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KirchbergKGS lehnt 35 Kinder ab

Eltern wollen gegen Schule klagen

Kaum sind die „verstoßenen Kinder“ an der Kastellauner IGS untergebracht (unsere Zeitung berichtete), droht bereits an einem weiteren Schulstandort im Kreis Ungemach: An der Kirchberger Kooperativen Gesamtschule (KGS) wurden für das kommende Schuljahr die Anmeldungen von 35 Schülern abgelehnt.
Grund: An der Schule, die Realschule und Gymnasium samt gemeinsamer Orientierungsstufe unter einem Dach vereint, herrscht Platzmangel. 185 Anmeldungen gab es, nur 150 Schüler können in der Stadt auf dem Berge in sechs Zügen untergebracht werden. Das war schon 2009, als die KGS an den Start ging, nicht anders. Damals titelte unsere Zeitung: „Eltern kämpfen um KGS-Plätze“. Die Geschichte wiederholt sich. Denn auch in diesem Jahr sind die abgelehnten Kinder und ihre Eltern entsprechend sauer. „Wir werden uns das nicht bieten lassen“, unterstreicht Frank Baden aus Nannhausen, dessen zehnjähriger Tochter Michelle ein Ablehnungsbescheid ins Haus flatterte. „Wir haben uns die Schulwahl schließlich gründlich überlegt und sind vom pädagogischen Konzept der KGS überzeugt. Als die Absage kam, fing unsere Tochter an zu weinen. Wir hatten sie selbstverständlich mit in die Entscheidungsfindung einbezogen.“
Nicht nachvollziehbar sind für den Familienvater vor allem die Auswahlkriterien der KGS. Denn dort geht man offensichtlich nach dem Wohnortprinzip vor: Kinder aus den Grundschulbezirken Kirchberg, Gemünden, Sohren-Büchenbeuren und Blankenrath werden angenommen, obwohl sie teilweise von Kirchberg weiter entfernt liegen. So ist Blankenrath (15 Kilometer) mehr als doppelt so weit vom Schulstandort entfernt wie Nannhausen (7 Kilometer) – und liegt nicht einmal im Rhein-Hunsrück-Kreis. Dabei ist der Kreis Träger der KGS. „Kinder aus Riesweiler, Simmern und Argenthal wurden abgelehnt, obwohl wir freie Schulwahl haben“, ist Baden fassungslos, „als Alternativen wurden uns Simmern und Rheinböllen genannt. Damit sind wir nicht einverstanden.“
Ins gleiche Horn stößt Volker Wendling aus Reich. Auch sein Kind bekam einen ablehnenden Bescheid. „Wir betroffenen Eltern werden das so nicht akzeptieren“, führt er aus, „wir haben bereits Kontakt zu einem Anwalt aufgenommen und werden notfalls klagen. Das Maß ist voll. Wir erwarten, dass die Schulverwaltung nach einer für alle befriedigenden Lösung sucht.“
Glücklich mit der Situation ist auch Wolfgang Altmayer nicht. „Es freut uns natürlich, dass unser Konzept so gut ankommt“, erklärt der KGS-Schulleiter, „dass wir nun aber wieder Kinder ablehnen mussten, ist auch für uns unbefriedigend. Den Ärger bei Eltern und Kindern kann ich verstehen. Wir dürfen aber nun einmal nur 150 Kinder annehmen. Das hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier entschieden.“
Auf die ADD verweist auch Landrat Bertram Fleck. „Wir haben nur begrenzte Kapazitäten und können deshalb den abgelehnten Kindern nur Alternativen anbieten. Außerdem besteht die Möglichkeit, nach der Orientierungsstufe den Schultyp zu wechseln.“ Den Ärger der Eltern kann der Landrat nachvollziehen. Er hebt die große Vielfalt der Schullandschaft im Kreis hervor. „Wir können den Elternwunsch nur im Rahmen unserer Möglichkeiten berücksichtigen. Härtefälle wird es immer wieder geben.“
„Wir konnten allen abgelehnten Kindern vergleichbare Schulen in einer zumutbaren Entfernung anbieten“, betont Thomas Caspers von der ADD, „sie haben zwar Anspruch auf eine Schulart, aber nicht auf eine bestimmte Schule. Mehr als 150 Schüler kann die KGS nicht aufnehmen, denn wir wollen keine Mammut-Schule.“ Möglichen Klagen sieht Caspers gelassen entgegen. „Uns sind keine Fehler vorzuwerfen.“

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