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  • Laufersweiler: In der Synagoge entsteht ein neues Studienzentrum

    Laufersweiler. Zum kulturellen Erbe Deutschlands gehören auch die jüdischen Gemeinden auf dem flachen Land. Laufersweiler ist ein hervorragendes Beispiel für dieses Landjudentum. Ein Viertel der Bevölkerung war zeitweise jüdischen Glaubens. Um das weiter zu erforschen, zu dokumentieren und für kommenden Generationen zu bewahren, entsteht in dem Dorf ein "Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum".

    Mit neuen Medien Geschichte erfahren: Die Schüler der KGS Kirchberg gehören zu den ersten Benutzern des Studien-und Begegnungszentrums.
    Mit neuen Medien Geschichte erfahren: Die Schüler der KGS Kirchberg gehören zu den ersten Benutzern des Studien-und Begegnungszentrums.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Reporter Werner Dupuis

    An der Decke des neu eingerichteten Studienraums hängt der Kronleuchter aus der ehemaligen Synagoge in Rheinböllen. Christof Pies (Mitte) informiert hier Schüler zum Thema "Stolpersteine".
    An der Decke des neu eingerichteten Studienraums hängt der Kronleuchter aus der ehemaligen Synagoge in Rheinböllen. Christof Pies (Mitte) informiert hier Schüler zum Thema "Stolpersteine".
    Foto: Werner Dupuis

    Laufersweiler ist der ideale Ort für diese Einrichtung, denn hier existiert ein Erinnerungsensemble, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Mitten im Dorf befindet sich die einzige noch erkennbare Synagoge im Rhein-Hunsrück-Kreis. Seit Mitte der 1980er-Jahre steht sie unter Denkmalschutz. Renoviert wurde sie unter der Regie der Gemeinde.

    Im ehemaligen Synagogenraum befindet sich heute eine Ausstellung mit Dokumenten zum jüdischen Leben im Rhein-Hunsrück-Kreis. Hier lagern auch eine umfangreiche Bibliothek, Archivalien und Dokumente. Die Kunstschaffende Jutta Christ aus Büchenbeuren schuf im Außenbereich einen Erinnerungsort.

    Integriert in einen Premiumwanderweg ist ein "Weg der Erinnerung". Noch sichtbar sind jüdische Wohn- und Geschäftshäuser, am Dorfrand befindet sich der jüdische Friedhof. Unterhalten wird das alles in erster Linie von Mitgliedern des Förderkreises Synagoge Laufersweiler. Dieser ist auch Herausgeber einer Fülle an Publikationen.

    Seit 2012 steht das Obergeschoss, dort wo bis zum Umbau in den 1950er-Jahren die Frauenempore war, dem Förderkreis zur Verfügung. In diesem Raum befindet sich das neue Studien- und Begegnungszentrum. Vor allen Dingen Kinder und Jugendliche sollen hier einen multimedialen Zugang zum Thema erhalten.

    In den vergangen Monate waren Handwerker und freiwillige Helfer des Fördervereins tätig, um den Studienraum optisch und vor allen Dingen auch technisch herzurichten und auszustatten. Fürs Internet entsteht aktuell eine Internetseite in Deutsch und Englisch. Kooperiert wird mit dem Herzog-Johann-Gymnasium Simmern, der KGS Kirchberg, der IGS Kastellaun und den Realschule plus in Oberwesel und Sohren-Büchenbeuren.

    Deren Schüler haben Themen übernommen, die sie entweder während des Schulunterrichts, in Arbeitsgemeinschaften oder zu Hause bearbeiten. Sechs Schüler werden in der kommenden Woche zur Gedenkstätte des KZ Osthofen nach Rheinhessen reisen, um sich über neueste Techniken wie Geo-Caching und QR-Codes in Verbindung mit Erinnerungskultur zu informieren. Sie werden dort Mitarbeitern der Landeszentrale für politische Bildung und aus der Gedenkstätte treffen.

    Die Bücherregale des Studienraums sind schon gefüllt mit Standardwerken und lokalen Publikationen zur NS-Zeit. Eine deutschsprachige Bibliothek zum Judentum ist gerade in Container verpackt auf dem Seeweg von Australien in den Hunsrück.

    Um dieses Projekt zu realisieren, ist Christof Pies als Vorsitzender des Förderkreises seit Wochen unermüdlich tätig. Eine kurze Auszeit nahm er sich dabei im Januar: Als Würdigung seiner vielfältigen Verdienste war er gemeinsam mit seiner Frau zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten Joachim Gauck ins Schloss Bellevue nach Berlin geladen.

    Gefördert wird das Studien- und Begegnungszentrum unter anderem von der Orts- und Verbandsgemeinde, dem Kirchenkreis Simmern-Trarbach, von öffentlichen und privaten Stiftungen sowie europäischen Fördergeldern aus den Programmen "ELER" und "PAUL". Darüber hinaus haben viele Privatpersonen mit Spenden und unentgeltlicher Arbeit zum Projekt beigetragen. Die Eröffnung soll im Mai gefeiert werden.

    Informationen zur Synagoge in Laufersweiler gibt es bei der Tourist Information Kirchberg, Telefon 06763/910 144

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    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

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