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    SimmernSimmern: Maimarkt zum letzten Mal am gewohnten Standort?

    Feiern die Kreisstädter in diesem Jahr ihren traditionsreichen Maimarkt zum letzten Mal an gewohnter Stätte? Vieles deutet darauf hin. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates wurde eine Findungskommission ins Leben gerufen, die nach einem neuen Maimarktgelände Ausschau halten soll.

    Drehen an diesem Wochenende beim Simmerner Maimarkt Riesenräder und Karussells zum letzten Mal am gewohnten Standort ihre Runden? Der Stadtrat hat eine Kommission mit der Suche nach Alternativen beauftragt. Der geplante Umzug des Wasgau-Marktes macht dies nötig.
    Drehen an diesem Wochenende beim Simmerner Maimarkt Riesenräder und Karussells zum letzten Mal am gewohnten Standort ihre Runden? Der Stadtrat hat eine Kommission mit der Suche nach Alternativen beauftragt. Der geplante Umzug des Wasgau-Marktes macht dies nötig.
    Foto: Thomas Torkler (Archiv)

    Von unserem Redakteur Markus Lorenz

    Nötig wird der Umzug durch den Neubau des Wasgau-Marktes auf dem Parkplatz an der Gemündener Straße. Der Supermarkt, bisher in der Einkaufshalle ("Eika") neben dem Rathaus beheimatet, will sich vergrößern und zwischen "Reifen Kiehl" und dem "Provinzial-Haus" seine Zelte aufschlagen. Dazu hat der bayerische Projektentwickler Prebag Gewerbebau AG, der seit mehr als einem Jahrzehnt mit dem in der Pfalz beheimateten Unternehmen Wasgau zusammenarbeitet, das Areal von der Stadt und einem Privatbesitzer erworben.

    Nach zähem Ringen wurden nun die Kaufverträge unter Dach und Fach gebracht. Im Gespräch ist eine Investitionssumme von 5 Millionen Euro. Ursprünglich sahen die Planungen zwischen Stadt und Investor vor, dass der Maimarkt weiterhin an gewohnter Stelle gefeiert werden kann. Die Parkplatzfläche des neuen Wasgau-Marktes entspricht in etwa dem heute vorhandenen Parkplatz. Die Stadt wollte sich diese Bedingung ins Grundbuch eintragen lassen.

    Wasgau wäre tagelang stillgelegt gewesen

    Doch hatten sowohl die Prebag als auch die Stadt die Rechnung ohne Wasgau gemacht. Für das Pfälzer Unternehmen wäre eine solche Einschränkung nicht hinnehmbar gewesen - durch den Maimarkt wäre nämlich nicht nur der Parkplatz tagelang belegt gewesen, die Kunden hätten den Markt in dieser Zeit auch nicht mehr anfahren können, weil während des Rummels sowie des Auf- und Abbaus die Gemündener Straße gesperrt ist. Diese Bedingung wollte und konnte Wasgau trotz anderslautender Absprachen zwischen Stadt und Projektentwickler Prebag nicht akzeptieren. Der Lebensmittelmarkt hätte für rund eine Woche auf dem Abstellgleis gestanden und in dieser Zeit auf fast sämtliche Einnahmen verzichten müssen.

    "Hier gab es wohl ein Abstimmungsproblem zwischen Prebag und Wasgau", bestätigt Stadtbürgermeister Andreas Nikolay auf Anfrage. "Der Projektentwickler ist davon ausgegangen, dass der Maimarkt von Freitagabend bis Montagabend komplett über die Bühne geht." Allerdings zieht sich das Geschehen mit Auf- und Abbau über rund eine Woche lang hin - mit der erwähnten Sperrung der Gemündener Straße. Für Wasgau nicht zumutbar. "Das können wir nachvollziehen", erklärt Andreas Nikolay. "Wir wollten Wasgau aber unbedingt in der Stadt halten, außerdem entwickelt sich die Gemündener Straße zu einer Straße mit hoher Frequenz und einer beachtlichen Einzelhandelsdichte. Sie hat sich ein Stück weit zu einem Eingangstor entwickelt. Deshalb hat der Stadtrat mit großer Mehrheit zugestimmt, das Gelände zu verkaufen und einen neuen Platz für den Maimarkt zu suchen."

    Wichtigstes Volksfest in der Innenstadt halten

    Entsprechende Überlegungen gab es vor rund zehn Jahren schon einmal: Damals sollte ein Luxushotel für Flugpersonal vom Hahn auf den Festplatz gestellt und der Maimarkt auf das Bahngelände unterhalb der Palzerstraße verschoben werden. Das Hotelprojekt löste sich allerdings bald in Wohlgefallen auf. Nikolay möchte den Maimarkt hingegen unbedingt in der Innenstadt halten. "Das ist unser wichtigstes Volksfest mit einer langen Tradition, nicht nur für die Stadt, sondern den ganzen Hunsrück", unterstreicht er.

    "Bewusst vor dem Maimarkt haben wir die Findungskommission ins Leben gerufen. Sie ist nicht nach Proporz der Fraktionen, sondern mit kompetenten Leuten aus dem ganzen Rat besetzt." Die Kommission soll sich möglichst unabhängig ihre Gedanken machen und die Marktbetreiber mit ins Boot holen. Einzige Bedingung: "Der Maimarkt hat seit Jahrzehnten eine Tradition zwischen Brühl und Gemündener Straße. In diesem innerstädtischen Bereich soll er auch bleiben", bekräftigt der Bürgermeister. "Einige Ratsmitglieder haben bereits gute Ideen vorgebracht, aber damit muss sich die Kommission befassen. Ihr soll niemand vorgreifen."

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