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  • Kirner Kläranlage wird saniert: Mit Edelstahl dem Rostfraß vorbeugen

    Kirn. Nach 34 Jahren in ätzender Brühe kann schon mal etwas rosten. So gesehen und geschehen in der Kirner Kläranlage. Die Gestänge, die in den beiden Nachklärbecken von der sich drehenden Brücke aus die Gummischaber auf dem Boden halten, gleichen teilweise "Maschinengewehrläufen". Nur dass die "Luftlöcher" natürlich nicht gewollt sind.

    Von unserem Redakteur Armin Seibert

    Die verzinkten Stahlgestänge hielten dem Zahn der Zeit nicht mehr stand. Das auch deshalb weil sich zwischendurch die Wasserzusammensetzung im Klärbecken änderte. Für die Eliminierung von Phosphaten (Waschmittel) wird das aggressive EisenIII-Chlorid verwendet, das wiederum das Eisengestänge und auch die Aluprofile angreift. Da hilft nur Ersatz aus Edelstahl. Auch die aus Alu gefertigten Leiter müssen demnach ersetzt werden.

    Die aktuelle Niedrigwasserlage machte es möglich, dass für die Zeit der Reparatur die Nachklärung nur über eines der 2300 Kubikmeter fassende Becken erfolgte. Übergangsweise reichte ein Becken. "Die Klärwerte waren einwandfrei", sagt Ulrich. Das zweite wurde also trockengelegt, und das Kläranlagen-Team um Dietmar Ulrich machte sich daran, die seit 1982 gut funktionierende Mechanik auszubauen.

    Über Kaiserstuhl zur Schnecke

    Der Beckenboden hat ein leichtes Gefälle in Richtung Mitte zum Trichter, zum sogenannten Kaiserstuhl. Dorthin wird mit den am Boden liegenden Gummilippen der Schlamm, der sich bei der Nachklärung absetzt, in einen Pumpensumpf geführt. Von dort aus wird er erneut über die Förderschnecken in das Vorklärbecken gepumpt und dem Klärkreislauf zugeführt.

    Das Problem bei der Sanierung erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Stumm: "Es gab einfach keine Ersatzteile mehr. So wäre als Alternative zur jetzt erfolgten Eigenleistung eine neue Brücke fällig gewesen." Zum Glück kann er sich aber auf ein handwerklich kompetentes Team verlassen. So ist Mike Kuhs ausgebildeter Schweißer. Deshalb war es kein großes Problem, die nötigen Rohrverstrebungen aus Edelstahl selbst zusammenzuschweißen und zu montieren. Ersetzt wurden auch die Gummilippen und die Rollen, auf denen die Alubleche und die Gummilippen auf dem Boden entlangrutschen. Rund 9000 Euro entstanden dafür als Materialkosten für die beiden Klärbecken. Eines davon wurde schon im vergangenen Jahr umgerüstet. "Wir machen es für ein Drittel im Vergleich zu einer offiziellen Ausschreibung", ist Dietmar Ulrich stolz. Auch Stumm betont: "Ohne ein Team, das mit Leidenschaft und Hingabe arbeitet, wäre das gar nicht möglich."

    Die niederschlagsreiche Zeit kann also kommen. Ausgelegt war die Kirner Kläranlage 1982 für 32 000 Einwohnergleichwerte. Angeschlossen sind derzeit rund 23 000. Sinkende Einwohnerzahlen und sinkende Industrietätigkeit erhöhten dazu gleichsam die Kapazitäten. Da kommt der demnächst fällige Anschluss der Gemeinde Bärenbach und der jetzt geplante Anschluss von Bergen nach Kirn ganz recht. "Wir könnten auch Heimweiler noch ganz gut gebrauchen", sagt Ulrich. Aber hier funktioniert die Kläranlage mittelfristig noch.

    Die Kirner Anlage präsentiert sich insgesamt in einem guten Zustand. Die Klärbecken sind dicht, wie es die Trockenlegung jetzt bestätigte. Gegen Hochwasser ist die Anlage durch einen Deich geschützt, der nach dem "Jahrhunderthochwasser" erhöht wurde.

    Schutzanlagen müssen halten

    Der Knackpunkt diesbezüglich liege aber in der Stadt, wo die Schutzanlagen und Pumpen funktionieren müssen, damit in der Kläranlage alles läuft. Gegen Überflutung hat man ja die Technik schon weitgehend ein paar Meter höher platziert - wie es jetzt übrigens auch in Simmertal geplant ist. Demnächst sollen der in die Jahre gekommene Sandfang und die Rechenanlage in Angriff genommen werden. Entlastung erhofft man sich schon von dem inzwischen bei der Basalt-AG eingerichteten Absetzbecken, das die Staubbelastung niedrig hält. Die Basalt-AG hat auch - wie berichtet - eine Kehrmaschine angeschafft und hält die Binger Landstraße weitgehend staubfrei.

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    Kolumnen von

    Gerhard Engbarth

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