein Dorn im Auge.
    Foto: Damian Morcinek

    Von unserem Redakteur Damian Morcinek

    Das machten nun noch einmal die Fraktionen in der jüngsten Sitzungen des Ortsgemeinderates Niederwerth deutlich und sprachen sich für die Formulierung einer einvernehmlichen Stellungnahme der Gemeinde aus.

    Die SPD-Fraktionsvorsitzende Klaudia Follmann-Muth bemängelte ebenso wie ihre Ratskollegen von CDU und FWG, dass Niederwerth vor einer Abstimmung zur Verkehrsführung in Vallendar nicht gehört wurde. Auch wenn die SPD der geänderten Verkehrsführung durchaus etwas Positives abgewinnen kann - beispielsweise den Wegfall der Konfliktsituation an der Parkplatzausfahrt zum nördlichen Viadukt und dem Vorfahrtsrecht der Insulaner -, so hagelte es dennoch Kritik am Abriss der Fußgängerbrücke: "Unseres Erachtens soll die Brücke nur aus optischen Gründen abgerissen werden. Wenn diese Annahme stimmt, sollte die Brücke bis zur neuen Anbindung Niederwerths an die B 42 stehen bleiben. Es müsste bis dahin nichts geändert werden und es könnten Kosten von bis zu 600 000 Euro eingespart werden", betonte Klaudia Follmann-Muth.

    Das sieht die CDU-Fraktion ganz genau so. "Warum muss zum jetzigen Zeitpunkt, das heißt in einer Zwischenphase bis zum Bau der neuen hochwasserfreien Anbindung der Insel, die Verkehrsführung überhaupt eine solch massive Änderung erfahren", fragte CDU-Fraktionschef Karl-Josef Mettler. Des Weiteren bemängelt er, dass Verkehrsteilnehmer künftig den Parkplatz am Willy-Brand-Ufer passieren müssen, um die Rheininsel zu verlassen. Dies sei alles andere als ideal und könnte zu Rückstau führen, wenn Autofahrer über die künftige Zufahrt nach Niederwerth am nördlichen Viadukt auf den Parkplatz fahren wollen. Deshalb fordert die CDU an dieser Stelle die Vorfahrt für die von Niederwerth kommenden Fahrzeuge, eine Änderung der derzeitigen Parkraumbelegung und gegebenenfalls eine neue Zuwegung zu den Parkplätzen. Einige zu diskutierenden Lösungsansätze legte Mettler ebenfalls vor.

    Zudem sieht die CDU in der geplanten Inselzufahrt aus Richtung Koblenz über die nördliche Bahnunterführung eine Verschlechterung für die Werther. "Denn nun müssen wir uns auf der linken Spur - wie alle, die auch durch den Kreisel Richtung Bendorf fahren - einreihen, stehen also bei hohem Verkehrsaufkommen in der Schlange bis wir die Wendeschleife erreichen. Es wäre vielleicht besser gewesen, die B 42 einspurig durch Vallendar weiterzuführen und die linke Spur für das Linksabbiegen zu verwenden."

    Auch die FWG-Fraktion sieht keine unmittelbare Notwendigkeit für einen sofortigen Abbruch der Fußgängerbrücke und die umfangreiche Neuplanung der Verkehrsströme. Dass der Abrissgrund auf einer, wie von der Stadt Vallendar kommuniziert, Überschneidung im Bereich der Fundamente von Brücke und Winkelstützwand der Kongresshalle basiert, sei nicht nachzuvollziehen. Diesem Umstand könnte durch eine einfache partielle Änderung der Stützwandkonstruktion begegnet werden. "Damit wäre dann den statischen Erfordernissen Genüge getan", sagte der fachkundige FWG-Fraktionsvorsitzende Horst Klöckner.

    Ferner glaubt die FWG, dass sich der Sicherheitsaspekt für Fußgänger, aber auch die Fahrzeiten für Verkehrsteilnehmer mit dem geplanten Überweg mit Ampelregelung verschlechtern werden. Klöckner bat darüber hinaus, noch einige "Notwendigkeiten" zu berücksichtigen. Unter anderem, dass die Durchführung von Flohmärkten oder der Kirmes am Willy-Brandt-Ufer ebenso wie die Andienung der Schiffsanleger künftig nicht mehr möglich sein darf, um einem Verkehrskollaps vorzubeugen.

    Doch nicht nur im Rat, sondern auch aus der Niederwerther Bevölkerung regt sich Kritik an den Plänen der Stadt Vallendar. Unter anderem ist sich Niederwerths Altbürgermeister Alfons Klöckner sicher, dass sich die ohnehin schon katastrophale Verkehrssituation in Vallendar durch eine Querung der B 42 noch wesentlich verschärfen wird. Zudem stellt er sich die Frage, ob der Fußgängerüberweg einer Fehlplanung zum Opfer fällt. "Bei jedem Bauplanverfahren, wie bei der Neuplanung der Kongresshalle oder des Hotelhochbaus, genießen angrenzende Bauprojekte wie der Fußgängerüberweg Bestandschutz", gibt Alfons Klöckner zu bedenken. Und moniert, dass die Brücke 2010 erst aufwendig mit Landesmitteln saniert wurde.

    Auf Nachfrage unserer Zeitung beim zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) Cochem-Koblenz flossen damals rund 147 000 Euro in die Instandsetzung. Ferner teilt der LBM mit, dass die Brücke in den nächsten 10 bis 15 Jahren aber ohnehin abgerissen werden muss, wenn die aus Gründen des Hochwasserschutzes geplante Höherlegung der B 42 in Vallendar erfolgt. Bis dahin, so der LBM weiter, wäre aufgrund der übrigen Schäden und Mängel am Bauwerk entweder eine aufwendige Instandsetzung oder ein erhöhter Unterhaltungsaufwand erforderlich.

    Für Alfons Klöckner aber handelt es sich beim Brückenabriss um eine unnötige Verschwendung von Steuergeldern. "Zum Schutze des Steuerzahlers sollte der Landesrechnungshof sich dieser Verschwendung annehmen und die Ausgaben-, Planungs- und Zuschusspolitik der Stadt Vallendar und des Landes überprüfen", fordert der Altbürgermeister.

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