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  • Ab Montag rollen wieder Lkw über die Europabrücke - zu Testzwecken

    Koblenz. Hoffnung für die Europabrücke: Die Stadt hat Erkenntnisse darüber, dass das Bauwerk über der Mosel doch nicht so marode ist, wie befürchtet - und dass die Flussbrücke eventuell erhalten werden kann. Nun müssen weitere Erfahrungen und Messwerte gesammelt werden. Deshalb darf ab Montag, 3. Dezember, der Schwerlastverkehr wieder drüberrollen.

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    Die Schilder, die auf der B9 allen Lkw über 3,5 Tonnen die Durchfahrt zur Europabrücke verwehren, können zum Montag abmontiert werden.
    Die Schilder, die auf der B9 allen Lkw über 3,5 Tonnen die Durchfahrt zur Europabrücke verwehren, können zum Montag abmontiert werden.
    Foto: Annette Hoppen

    Am Freitag hat die Stadt über die Neuerungen informiert. In einer Pressemitteilung zeichnet die Verwaltung den Weg zu der frischen Entscheidung nach. Die Europabrücke musste demnach im Frühjahr 2010 aufgrund massiver Schäden an der Tragkonstruktion in Fahrtrichtung Stadtmitte für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen gesperrt werden. "Als Sofortmaßmaßnahme wurde seitens des Tiefbauamtes daraufhin die Instandsetzung des Bauwerks im Fahrbahnbereich veranlasst, um zumindest den Pkw-Verkehr weiterhin sicher zu gewährleisten", schreibt die Stadt.

    In aufwendigen Berechnungsverfahren wurde seither versucht, Möglichkeiten für den dauerhaften Erhalt der Flussbrücke zu finden, die gleichzeitig auch wieder die Nutzung mit Schwerfahrzeugen zulassen. Grundlage für eine Bauwerksbemessung sind immer die jeweils gültigen technischen Regelwerke. Diese gehen als allgemeingültige Bemessungsvorschriften von theoretischen Verkehrslasten aus, durch die generell die tatsächlichen Lasten unter Berücksichtigung entsprechender Sicherheiten erfasst werden. Diese Bemessungsansätze waren jedoch bei der Europabrücke nicht zielführend, heißt es in der Mitteilung der Stadt. "Daher wollen wir nun die Belastbarkeit der Brücke unter realen Bedingungen testen, wobei für die Nutzer der Brücke keine Gefahr besteht", sagt demnach Baudezernent Martin Prümm.

    Die Stadt Koblenz beschreitet daher in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität als der oberen Straßenbaubehörde das Landes Rheinland-Pfalz und in Zusammenarbeit mit einem renommierten Ingenieurbüro neue Wege: Dabei werden abweichend von den Bemessungsvorschriften nicht die theoretischen, sondern die tatsächlichen Belastungen aus dem Verkehr berücksichtigt.

    Der entscheidende Satz: "Nach den ersten rechnerischen Betrachtungen deutet sich an, dass das Tragwerk unter Ansatz realistischer Belastungen möglicherweise entgegen den bisherigen Erkenntnissen doch zu erhalten ist." Um diese Berechnungen zu untermauern, sollen im Rahmen eines sogenannten Monitorings die bei Belastung auftretenden Verformungen gemessen werden, um darüber Aufschluss über das tatsächliche Tragverhalten der Brücke zu erhalten, erklärt Walter Gombert, Leiter des städtischen Tiefbauamtes.

    Deshalb wird ab Montag, 3. Dezember 2012, der Verkehr auf der Europabrücke für einen begrenzten Zeitraum von drei Monaten wieder für den Schwerverkehr freigegeben. In diesem Zeitraum wird die Brücke durch fest installierte Messeinrichtungen permanent überwacht und die anfallenden Messergebnisse werden unmittelbar ausgewertet.

    Nach dem Abschluss dieser Messphase sollen dann ausreichende Datenmengen zur Verfügung stehen, um zu ermitteln, ob eine Verstärkungsmaßnahme möglich ist und ob diese technisch und wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen ist. Ziel einer solchen Verstärkung muss es sein, einen dauerhaften Betrieb der Brücke für alle Fahrzeugarten für eine Restnutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren zu gewährleisten macht Peter Schwarz, Leiter der Bauabteilung des Tiefbauamtes deutlich.

    Eine mögliche Verstärkung soll zeitlich zusammen mit der im Jahr 2014 beginnenden Erneuerung der Vorlandbrücke Lützel durchgeführt werden, sodass nach deren Fertigstellung die Europabrücke wieder ohne Einschränkungen nutzbar sein könnte.

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