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    SimmernHunsrück-Klinik für Ernstfall gerüstet

    Wenn im Rhein-Hunsrück-Kreis eine Person an hämorrhagischem Fieber wie Lassa-, Ebola- oder Denguefieber erkrankt, ist das Kompetenzteam der Hunsrück-Klinik gefragt. Denn das Simmerner Krankenhaus hat sich für die Zwischenversorgung solcher Patienten verpflichtet. Damit im Notfall alles Hand in Hand geht und die Zusammenarbeit der einzelnen Stationen reibungslos klappt, wurde jetzt ein solcher Fall von Ärzten und Pflegern aus mehreren Abteilungen durchgespielt.

    Simmern - Wenn im Rhein-Hunsrück-Kreis eine Person an hämorrhagischem Fieber wie Lassa-, Ebola- oder Denguefieber erkrankt, ist das Kompetenzteam der Hunsrück-Klinik gefragt. Denn das Simmerner Krankenhaus hat sich für die Zwischenversorgung solcher Patienten verpflichtet. Damit im Notfall alles Hand in Hand geht und die Zusammenarbeit der einzelnen Stationen reibungslos klappt, wurde jetzt ein solcher Fall von Ärzten und Pflegern aus mehreren Abteilungen durchgespielt.

    Patienten, die an hochinfektiösen Fieberkrankheiten leiden, müssen isoliert werden, um sich selbst und ihre Mitmenschen zu schützen. So schreibt es das Gesetz vor. Zwar gab es bisher noch keinen solchen Fall im Rhein-Hunsrück-Kreis, dennoch herrscht bei uns allein schon durch den Flughafen Hahn eine erhöhte Wahrscheinlichkeit. Denn diese hochinfektiösen Krankheiten werden meist aus Afrika, Südamerika oder Südostasien eingeschleppt. Die eigentliche Behandlung der Patienten übernimmt das Universitätsklinikum Frankfurt/Main. So sehen es Verträge zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen vor. Die Klinik verfügt über eine Sonderisolierstation, die im Notfall aber erst eingerichtet werden muss.

    „Das kann acht bis zehn Stunden dauern“, erläutert Hygienefachkraft Richard Stabe, „in dieser Zeit kümmern wir uns in Simmern um den Patienten. Wir haben den Auftrag zur Zwischenversorgung und stehen in regem Kontakt mit unseren Frankfurter Kollegen.“

    Deshalb hat das zehnköpfige Team jetzt den Ernstfall geprobt. Um die anderen Patienten nicht zu gefährden, wird eine Isolierstation, abgetrennt von allen anderen Abteilungen, eingerichtet. Wer sie betreten will, muss gleich mehrere Sicherheitsschleusen passieren. Durch sie gelangen auch Ärzte und Pflegekräfte zum Patienten. Doch zuvor müssen sie sich selbst mit Sicherheitskleidung schützen – schließlich bekommen sie es mit hochinfektiösen Krankheiten zu tun. Ärzte und Pfleger, die in direkten Kontakt mit dem Patienten treten, werden in Vollschutzanzüge mit ABC-Filter gesteckt, die über ein Gebläse belüftet werden. Im Ernstfall werden die Mitarbeiter anschließend vor der Feuerwehr dekontaminiert, sämtliche Kleidungsstücke vernichtet.

    Die Übung an der Hunsrück-Klinik, die unter Aufsicht des Gesundheitsamtes stattfand, verlief weitgehend reibungslos. Praktische wie theoretische Kenntnisse wurden aufgefrischt, das Zusammenspiel im Team geprobt. Sichtbar wurden aber auch kleinere Details, an denen noch gefeilt werden muss. So lässt sich mit den Vollschutzanzügen nicht telefonieren. „Das ist Sinn und Zweck der Übung“, erläutern Richard Stabe und Winfried Prämassing vom Gesundheitsamt, „wir wollen herausfinden, wo es Probleme gibt, damit wir sie abstellen können.“ Deutlich wurde aber auch: In Simmern ist man für den Fall der Fälle bestens gerüstet – wenn auch jeder hofft, dass er nie eintreten möge. mal

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