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    BoppardPanne bei Hells-Angels-Razzia: SEK stürmt falsche Wohnung

    Fataler Irrtum bei Großeinsatz gegen Hells Angels: Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben am Sonntag eine falsche Wohnung in Boppard gestürmt. Um 6 Uhr morgens brachen die bewaffneten Beamten die Terrassentür auf. Maskiert stießen sie in das Schlafzimmer vor. Doch statt des gesuchten Rockers rissen sie dort eine Großmutter und ihre Enkelkinder aus dem Bett.

    Symbolbild: dpa​
    Symbolbild: dpa​

    Die Staatsanwaltschaft in Koblenz hat den Vorfall auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. Sie wollte die Frage, wie es zu der schweren Panne kommen konnte, jedoch nicht beantworten. Auch die betroffene Großmutter bestätigte den Vorfall. Ihre Enkel hätten in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei ihr übernachtet. "Es war wie im Krieg!", fasste die Frau ihren Schock zusammen. Doch sie zeigte auch Verständnis für die Polizei: "Irrtümer kommen nun einmal vor."

    Laut Informationen unserer Zeitung waren mehrere Schüsse und eine Explosion aus der Wohnung zu hören. Anwohner berichteten, dass mindestens fünf Einsatzwagen vor der Einfahrt des Mehrfamilienhauses parkten. Bewohner wurden per Lautsprecher aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben.

    Oberstaatsanwalt Hans Peter Gandner versicherte gegenüber unserer Zeitung, dass sich die Einsatzkräfte bei der Familie entschuldigt haben: "Selbstverständlich werden auch berechtigte Ansprüche aus der Staatskasse befriedigt werden." Noch am selben Tag reparierte ein Handwerker die demolierte Terrassentür.

    Nach Informationen unserer Zeitung durchsuchten die SEK-Beamten im Anschluss an den Irrtum die Wohnung des Hells-Angels-Mitglieds. Der war zu dem Zeitpunkt aber nicht zu Hause. Die Großrazzia erstreckte sich am Sonntagmorgen auf insgesamt 26 Objekte in Rheinland-Pfalz. Dabei stellte die Polizei unter anderem Schuss- und Stichwaffen sowie geringe Mengen an Betäubungsmitteln sicher.

    Die Großmutter wollte keine weiteren Angaben zu dem Vorfall machen und bat um die Wahrung ihrer Anonymität. Auch die Eltern der Kinder wollten sich nicht zu dem Vorfall äußern. Es gehe ihnen jetzt in erster Linie um das Wohlergehen ihrer Kinder.

    Einen ähnlichen Fall hatte es bereits im Jahr 2011 in Bendorf gegeben: Damals stürmten die Einsatzkräfte die Wohnung einer türkischen Familie und bemerkten erst darauf, dass es sich um die falsche Adresse handelte. 

    Von unserem Reporter Eugen Lambrecht

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