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  • Hahn-Verkauf: Idar-Obersteiner Bernsteinhändler unterzeichnete Verträge im Millionendeal

    Idar-Oberstein/Mainz/Shanghai. Ein Bernsteinhändler aus Idar-Oberstein spielt nach Informationen unserer Zeitung eine sehr entscheidende Rolle im Hahn-Verkauf an die chinesische Gesellschaft Shanghai Yigian Trading (SYT). Hans-Werner Müller trat als Generalbevollmächtigter von SYT auf und fädelte den Kontrakt im Idar-Obersteiner Stadtteil Tiefenstein mit ein.

    Im regionalen Umfeld wird die Nachricht gehandelt, dass der Bernsteinhändler Hans-Werner Müller aus Idar-Oberstein  eine führende Position am Hahn übernehmen soll.
    Im regionalen Umfeld wird die Nachricht gehandelt, dass der Bernsteinhändler Hans-Werner Müller aus Idar-Oberstein  eine führende Position am Hahn übernehmen soll.

    Von unseren Redakteuren Vera Müller, Volker Boch und Thomas Torkler

    Der idyllisch gelegene Idar-Obersteiner Stadtteil Tiefenstein spielte beim Verkauf des Flughafens Hahn wohl eine ganz entscheidende Rolle. Hier war offenbar eine Schaltzentrale zur Vorbereitung  der Kaufverträge für den Hahn: von chinesischer Seite aus. Hier soll der Bernsteinhändler Hans-Werner Müller als deutscher Generalbevollmächtigter der Shanghai Yigian Trading (SYT) die Weichen für den Hahn-Verkauf gestellt haben.

    Es ist ein etwas verwegener Ort, um sich Vertragsgespräche für einen Millionendeal vorzustellen: Direkt neben dem städtischen Naturbad liegt das Sportgelände des TuS Tiefenstein im Staden. Hier spielt die erste Fußballmannschaft in der B-Klasse, die AWO und die Stadt veranstalten dort ihre Sommerfreizeiten. Beliebter Treffpunkt der rund 2400 Bürger Tiefensteins ist die dörflich geprägte Pizzeria am Sportplatz: Da schaut man zusammen Champions League, da feiert die Oma ihren 70. Geburtstag, und sonntags treffen sich die Senioren zum Tanzcafé.

    Akten und Ordner gewälzt

    Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass hier aber auch Millionen-Deals angebahnt werden. Die chinesischen Hahn-Investoren haben sich an diesem Ort mehrfach mit Hans-Werner Müller getroffen, der in Tiefenstein mit seiner Familie lebt und früher eine Bernsteinschleiferei betrieb. Wurde hier der Hahn-Verkauf bei Pizza Speziale und Spaghetti Carbonara eingefädelt? Jedenfalls sollen hier die entscheidenden Akten und Ordner gewälzt worden sein. Die Gäste aus China übernachteten mehrfach in einer Pension vor Ort und auch in einem für seinen leckeren Spießbraten bekannten Hotel in Tiefenstein.

    „Was machen die Chinesen so oft bei uns?“, fragten sich viele Tiefensteiner in den vergangenen Wochen und Monaten. "Und was hat der Müller damit zu tun?“ Dass der Bernsteinhändler mit im Boot ist, machte schnell vor Ort die Runde: Schließlich war er mehrmals auch auf offiziellen Fotos samt seiner aus der Ukraine stammenden Frau zu entdecken. 2004 machte sich Müller im Stadtteil nicht gerade beliebt: Auf seinem Dach wurde eine Mobilfunkanlage errichtet. Sehr zum Missfallen vieler Tiefensteiner, die sich wehrten und Unterschriftenlisten an den Bürgermeister übergaben. Die Nachbarschaft beschreibt ihn zwölf Jahre später als freundlich und zurückhaltend. Gut „majen“ – so nennen die Einheimischen das Plaudern auf der Straße – könne man mit ihm.  

    Der Flughafen Hahn im Hunsrück. Archivbild: Werner Dupuis
    Der Flughafen Hahn im Hunsrück. Archivbild: Werner Dupuis

    Offiziell hat sich Hans-Werner Müller bei der Vorstellung des Hahn-Deals nicht geäußert, wenngleich er bei der offiziellen Präsentation des Verkaufs an SYT auf dem Hahn mit dabei war und auch auf Fotos zu sehen ist. Geschäftstüchtig sei er, heißt es nun in Tiefenstein, gelegentlich aber auch ein wenig undurchsichtig. So reden die Tiefensteiner über Hans-Werner Müller, der nach Informationen unserer Zeitung eine ganz entscheidende Rolle im gesamten Verkaufsprozess hatte.

    Im regionalen Umfeld wird die Nachricht gehandelt, dass er auch eine führende Position am Hahn übernehmen soll. Fakt ist nach Recherchen unserer Zeitung, dass Müller den Vertrag zwischen dem Land und SYT als Generalbevollmächtigter der chinesischen Gesellschaft unterschrieben hat. Noch zu Wochenbeginn soll der Bernsteinhändler dem ein oder anderen Bekannten in Tiefenstein erzählt haben, das Geld komme die Tage, und das werde alles kein Problem sein mit dem Hahn und SYT. Er verstehe die ganze Aufregung um den Millionendeal nicht.  

    Dr. Thomas Hamann aus Rhaunen soll neuer Geschäftsführer des Flughafens Hahn werden. Er selbst dementiert diese Information jedoch hartnäckig.
    Dr. Thomas Hamann aus Rhaunen soll neuer Geschäftsführer des Flughafens Hahn werden. Er selbst dementiert diese Information jedoch hartnäckig.

    Es wird immer mysteriöser

    Inzwischen ist ein weiterer Name gefallen: Nach Informationen unserer Zeitung soll Dr. Thomas Hamann aus Rhaunen (Kreis Birkenfeld) Geschäftsführer auf dem Hahn werden. Sein Name wurde immer wieder im Zusammenhang mit den nun verifizierten Gerüchten um die Person Hans-Werner Müller genannt. Der Doktor der Ingenieurwissenschaften ist ein waschechter Rhaunener. Neben Rhaunener Platt spricht er aber auch Französisch und Englisch. Langjährige Erfahrung hat er auf Managementebene im internationalen Geschäft der Medizintechnik. Kontakte hatte er in der Vergangenheit auch nach China. Der 52-Jährige trat 2014 bei der Wahl ums Amt des Ortsbürgermeisters in Rhaunen an, unterlag aber deutlich. Hamann – ein naturverbundener und sehr eloquenter Typ – geriet drei Monate nach der Urwahl 2014 erneut in die lokalen Schlagzeilen: Ihm wurde das Ratsmandat entzogen. Er hatte bereits zum Zeitpunkt der Wahl seinen Wohnsitz aus beruflichen Gründen nach Frankreich verlegt, was sich mittlerweile wieder geändert hat. Hamann hätte so damals nach deutschem Recht gar nicht gewählt werden dürfen. Im Gespräch mit unserer Zeitung dementiert er mit Nachdruck, in irgendeiner Form mit Blick auf den Hahn aktiv zu sein oder gar einen Posten zu übernehmen. „Wenn sich da oben was Gutes entwickeln würde, wären wir froh. Da würde ich sicher auch unterstützend tätig, wenn es nötig wäre.“  

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