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  • Kommentar: Bröhr darf den Bogen nicht überspannen

    Was reitet unseren Landrat bei dem unsäglichen Streit um die Mittelrheinbrücke? Was hat ihn geritten, das Angebot von Wirtschaftsminister Volker Wissing, in die nächste Kreistagssitzung kommen zu wollen, brüsk auszuschlagen?

    Thomas Torkler zur Minister-Einladung des Landrats

    Thomas Torkler
    Thomas Torkler

    Ein Erklärungsversuch: Marlon Bröhr macht Kommunalpolitik nicht nach "alter Schule". Mit seinen 42 Jahren, seinem unkonventionellen Auftreten und nicht zuletzt seiner brillanten Rhetorik ist er genau die Galionsfigur, die die murrende junge Generation seiner Partei und viele unzufriedene Bürger gebraucht haben, nach dem Motto: Endlich hat mal einer den Mut, Tacheles zu reden.

    Vor dem Hintergrund ist nicht nur Bröhrs Brückenaktivität zu sehen, sondern unter anderem auch sein denkwürdiger Auftritt beim jüngsten Landesparteitag der CDU in Wittlich, wo er seiner Partei gründlich die Leviten gelesen hat. Dass er dafür Zustimmung von jedem zweiten Delegierten bekommen hat und er auch in der Brückendiskussion viel Beifall bekommt, bestärkt ihn offenbar, seinen Weg konsequent weiter zu verfolgen. Deswegen bleibt er auch in der Sache hart. Oder muss man es uneinsichtig nennen?

    Wie weit darf man gehen, wenn man als Quereinsteiger in der Politik bewusst neue Wege beschreiten will, anstatt auf ausgetretenen Pfaden mit den etablierten Parteioberen mit zu latschen? Bestimmt nicht so weit, ein wohlgemeintes Besuchsangebot eines Ministers mir nichts, dir nichts auszuschlagen. Auch wenn eine solche Minister-Watsch'n ein gefundenes Fressen für Presse und öffentliche Meinung ist: So etwas gehört sich nicht, und das macht man nicht!

    Marlon Bröhr ist schlau genug, dies erkannt zu haben, und wir glauben ihm mal, dass - wie er selbst sagt - er in seiner eigenen Reflexion darauf gekommen ist, dass die Brüskierung des Ministers ein Fehler war. Natürlich haben ihm auch seine Berater aus Verwaltung und heimische Parteifreunde klargemacht, dass er da übers Ziel hinausgeschossen ist. Auch das gibt Bröhr offen zu. Es ist gut, dass Bröhr Partner an seiner Seite hat, die ihn "einbremsen" in seinem Eifer. Er tut gut daran, auf sie zu hören, wenn er etwas erreichen will - nicht nur bei der Mittelrheinbrücke. Sein nassforsches Auftreten nun in Grund und Boden zu verdammen, ist genauso wenig angebracht. Den Mut zu haben, verkrustete Strukturen aufzumischen, kann kein Fehler sein, schon gar nicht, wenn es darum geht, endlich den Bau der Mittelrheinbrücke zu forcieren.

    Marlon Bröhr muss allerdings aufpassen, den Bogen nicht zu überspannen und seine Ziele allzu leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Dafür steht er in der Verantwortung als gewählter Landrat.

    BKRR bestürzt nach Eklat im Kreistag: Bröhr als Vorsteher nicht tragbarKeine Kreisangelegenheit? Bröhr lässt Antrag zur Brücke nicht zuDrei von sechs Fraktionen fordern: Rhein-Hunsrück-Kreistag soll in Raumordnung für Mittelrheinbrücke startenVolker Boch zur Diskussion um Mittelrheinbrücke: Sachlichkeit hat höchste PrioritätVorstoß der AfD: Kommt es in der Brückenfrage zur Lösung?weitere Links
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