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  • Korruption bei der HwK Koblenz: Mann legt Geständnis ab

    Koblenz. Geständnis im Bestechungsskandal bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz: Der Ex-HwK-Mitarbeiter (56) und mutmaßliche Haupttäter hat im Prozess am Landgericht Koblenz zugegeben, dass er sich auf Kosten der HwK jahrelang beschenken ließ. Mal eine Waschmaschine, ein MP3-Spieler oder ein Monitor. Mal ein Telefon, eine LED-Lampe oder Hunderte Euro Bargeld. Die Geschenke für den Ex-HwK-Mitarbeiter sollen einen Wert von gut 30 000 Euro gehabt haben, der Schaden für die Kammer betrug mutmaßlich sogar 48 000 Euro.

    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Der Mann legte am zweiten Prozesstag ein volles Geständnis ab - erklärte dann aber auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Thorsten Bonin über mehrere Stunden, dass einige Vorwürfe der Anklageschrift doch nicht zutreffen. Als er aussagte, entstand der Eindruck, dass seine Vorgesetzten bei der HwK in den Jahren 2005 bis 2010 nur unzureichend kontrollierten, welche technischen Geräte bestellt, wie sie abgerechnet und wo gelagert wurden.

    Der mutmaßliche Haupttäter arbeitete 19 Jahre lang bei der HwK. Zuletzt war er Ausbilder beim HwK-Kompetenzzentrum im Koblenzer Industriegebiet, wo jährlich Tausende Handwerker eine Aus- oder Weiterbildung erhalten.

    Er gestand, dass er ein komplexes Bestechungssystem ins Leben rief, und bezeichnete seine Stelle bei der HwK als Traumjob, für die er regelmäßig seine Freizeit opferte. Doch eine Erklärung, warum er kriminell wurde, nannte er nicht. Er sagte nur: "Ich würde mich jetzt entschuldigen, wenn ein Vertreter der HwK hier wäre."

    Die Anklage wirft dem Mann unter anderem Bestechlichkeit (28 Fälle), Untreue (31 Fälle) und Vorteilsnahme (13 Fälle) vor. Das Gericht schloss mit ihm eine Verständigung: Wenn er ein Geständnis ablegt, erhält er höchstens eine zweijährige Bewährungsstrafe und muss maximal 10 000 Euro Auflage bezahlen. Neben ihm sitzen drei Firmenchefs aus Iserlohn und Koblenz auf der Anklagebank. Tatvorwurf: Bestechung, Beihilfe zu Untreue und Betrug.

    So funktionierte das Bestechungssystem: Wenn der HwK-Mitarbeiter privat eine Waschmaschine haben wollte, bestellte er sie bei einem der drei Firmenchefs. Die führten die Bestellung aus und schrieben der HwK eine Rechnung - etwa über Reparaturarbeiten, die sie aber nie erbracht hatten.

    Der Mann schilderte auch, dass er für die HwK oft Geräte und Zubehör bei den Firmenchefs bestellte, obwohl er kein Budget hatte. Darum veranlasste er diese, die Kosten für seine Bestellungen den Beträgen anderer Rechnungen an die HwK zu addieren, ohne dies kenntlich zu machen. Wir werden weiter über den Prozess berichten.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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