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    Bochum/HunsrückMauss wegen Bargeld in der Bredouille: Bankmanager belastet den Ex-Agenten erheblich

    Im Prozess wegen Steuerhinterziehung gegen den früheren Geheimagenten Werner Mauss aus dem Hunsrück könnte sich eine Wende abzeichnen.

    Der im Hunsrück lebende Ex-Geheimagent Werner Mauss muss sich vor Gericht verantworten.
    Der im Hunsrück lebende Ex-Geheimagent Werner Mauss muss sich vor Gericht verantworten.
    Foto: Archivbild/dpa

    Vor dem Landgericht Bochum hat am Montag ein hochrangiger Manager der UBS Luxemburg ausgesagt und die bisherigen Unschuldsbeteuerungen des 76-Jährigen damit womöglich ins Wanken gebracht.

    Ein- bis zweimal pro Monat, so erklärte der UBS-Manager vor der Strafkammer, hat Mauss über Jahre jeweils 150 000 bis 200 000 Euro in bar von dem Luxemburger Konto abgehoben. Diese Bargeldentnahmen hatten, so erläuterte der Zeuge, offensichtlich den Zweck, den umfangreichen Ausbau seines Privatanwesens im Hunsrück zu finanzieren. Die Aussagen des Bankers vor Gericht standen damit in deutlichem Widerspruch zur Position von Mauss und dessen Anwälten, dass es sich bei dem betreffenden Luxemburger Konto um einen sogenannten Treuhandfonds handelte, der für den Agenten von Dritten eingerichtet worden ist, um Geheimoperationen zu finanzieren.

    Vor dem Hintergrund von Regularien zur Bekämpfung von Geldwäsche wollte die Bank aufgrund der Höhe der regelmäßigen Bargeldsummen von Mauss wissen, wofür das Geld verwendet wurde. Mindestens von 2010 bis Herbst 2015 hat der Ex-Agent demnach wohl stets auf den Ausbau seines Anwesens verwiesen und auf Anforderung der Bank auch entsprechende Handwerkerrechnungen vorgelegt.

    Im Oktober 2015 gab es jedoch eine Wende: Mauss hat damals offenbar in einem Gespräch mit der Bank deutlich gemacht, dass es sich bei seinen bis dato zum Verwendungszweck gemachten Angaben um eine „Legende“ handele und er die Summen in Wahrheit für „operative“ Zwecke benötigt habe. So erklärte es der UBS-Manager vor Gericht. Um seine Einsätze geheim zu halten, habe er als Ausrede die Barabhebungen mit dem Finanzbedarf für seine privaten Baumaßnahmen begründet. Die Bank forderte daraufhin einen Nachweis für diese Operationen, um die Bargeldabhebungen intern vor dem Verdacht der Geldwäsche absichern zu können. Es seien daraufhin auch zwei Dokumente vorgelegt worden, eines vom Vatikan und eines vom österreichischen Justizministerium. Die Luxemburgische Geldwäsche-Behörde FIU habe bei diesen Belegen aber „erhebliche Zweifel an der Echtheit“ angemeldet, erklärte der Manager vor Gericht.

    Als Mauss sich der Bank gegenüber im Herbst 2015 offenbarte, so erklärte der Zeuge, hätte der Ex-Agent ein Steuerproblem lösen müssen, offensichtlich befand er sich damals bereits im Zielraster der Steuerermittler. Nach der Aussage des UBS-Managers könnte sich dieses nun juristisch weiter verengen.

    In zwei Wochen wird der Prozess in Bochum fortgesetzt. Geht es nach der Mauss-Seite, soll dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Antrag beraten werden, der die Vernehmung eines extrem vertraulichen Zeugen vorsieht. Dieser soll die Theorie des Treuhandfonds bestätigen. Ob das Gericht diese für realistisch hält, ist offen.

    vb

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