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  • Amazon in Koblenz: Tausende Mitarbeiter gesucht

    Koblenz/Region – So viele Mitarbeiter hat die Agentur für Arbeit Koblenz noch nie auf einen Schlag gesucht: 1000 Festangestellte sollen ab September in dem neuen Amazon-Logistikzentrum arbeiten, das zurzeit im Industriepark an der A 61 gebaut wird. Hinzu kommen 2000 Mitarbeiter für das Saisongeschäft, vor allem zu Weihnachten.

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    Noch ist das Amazon-Logistikzentrum am Koblenzer Kreuz eine Baustelle, aber schon ab September will der Versandriese von hier aus seine Waren verschicken. Die Mitarbeitersuche für die Firmenansiedlung läuft derweil auf Hochtouren: 1000 feste und bis zu 2000 saisonale Arbeitskräfte sucht die Agentur für Arbeit für Amazon.
    Noch ist das Amazon-Logistikzentrum am Koblenzer Kreuz eine Baustelle, aber schon ab September will der Versandriese von hier aus seine Waren verschicken. Die Mitarbeitersuche für die Firmenansiedlung läuft derweil auf Hochtouren: 1000 feste und bis zu 2000 saisonale Arbeitskräfte sucht die Agentur für Arbeit für Amazon.
    Foto: Sascha Ditscher

    nfoveranstaltungen und Auswahlrunden stehen bei der Arbeitsagentur schon seit Wochen auf der Tagesordnung.

    "So eine Größenordnung ist einmalig", sagt Natalie Grings, Pressesprecherin der Arbeitsagentur. Und: "Amazon bringt kaum eigene Mitarbeiter mit." Selbst die Ansiedlung von Ikea in Koblenz sei damit nicht vergleichbar gewesen, damals waren rund 350 Stellen zu besetzen.

    Stefan Koch aus Koblenz und Ralf Dernbach aus Kaltenengers gehören zu denjenigen, die ihre Arbeit bei Amazon bereits aufgenommen haben, bevor der 110 000-Quadratmeter-Bau überhaupt steht. Seit gut fünf Wochen werden sie im Amazon-Logistikzentrum in Leipzig angelernt. Als Teamleiter werden sie ab September in Koblenz 20 bis 30 Mitarbeitern in der Wareneinlagerung vorstehen.

    Die beiden Männer gehören zum Kernteam, das später die Koblenzer Mitarbeiter anlernen wird. Für sie ist ihr neuer Job eine Chance. "Ich habe im Dezember das Gerücht gehört, dass Amazon nach Koblenz kommt, und habe einen Tag später meine Bewerbung geschickt", erzählt Dernbach. Da waren noch nicht einmal die Stellen ausgeschrieben. Im März kam dann die Einladung.

    Dernbach und Koch gehörten zu den ersten, die das Prozedere schon durchlaufen haben, mit dem das sechsköpfige Projektteam Amazon bei der Arbeitsagentur Mitarbeiter für den Online-Versandhändler sucht. 5300 Bewerbungen sind bei ihnen bisher eingegangen, sagt Dominik Mono, Arbeitsvermittler im Projektteam, und er hofft auf weitere. Für das Kernteam werden Teamleiter und Spezialisten gesucht, später dann die Versandmitarbeiter und Saisonkräfte. Bei Informationsveranstaltungen stellt Amazon sich, die Arbeitsbereiche und die Konditionen vor. Bei einem ersten Auswahltest wird gesiebt: Wer ist für eine Führungsposition geeignet, wer später als Versandmitarbeiter, wer gar nicht? "Bewerber, die gar nicht passen, machen vielleicht 20 Prozent aus", sagt Dominik Mono.

    Potenzielle Teamleiter werden im Anschluss bei einem drei- bis vierstündigen Assessment-Center auf ihre Qualifikation geprüft. "Die Fachlichkeit ist nicht entscheidend, wichtiger sind Motivation und Wissbegierigkeit", sagt Ulrike Stöcker, Pressesprecherin von Amazon. Viele neue Mitarbeiter sind Quereinsteiger. Auch ältere Bewerber, solche ohne Abschluss, mit Handicap und Langzeitarbeitslose haben eine Chance.

    Zurzeit gehören rund 30 Mitarbeiter zu der Gruppe, die nach Leipzig pendelt. Für Stefan Koch, Ralf Dernbach und die anderen beginnt die Arbeitswoche am Montag um 6.15 Uhr. Dann fährt der Bus am Koblenzer Hauptbahnhof ab, der sie nach Sachsen bringt. Hier nehmen sie die Woche über an Schulungen teil, lernen die einzelnen Abteilungen kennen und arbeiten auch selbst mit. Sie wohnen in einem Hotel, das eigens für die Koblenzer Amazon-Leute komplett gebucht wurde. Am Freitagmorgen geht es dann wieder zurück an den Rhein. "Heimweh habe ich schon, das fällt mir nicht leicht", sagt Stefan Koch, der zwei Kinder hat. "Aber es geht" - schließlich weiß er, dass er nur ein paar Monate unter der Woche von seiner Familie getrennt ist.

    Das Kernteam soll in mehreren Einstellungswellen auf 200 bis 300 Mitarbeiter anwachsen, am 9. Juli sollen die nächsten anfangen. Im Kernteam sind neben Teamleitern sogenannte Problemlöser vertreten, Versandmitarbeiter mit speziellen Funktionen, die eingreifen, wenn es im Alltag hakt. Die einzige wirkliche Anforderung an die Führungskräfte: Sie sollten möglichst Führungserfahrung haben. Wenn das Kernteam steht, geht die Arbeit in der Arbeitsagentur erst richtig los. "Wir gehen dann nahtlos in die Suche nach den Versandmitarbeitern über, und dann kommt auch schon das Weihnachtsgeschäft", sagt Mono.

    Um genügend Mitarbeiter zu finden, arbeitet die Koblenzer Arbeitsagentur eng mit den umliegenden Agenturen in der Region zusammen. "Das ist ein Gewinn für das ganze nördliche Rheinland-Pfalz", betont Natalie Grings. Sie geht fest davon aus, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern wird. Spätestens im September werde sich das auch in der Arbeitslosenquote bemerkbar machen.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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