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    MittelrheinVier Jahre Modelprojekt: Verhandlungen über Fährzeiten gehen weiter

    Verlängerte Fährzeiten werktags von 5.30 bis 24 Uhr wird es am Mittelrhein vorerst nicht geben. Nach dem Ablauf des vierjährigen Modellprojekts sieht sich der Betreiber der Loreleyfähre unter anderem aus personellen, technischen und betriebswirtschaftlichen Gründen dazu nicht in der Lage.

    Gespräche über längere Fährzeiten an der Loreley werden fortgesetzt. Die Betreiberfamilie fühlt sich unberechtigter Kritik ausgesetzt.  Foto: Andreas Jöckel
    Gespräche über längere Fährzeiten an der Loreley werden fortgesetzt. Die Betreiberfamilie fühlt sich unberechtigter Kritik ausgesetzt.
    Foto: Andreas Jöckel

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Während dafür in einer Gesprächsrunde mit den Fährleuten vom Mittelrhein und dem Deutschen Fährverband, zu der Landrat und Vorsitzender des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal Frank Puchtler (SPD) nach St. Goarshausen geladen hatte, viel Verständnis geäußert wurde, gab es im Kreistag des Rhein-Lahn-Kreises auch heftige Kritik.

    Die Betreiberfamilie Hammerl war bis vor wenigen Wochen davon ausgegangenen, dass die vom Land finanzierte Fahrzeitverlängerung vertragsgemäß zum 31. März endet, und hat deshalb das Schichtsystem zum 1. April wieder komplett umgestrickt. Die Gespräche mit den Landkreisen auf beiden Rheinseiten und dem Innenministerium, die darauf abzielten, das Projekt zunächst bis 31. Dezember zu verlängern, kamen zu spät. Allerdings haben die Hammerls nach eigenen Angaben während der Modellphase wertvolle Erkenntnisse gewonnen.

    So gebe es viele Nutzer bereits vor 6 Uhr, aber der Betrieb nach 22.30 Uhr sei auch in der Hauptsaison wenig gefragt und deshalb betriebswirtschaftlich nicht tragbar. Deshalb verkehrt die Fähre jetzt bis 30. April werktags bereits ab 5.30 bis 21 Uhr, samstags 6.20 bis 21 Uhr und sonntags 7.20 bis 21 Uhr. Von Mai bis September gelten folgende Fahrzeiten: werktags 5.30 bis 22.30 Uhr, samstags 6.20 bis 22.30 Uhr und sonntags 7.20 bis 22.30 Uhr. Bei großen Veranstaltungen am Mittelrhein wie dem Spectaculum in Oberwesel an Pfingsten, Konzerten auf der Loreley oder Tal total gibt es Sonderfahrzeiten, die auf der Internetseite www.faehre-loreley.de unter der Rubrik Event-Infos zu finden sind.

    Ob es zu einer vom Land finanzierten und unbefristeten Neuauflage des erweiterten Fährbetriebs mit einem oder mehreren Betreibern kommt, den sich beide Landkreise wünschen, wird erst geklärt werden können, wenn eine neue Landesregierung im Amt ist. Dies dürfte vor Mitte Mai kaum der Fall sein. Dabei ist auch die Frage von Bedeutung, ob laut Koalitionsvertrag eine Mittelrheinbrücke geplant wird, was wiederum entscheidenden Einfluss darauf hat, wie der Fährverkehr der Zukunft im Tal aufgestellt sein muss.

    Die weiteren Gespräche mit allen Fährbetreibern im Welterbe sollen unter Federführung des Zweckverbandes geführt werden, um alle betroffenen Kommunen und beide Bundesländer im Boot zu haben. Als Service für die Nutzer soll unabhängig davon eine Internetseite mit allen Fährzeiten zwischen Koblenz und Bingen erstellt werden.

    Puchtler: Das ist die Situation

    Im Kreistag hatte Frank Puchtler noch einmal die Situation erläutert. Im Februar habe Innenminister Roger Lewentz die Zusage gegeben, den erweiterten Fährbetrieb für zunächst weitere neun Monate für rund 100 000 Euro zu finanzieren. Anschließend sei der Fährbetreiber informiert worden, der direkt auf zu klärende Fragen personeller, organisatorischer und rechtlicher Art hingewiesen habe.

    Ein Gesprächstermin mit allen Beteiligten im Innenministerium kam am 21. März zustande. Die Beteiligten konnten sich jedoch noch nicht einigen. "Zunächst bin ich mit diesem negativen Signal für die Region nicht zufrieden", erklärte Frank Puchtler. "Aber ich bin überzeugt, dass wir alle Probleme, die uns von den Fährbetreibern überzeugend vorgetragen wurden, gemeinschaftlich stemmen können."

    Verärgert darüber, dass er von den gescheiterten Verhandlungen aus unserer Zeitung erfahren hatte, äußerte sich CDU-Fraktionschef Matthias Lammert im Kreistag. Aus Sicht der CDU bleibe vordringlichstes Ziel, die verlängerten Fährzeiten bis zum Bau einer Mittelrheinbrücke fortzusetzen.

    Für die SPD-Fraktion ergibt sich aus dem Sachstand ein trauriges Bild für den Service der Fährbetreiber: "Die Fähren sind nicht in der Lage, nicht willens oder schaffen es nicht, einen adäquaten Fährverkehr in der Region anzubieten, den wir haben möchten." Dies zeige, dass eine Mittelrheinbrücke mehr denn je notwendig sei. Enttäuscht über das bisherige Verhandlungsergebnis ist natürlich auch Josef Winkler (Grüne), dessen Partei sich grundsätzlich immer wieder für eine Ausweitung der Fährzeiten im Tal ausspricht. Aber, so Winkler: "Die Fährbetreiber haben Probleme durch die Diskussion um die Mittelrheinbrücke, weil sie deshalb nur sehr ungenau ihre Zukunft planen können." Dies wirke sich negativ auf Personalgewinnung oder bei Kreditkonditionen für Investitionen aus.

    Brückengegner Ulrich Lenz (Linke) kritisierte das Verhalten des Fährbetreibers ironisch: "Ich habe den Eindruck, dass er ein extremer Befürworter der Brücke ist."

    Bernd Hartmann (FWG) äußerte den Verdacht, dass die logistischen und personellen Probleme vonseiten des Fährbetreibers nur vorgeschoben sein könnten: "Mir scheint eher, die wollen einfach nur mehr Geld."

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