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    BoppardWahlkampf: "Kant" holt Bundestagskandidaten in die Schule

    Das Lob für den Gastgeber kommt von Peter Bleser: Das Kant-Gymnasium in Boppard ist im gesamten Wahlkreis die einzige Schule, die eine Diskussionsveranstaltung mit den Direktkandidaten um ein Bundestagsmandat organisiert. Es sei gute Tradition im "Kant", vor Wahlen Politiker einzuladen, macht Schulleiter Wolfgang Spriewald bei der Begrüßung deutlich.

    Maximilian Ziegler und Marisa Weinand (von links) moderieren die Runde mit den Bundestagskandidaten in der Aula des Kant-Gymnasiums. Mit dabei waren Werner Wöllstein (FDP), Joscha Pullich (Grüne), Martin Krötz (Linke), Heidrun Jakobs (AfD), Willi Feilen (Freie Wähler), Peter Bleser (CDU) und Anja Bindges (SPD). Foto: Suzanne Breitbach
    Maximilian Ziegler und Marisa Weinand (von links) moderieren die Runde mit den Bundestagskandidaten in der Aula des Kant-Gymnasiums. Mit dabei waren Werner Wöllstein (FDP), Joscha Pullich (Grüne), Martin Krötz (Linke), Heidrun Jakobs (AfD), Willi Feilen (Freie Wähler), Peter Bleser (CDU) und Anja Bindges (SPD).
    Foto: Suzanne Breitbach

    Von unserem Redakteur Wolfgang Wendling

    Für die Klassen 12 und 13 sind es zwei ganz besondere Schulstunden. Denn sechs der neun Direktkandidaten im Wahlkreis 201 Mosel/Rhein-Hunsrück nehmen sich am späten Vormittag die Zeit, um sich unter den kritischen Augen der Gymnasiasten so gut wie möglich in Szene zu setzen. Das lohnt sich. Denn die Schüler sind ja potenzielle Wähler.

    Der aus zehn Schülern bestehende Leistungskurs Sozialkunde hat die Polit-Runde organisiert. Marisa Weinand und Maximilian Ziegler, zugleich auch führende Mitglieder im Bopparder Jugendrat, sind die Moderatoren. Ziegler hat bereits eine Woche zuvor die Diskussion mit denselben Kandidaten in der JBS Boppard geleitet. Da er seine Pappenheimer nun kennt, lässt er es nicht mehr durchgehen, dass sich CDU-Platzhirsch Peter Bleser in eine dominante Position hineinplaudert. Gleiche Redezeit für alle! Das Vorhaben gelingt. Niemand kommt zu kurz.

    Auch diesmal fehlen drei Direktkandidaten. Den von der rechtsextremen NPD vermisst niemand. Auch die ÖDP ist nicht präsent. Etwas verwunderlich ist die erneute Abwesenheit der vermeintlich so jugend-affinen Piraten. Deren Kandidat hat, wie bereits eine Woche zuvor, auf die Einladung überhaupt nicht reagiert, sagt Maximilian Ziegler im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Dafür ist mit der "Alternative für Deutschland" (AfD) die jüngste politische Kraft vertreten. Zwar nicht mit einem Direktkandidaten - die Partei wirbt im Wahlkreis 201 erst gar nicht um Erststimmen -, sondern mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden Heidrun Jakobs. Während die Anwältin mit den Zocker-Banken und den allzu blauäugigen Politik-Vertretern hart ins Gericht geht und den Zusammenbruch des derzeitigen Systems mit der Leitwährung Euro kommen sieht, halten Peter Bleser (CDU) und Anja Bindges (SPD) die derzeitigen währungspolitischen Grundlinien für unverzichtbar.

    Joscha Pullich (Grüne) findet Zuspruch mit seiner Äußerung, das Spekulationsgeschäft der Banken vom klassischen Spargeschäft zu trennen. Natürlich erntet auch FDP-Kandidat Werner Wöllstein keinen Widerspruch, wenn er - auf die Banken gemünzt - fordert, dass derjenige für den Schaden einstehen müsse, der ihn versursacht hat.

    "Scheitert mein Studium in einem Wunschfach an unbezahlbaren Wohnungen?" Mit dieser Frage leitet Marisa Weinand zu einem Thema über, das den angehenden Studenten besonders auf den Nägeln brennt. Einen fast schon revolutionären Vorschlag macht Willi Feilen von den Freien Wählern: "Wir sollten Universitäten im ländlichen Raum bauen." Bindges und Bleser modifizieren den Vorschlag mit ihrer Forderung, die regionalen Hochschulen auszubauen. "Es muss nicht jeder Student in die Zentren gehen."

    Aber es gibt Wunschfächer, die man sinnvollerweise nur an bestimmten Universitäten, häufig in Ballungszentren und damit teuren Wohngegenden gelegen, studieren kann, haken die Schüler ein. Martin Krötz von den Linken macht sich dafür stark, den sozialen Wohnungsbau gerade in Universitätsstädten voranzutreiben. Zu diesem Zweck wäre es sinnvoll, die Steuern zu erhöhen, sagte der Linke.

    Am Ende sind alle zufrieden. Das hat mir gefallen", sagt ein Jungwähler. "Es hätte noch länger dauern können", meint ein anderer Gymnasiast. "Es war gut organisiert und gut gemacht" - dieses Kompliment eines Mitschülers gilt Marisa Weinand und Maximilian Ziegler. Sie haben die Moderation jederzeit im Griff gehabt. Und es ist ihnen sogar gelungen, Peter Bleser zu bändigen.

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