40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Windräder als Attraktion für Wanderer
  • Windräder als Attraktion für Wanderer

    Hunsrück. Aller Proteste gegen die Windräder auf dem Soonwaldkamm zum Trotz: Die Windkraftanlagen sind nach Ansicht von Tourismus-Experte Dr. Achim Schloemer durchaus dazu geeignet, als Attraktion für Wanderer zu gelten. Um die Frage zu klären, ob Windkraftanlagen im Wald und Wandertourismus miteinander vereinbar seien, traf sich der Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinböllen, Arno Imig und dem der Leiter des Forstamtes Simmern, Uwe Schikorr, sowie Ellerns Ortsbürgermeister Dietmar Tuldi. Auf dem Hochsteinchen und im Ellerner Gemeindewald machte man sich gemeinsam ein Bild von der Situation.

    Hunsrück - Aller Proteste gegen die Windräder auf dem Soonwaldkamm zum Trotz: Die Windkraftanlagen sind nach Ansicht von Tourismus-Experte Dr. Achim Schloemer durchaus dazu geeignet, als Attraktion für Wanderer zu gelten. Um die Frage zu klären, ob Windkraftanlagen im Wald und Wandertourismus miteinander vereinbar seien, traf sich der Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinböllen, Arno Imig und dem der Leiter des Forstamtes Simmern, Uwe Schikorr, sowie Ellerns Ortsbürgermeister Dietmar Tuldi. Auf dem Hochsteinchen und im Ellerner Gemeindewald machte man sich gemeinsam ein Bild von der Situation.

    Nach einer Besichtigung der Zuwegung kam der Tourismusexperte Achim Schloemer zu dem Ergebnis, dass eine Wanderung von der Landstraße L 239 kommend zum Hochsteinchenturm eine ansprechende Wanderroute ergeben müsse. Diese Route sei ideal mit den Orten Ellern und Rheinböllen zu verbinden, sodass langfristig ein echter touristischer Mehrwert zu erzielen sei.

    Windenergie sei derzeit überall in aller Munde. Also müsse man das Ganze auch thematisieren. Das gelte natürlich auch für die Tourismusbranche. Auch sie müsse sich den Anforderungen und den Gegebenheiten stellen. Bei entsprechender Ausgestaltung der Wege und der Anlagen auf dem Soonwald könne diese Route zu einem richtigen Anziehungspunkt für zahlreiche Wanderer werden, die sowohl die Natur suchen, als auch die Erzeugung regenerativer Energien im Zuge der Energiewende hautnah erleben wollen.

    Die Windkraftanlage neben dem Hochsteinchenturm könne so zu einem richtigen Blickpunkt werden. Schließlich stehe künftig an diesem Standort ein Exemplar der größten in Deutschland inländisch aktiven Windkraftanlagen.

    Nach den Vorstellungen des Forstamtsleiters soll die Sicht vom Hochsteinchenturm in die Ferne verbessert werden. Touristiker, Forstamtsleiter und die Kommunalpolitiker waren sich einig: Wenn mit dem Windpark im Soonwald 200 Millionen Kilowatt Strom jährlich erzeugt und damit 50 000 Haushalte versorgt würden, sei dass sicher für viele Wanderer ein interessanter Anziehungspunkt. Dabei könnten sowohl Waldwege, wie der Soonwaldsteig aber auch ein so genannter „Energiepfad“ genutzt werden. Außerdem sei die Vermeidung von 88 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid eine echte umweltpolitische Leistung, mit der man sich nicht verstecken müsse.

    Bis zur Umsetzung dieser Vorstellungen muss noch Geld entrichtet werden, um konzeptionelle Vorarbeiten leisten zu können. In jedem Falle will man die sich bietenden Chancen nutzen. Die gute Verkehrsanbindung mit der nahen B 50 und der A 61 und der Wille, etwas aus diesem Angebot zu machen, sind ein Potenzial, das man ausschöpfen will.

    Kommentar Pro von Wolfgang Wendling:

    Vorschlag rettet den Tourismus
    im Hunsrück

    Wenn wir Windkraft im Wald nicht verhindern können, müssen wir das Beste daraus machen. Diese Idee steckt hinter dem Vorhaben, eine Windkraft-Wanderroute am Hochsteinchen anzulegen. Das mag für viele Einheimische wie Hohn klingen. Aber bei näherem Hinsehen ist die Akzeptanz der großen Menge an Windrädern durch die Touristiker die einzige Möglichkeit, den Fremdenverkehr im Hunsrück in die Zukunft hinüberzuretten. Mit den Windrädern leben müssen schließlich auch die Touristen, wenn sie unsere Höhenregion besuchen. An den vielen Anlagen führt kein Weg mehr vorbei – auch kein Wanderweg. Es hat ja auch einen gewissen Charme, das Wandern als sanfte Form des Tourismus mit der Windkraft als sanfte Form der Energieerzeugung in Einklang zu bringen. Beiden gehört in ihrem jeweiligen Segment die Zukunft. Die VG Emmelshausen hat es vorgemacht, wie es funktionieren kann: Die Traumschleife Rabenlay rund um Gondershausen thematisiert die vier Elemente. Beim Element Wind hat der Wanderer die Beltheimer Windräder vor Augen. Anschaulicher lässt sich die Verbindung von Natur und Technik nicht vermitteln. Auf dem Hochsteinchen stehen bald die größten Windräder, die jemals im Binnenland gebaut wurden. Es doch schön, wenn das auch der Wanderer und Naturfreund erfährt.

    Kommentar Kontra von Thomas Torkler:

    Vorschlag muss wie Provokation
    wirken

    Geht's noch? Da fliegt den Verantwortlichen seit Wochen und Monaten geharnischter Protest gegen die Windräder am Hochsteinchen um die Ohren, und nun schickt man sich auch noch an, diese Verunstaltung des Soonwaldkamms auch noch schön zu reden.
    Wenn man keinen Ausweg mehr weiß, tritt man am besten die Flucht nach vorn an. Die Devise ist nicht grundfalsch. Aber wenn man die Gegner der Anlagen sowie jene Menschen im Hunsrück, die befürchten, dass es nicht bei den Anlagen am Hochsteinchen bleiben könnte, auch nur ansatzweise ernst nimmt, dann sollte man erkennen, dass so ein Vorschlag wie eine einzige Provokation wirkt. Objektiv betrachtet stören einige Windparks an manch anderer Stelle im Hunsrück mehr, als jene beiden im Bau befindlichen Pfeiler, die jeden Tag ein Stück höher werden. Doch diese treiben den Menschen am meisten die Zornesröte ins Gesicht – allesamt keine Gegner von Windkraft, aber von Anlagen im Soonwald. Viele von ihnen haben sich fast damit abgefunden, dass man vor Jahren verpasst hat, „richtig“ dagegen anzugehen. Ihre Aktivitäten richten sich daher besonders darauf, dass in Zukunft wenigstens der restliche Soonwald windkraftfrei bleibt. Für diese Leute muss der Vorschlag wirken, als würde man ihnen das Messer noch einmal in der Wunde herumdrehen.

    Rhein-Hunsrück-Zeitung bei Facebook
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Samstag

    10°C - 21°C
    Sonntag

    11°C - 22°C
    Montag

    10°C - 17°C
    Dienstag

    12°C - 19°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige