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  • Flughafen HahnHahn-Demo: Enttäuschende Resonanz trotz hochkarätiger Redner

    Geplatzter China-Deal, drohende Insolvenz, Anklage gegen ehemalige Flughafenmanager - der Hahn sorgt aktuell für viele Negativschlagzeilen. Umso enttäuschender war die Resonanz einer Kundgebung am Samstagnachmittag, zu der der Verein "Bürger für Hahn" aufgerufen hatte. Rund 150 Interessierte ließen sich auf dem Hunsrückairport blicken, der Veranstalter hatte mit deutlich mehr gerechnet.

    Von unserem Redakteur Markus Lorenz

    In erster Linie Vereinsmitglieder und Mitarbeiter von Firmen, die am Flughafen Hahn angesiedelt sind, kamen und wollten ein Zeichen für das Überleben des Airports setzen. "Es sind mehr Kameraleute da, als Demonstranten", brachte ein Teilnehmer seine Eindrücke ernüchtert auf den Punkt. Enttäuschend war die geringe Resonanz auch deshalb, weil sich mit Innenminister Roger Lewentz (SPD) ein ranghoher Vertreter aus Mainz zur Kundgebung angesagt hatte.

    "Ich kann verstehen, dass die Menschen hier unzufrieden und enttäuscht sind", erklärte Lewentz im Gespräch mit unserer Zeitung. "Aber die Landesregierung hat immer hinter dem Hahn gestanden und das wird auch in Zukunft so sein. Der Flughafen ist für uns ein enorm wichtiges Projekt mit einer großen Bedeutung."

    Lewentz: Zur Privatisierung gibt es keine Alternative

    Am Rednerpult legte Lewentz denn auch ein klares Bekenntnis zum Hunsrück-Airport ab. "Es ist für mich selbstverständlich, dass ich mich als verantwortlicher Minister Ihren Fragen stelle. Mir tut es sehr leid, dass wir in den vergangenen Wochen für große Fragezeichen und eine starke Verunsicherung gesorgt haben. Wir haben Fehler gemacht und hätten den Verhandlungsprozess mit dem chinesischen Vertragspartner SYT mit weiteren Kontrollmechanismen versehen müssen. Dies werden wir im weiteren Verfahren auch tun!"

    Für den Minister ist unstrittig, dass der Weg in eine Privatisierung des Flughafens weiter gegangen werden muss. "Dies ist der einzig richtige und mögliche Weg, wenn wir den Flughafen erhalten wollen. Dazu gibt es keine Alternative." Aus diesem Grund habe man in Mainz auch viel Geld in die Hand genommen, um den Flughafen zu entschulden.

    Lewentz wies auf die zahlreichen Arbeitsplätze an und rund um den Airport sowie dessen zahlreichen Vorteile - 24-Stundenbetrieb, Infrastruktur, Lage im Herzen Europas - hin. Um die Zukunft des Hahns zu sichern, müssten alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Lewentz erklärte, dass das Bieterverfahren erneut geöffnet worden sei. Zu den beiden möglichen Interessenten sei nun ein weiterer Bieter hinzugekommen. "Wie weit dessen Angebot belastbar ist, lässt sich derzeit natürlich noch nicht sagen. Bis zum 1. September können noch Angebote eingereicht werden, die wir dann sorgfältig überprüfen werden."

    Der Innenminister betonte: "Die Landesregierung wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Verkaufsprozess erfolgreich abzuschließen." Dazu gehören weitere Investitionen am Hahn und der vierspurige Ausbau der B 50 zum Hochmoselübergang. Dieser sei als "fest disponierte Maßnahme" im Bundesverkehrswegeplan enthalten. Auch die Mittelrheinbrücke trage zur Stärkung des Hahns bei.

    Peter Bleser (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär in Berlin, bezeichnete es als "Kardinalfehler", dass man die Fraport als Partner habe ziehen lassen. Er habe den Eindruck, dass der Flughafen nach dem Motto privatisiert werden soll "Hauptsache schnell weg". Niemand würde einen verschuldeten Hahn kaufen. "Ich bin von Beruf Bauer, aber brauche mit Sicherheit keine 6 Millionen Euro an Beraterhonoraren, um einen Flughafen zu verkaufen", spielte er auf den Wirtschaftsprüfer KPMG an, der der Landesregierung beim SYT-Deal zur Seite stand. Eine grundsätzliche Neuorientierung und Zusammenhalt über Parteigrenzen hinweg sei nötig. "Ich biete dazu gerne meine Hilfe an", unterstrich Bleser.

    Alexander Licht, Speerspitze der CDU-Fraktion, wenn es darum geht, im Landtag die Landesregierung in Sachen Hahn anzugreifen, fuhr das erwartet schwere Geschütz auf. Es fehle an Transparenz und Offenheit. Dann erst sei eine Solidarität zwischen den Parteien möglich. "Man kann nicht ohne Fallschirm von der Hochmoselbrücke springen und sich dann erst Gedanken darüber machen, wo die Reise hingehen soll." Für diesen Vergleich erntete der CDU-Wahlkreisabgeordnete heftige Kritik des Innenministers.

    Seine SPD-Kollegin Bettina Brück stellte klar, dass sich die Fraport seinerzeit alleine vom Hahn verabschiedet habe. Man sei parteiübergreifend dazu verpflichtet, für eine gute Zukunft am Hahn zu sorgen. Werner Heich, Vorsitzender der "Bürger für Hahn", machte sich für den Erhalt der Arbeitsplätze am Flughafen stark. "Ohne Flugbetrieb verlieren die Firmen am Hahn ihre Existenzgrundlage. Wir brauchen den Flughafen unbedingt."

    VG-Bürgermeister warnt vor einer langen Hängepartie

    Ins gleiche Horn stieß Kirchbergs VG-Bürgermeister Harald Rosenbaum (CDU). "Ohne den Hahn geht in unserer Region nichts. Auf kommunaler Ebene stehen wir alle zusammen und möchten, dass dieses Projekt erfolgreich weiterläuft. Wenn Sie auf den Flughafen und seine Mitarbeiter schauen, werden Sie erkennen, was der Flughafen für uns auf dem Hunsrück bedeutet", appellierte er an Lewentz.

    Rosenbaum forderte alle Beteiligten dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, dass dieses Projekt auch in Zukunft erfolgreich ist. "Ich will, dass Haitec auch noch in 20 Jahren hier Flugzeuge wartet, viele Mitarbeiter hat und natürlich viel Gewerbesteuer zahlt. Wir brauchen am Hahn keine Hängepartie, sondern schell eine vernünftige Lösung!"

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