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    MittelrheinMittelrheinbrücke: Bröhr lenkt kein bisschen ein

    Landrat Marlon Bröhr weicht in der Brückenfrage keinen Zentimeter von seinem Standpunkt ab. In einer Pressekonferenz in der Kreisverwaltung machte er dies am Mittwochnachmittag nochmals deutlich.

    Von unseren Redakteuren Volker Boch und Thomas Torkler

    Nach dem Bericht unserer Zeitung über das Gespräch zwischen Minister Wissing und den Landräten, war das Presseinteresse groß.  Foto: Werner Dupuis
    Nach dem Bericht unserer Zeitung über das Gespräch zwischen Minister Wissing und den Landräten, war das Presseinteresse groß.
    Foto: Werner Dupuis

    Konnte man nach dem Bericht unserer Zeitung über das am Vortag geführte Gespräch mit Wirtschaftsminister Volker Wissing und Rhein-Lahn-Landrat Frank Puchtler noch den Eindruck gewinnen, Bröhr sei es ziemlich egal, ob zwischen St. Goar-Fellen und Wellmich eine Brücke gebaut wird, so bemühte sich der Landrat sichtlich, gegenüber der versammelten Presse deutlich zu machen, dass dies nicht so sei und er hinter dem Bau einer Brücke stehe: "Wir wollen diese Brücke, wir wollen sie sehr. Sie wäre eine Bereicherung für das Tal", betonte Bröhr mehrmals.

     

    Nach wie vor beharrt der Landrat allerdings auf seiner Forderung: "Wir müssen jetzt wissen, wer die Rechnung bezahlt." Er erhofft sich, dass "all die Brückenfreunde" nun Druck aufbauen, damit das Land sich auf eine Kostenbeteiligung einlässt. Dass dieser Druck möglicherweise auf ihn selbst zurückfallen könnte, dessen ist sich Bröhr bewusst: "Das Damokles-Schwert, das momentan über mir schwebt, heißt Raumordnungsverfahren", gibt Bröhr zu. Er verschließe sich diesem nicht grundsätzlich, und die 100 000 Euro, die der Rhein-Hunsrück-Kreis - so will es das Land - dazu beisteuern soll, könnte der Kreis durchaus aufbringen.

    Bröhr ist vielmehr der Ansicht, dass ein Raumordnungsverfahren für die Ermittlung der Kosten des Brückenbaus nicht notwendig ist: "Das Raumordnungsverfahren ist eine Nebelkerze", sagt Bröhr und schiebt die Frage hinterher: "Warum kennen wir die Kosten nicht, wo wir doch 2004/2005 schon ein Raumordnungsverfahren hatten?", fragt Bröhr. Hier liegt der Landrat allerdings offenbar falsch, denn das seinerzeit angestrebte Raumordnungsverfahren ist nach Recherchen unserer Zeitung nie zu einem Abschluss gekommen. Es gab zwar vorbereitende Maßnahmen zur Raumordnung, doch diese Gutachten mündeten nicht in ein konkretes Raumordnungsverfahren, weil die Brückenpläne im Zuge der Regierungsbeteiligung der Grünen auf Eis gelegt wurden. Dadurch, dass die Brückenbaupläne im damaligen Koalitionsvertrag nicht weiter verfolgt wurden, wurde auch das Raumordnungsverfahren gestoppt. Dieses Verfahren ist aus Sicht des Landes deshalb jetzt notwendig. Denn darin wird sowohl die Raum- als auch die Umweltverträglichkeit geprüft, die über den genauen Standort der Brücke entscheidet. Steht der Standort konkret fest, kann die Planfeststellung beginnen, in der wiederum die Kosten des Bauwerks bestimmt werden.

    Marlon Bröhr (CDU)
    Marlon Bröhr (CDU)
    Foto: CDU/dpa/jo (m)

    Nach Lesart des Landes kann erst danach über die Förderhöhe entschieden werden. Für Bröhrs Landratskollegen Frank Puchtler (SPD) aus dem Rhein-Lahn-Kreis sind diese Schritte nachvollziehbar. Deshalb hat er nach dem Gespräch in Mainz das Wirtschaftsministerium um eine Prüfung gebeten, ob das Raumordnungsverfahren auch ohne Beteiligung des Rhein-Hunsrück-Kreises vorgenommen werden kann. "Mir geht es nicht um Herrn Wissing, Herrn Bröhr oder Herrn Puchtler, mir geht es um die Zukunft des Tals", sagt Puchtler. "Ich bin Läufer, und ein Läufer will ins Ziel. Um das zu erreichen, muss er aber irgendwann loslaufen", fährt er fort und hält fest: "Ich habe die Schuhe geschnürt."

    Puchtler betrachtet die Debatte auch aus einem zweiten Blickwinkel, als Vorsteher des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal, dessen Stellvertreter Bröhr ist. Puchtler will fernab von Parteizugehörigkeiten die derzeit "historisch große Chance" nutzen, um mit dem Land den Brückenbau anzugehen. "Es ist ein Projekt für nachfolgende Generationen."

    Puchtler begrüßt es sehr, dass Wissing angeboten hat, die Kreistage der beiden Kreise zu besuchen, was Bröhr in Mainz abgelehnt hat. "Ich erneuere ausdrücklich mein Angebot, eine gemeinsame Sitzung beider Kreistage zu machen", sagte Puchtler, der die ablehnende Haltung seines Kollegen nicht teilt. "Von mir aus treffen wir uns in Koblenz mit beiden Kreistagen und dem Minister zu einer ergebnisoffenen Sitzung." Puchtler stimmt derzeit mit Wissings Haus einen Termin ab, damit zumindest der Rhein-Lahn-Kreis - voraussichtlich im Januar oder Februar - sich zu einem Austausch mit dem Minister treffen kann.

    Bröhr lehnte ein Gespräch des Kreistags mit Wissing am Mittwoch erneut ab. "Wenn man in der Brückenfrage tatsächlich mal konkret wird, wird man schnell in die Ecke gedrängt, dass man die Brücke nicht will", sagte er stattdessen. Diesen Schwarzen Peter schiebt Bröhr nun der Landesregierung zu: "Will man eine Brücke bauen, oder will man die Leute mit einer Illusion blenden?", fragt Bröhr.

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