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Gescheitert: Rotmilan stoppt den Windpark

Oberkirn. Der Windpark bei Oberkirn ist gescheitert: Die Firma Juwi hat die Bauanträge für vier dort geplante Windräder zurückgezogen. Das haben die Kreisverwaltung Birkenfeld und Juwi selbst auf Anfrage bestätigt. 

Rotmilan
Rotmilan

Von Kurt Knaudt

Damit fällt für die in der VG Rhaunen tätige AöR nach Gösenroth und Sulzbach bereits der dritte Standort weg. Der Grund ist auch in Oberkirn der Nachweis eines Rotmilan-Vorkommens. "Wir müssen diesen naturschutzrechtlichen Ausschluss- grund akzeptieren, auch wenn damit drei Jahre Arbeit infrage gestellt sind", bewertet Georg Dräger, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhaunen, die Situation.

Es könnte sogar noch schlimmer kommen: Die letzte noch verbliebene Fläche, das Eignungsgebiet bei Bundenbach, für das laut AöR-Vorstand Hans-Dieter Weyand noch keine Bauanträge für Windräder gestellt wurden, ist wohl wegen naturschutzrechtlicher Bedenken zumindest stark gefährdet. Wenn auch dort nichts geht, stünde die AöR ganz mit leeren Händen da. Weyand will noch in diesem Monat eine Sitzung des Verwaltungsrates der AöR einberufen, in der mit Ausnahme von Gösenroth alle Ortsgemeinden der VG Rhaunen vertreten sind, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Den Ansatz, mit der AöR die Ansiedlung von Windenergie in der Verbandsgemeinde gezielt zu steuern, eine Verspargelung zu verhindern und zudem auch noch die Einnahmen unter allen Ortsgemeinden solidarisch zu verteilen, hält Dräger nach wie vor für "den einzig richtigen Weg". Nach diesem Modell wollte Juwi auf je zwei Vorrang- und Eignungsgebieten mehr als 20 Rotoren errichten. Im Lauf von 20 Jahren hätte das rund 30 Millionen Euro an Pacht eingebracht. An der Vision einer Energieregion Rhaunen will der VG-Chef aber festhalten. Es geht dabei um die Nutzung "von für uns verfügbaren Ressourcen" - unter anderem Biomasse. Wenn auch der Standort Bundenbach kippt, blieben für Windenergie innerhalb der Verbandsgemeinde aber jetzt nur noch die insgesamt circa 12 000 Hektar großen Flächen im Idarwald übrig. Ob es dazu kommt, sei aber bislang völlig ungewiss.

"Wir stehen da noch ganz am Anfang", sagt Weyand. Das riesige Gebiet wurde noch nicht untersucht, weil es als Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück bisher tabu war. Durch die neue Version des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) ist dieser Schutz bald passé. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es schon Bauvoranfragen für private Flächen. Für den ersten Schritt bei der Prüfung der Frage, welche Gebiete im Idarwald überhaupt infrage kommen, hatte der VG-Rat im Mai bereits grünes Licht gegeben: Zunächst sollen die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden.

Ziel ist laut Dräger weiterhin ein wasserdichter Flächennutzungsplan, der einen Wildwuchs in der VG verhindert. Voraussetzung dafür sei, dass auch der Idarwald begutachtet wird. Was nach Aussage des Bürgermeisters auch eine Kostenfrage ist. Der Vierherrenwald, ein rund 450 Hektar großes Areal im Idarwald, ist in privater Hand, der Viergemeindewald gehört Rhaunen, Stipshausen, Sulzbach und Bollenbach.

Nach Meinung der Kreistagsfraktionen von LUB und Grünen muss beim weiteren Ausbau der Windenergie der Vogelschutz stärker berücksichtigt werden: In Anträgen, die in der nächsten Sitzung behandelt werden sollen, fordern sie eine Bestandserfassung sensibler Arten, insbesondere des Rotmilans. Das Aus für den Windpark in Oberkirn "müsste für die Kreisverwaltung ein Signal sein, den Naturschutz viel ernster zu nehmen", betont Uwe Anhäuser, Kreistagsmitglied der LUB, Vorsitzender des Bündnisses "Energiewende für Mensch und Natur" und seit voriger Woche auch Dritter Beigeordneter der VG Rhaunen.

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Gerhard Engbarth

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