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  • Freifunk-Projekt gestartet: Oberwesel will Besuchern kostenlosen Zugang zum Internet bieten

    Oberwesel. Mal eben beim Bummel durch die Innenstadt mit dem Smartphone eine Info im Internet abrufen, eine Mail beantworten oder ein Foto auf Facebook hochladen, ohne auf das Netz des Mobilfunkanbieters angewiesen zu sein - das soll in Oberwesel ab dem Beginn der touristischen Saison möglich sein.

    Einen handelsüblichen Router mit Freifunk-Software - mehr braucht es nicht, um anderen Nutzern zu freiem W-Lan zu verhelfen. Inhaber Franziskus Weinert hat in seinem Geschäft Schreib- und Spielwaren Hermann zwei Freifunk-Router aufgestellt und wirbt um Unterstützung.
    Einen handelsüblichen Router mit Freifunk-Software - mehr braucht es nicht, um anderen Nutzern zu freiem W-Lan zu verhelfen. Inhaber Franziskus Weinert hat in seinem Geschäft Schreib- und Spielwaren Hermann zwei Freifunk-Router aufgestellt und wirbt um Unterstützung.
    Foto: Martina Koch

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    Einwohner, Übernachtungsgäste und Kunden sollen sich in der gesamten Innenstadt flächendeckend mit einem W-Lan-Netz verbinden können - kostenlos und ohne Registrierung. Der Oberweseler Gewerbeverein (OGV), die Stadt sowie das Stadtmanagement setzen sich gemeinsam dafür ein, in Oberwesel ein so genanntes Freifunk-Netz aufzubauen. Dafür nahm der stellvertretende OGV-Vorsitzende Franziskus Weinert Kontakt mit der Initiative Freifunk Mayen-Koblenz (siehe Infokasten) auf. Entstanden ist die Idee in den Workshops der Oberweseler Unternehmen, die als Qualitätsbetriebe zertifiziert sind. Darin definierten die Teilnehmer sieben Ziele für die Qualitätsstadt Oberwesel.

    "Wir bieten unseren Gästen kostenloses W-Lan an", lautet eines dieser Ziele, erzählt Franziskus Weinert, der mit dem Geschäft Schreib- und Spielwaren Hermann in der Liebfrauenstraße selbst Inhaber eines Qualitätsbetriebs ist. Wer sein Ladengeschäft betritt oder sich in der Nähe aufhält, kann sein Smartphone oder Tablett mit dem Internet verbinden und etwa die Homepage des traditionsreichen Familienbetriebs aufrufen.

    Handelsübliche Router bilden das Netz

    Um seinen Kunden diesen Service bieten zu können, musste Weinert nicht groß investieren: Er schaffte sich für 25 Euro einen handelsüblichen Router an und installierte darauf die kostenlos verfügbare Freifunk-Software. In den Einstellungen legte er fest, wie viel von seiner Bandbreite er für den Freifunk zur Verfügung stellt, und verkabelte das Gerät mit Netzwerk und Steckdose. "Das dauert vielleicht zehn Minuten und ist wirklich keine Raketentechnik", beschreibt er.

    Über eine Sammelbestellung hat Weinert die OGV-Mitgliedsbetriebe mit Routern versorgt, so dass diese ihren Kunden ebenfalls freies Internet zur Verfügung stellen können. Ziel ist es nun, viele weitere Unterstützer von der Idee zu begeistern, bis es in der Oberweseler Innenstadt flächendeckend kostenloses W-Lan gibt. "Viele kleine Geräte ergeben ein großes Netz. Je mehr mitmachen, desto besser!", wirbt Weinert.

    Dabei sind keineswegs ausschließlich die Gewerbetreibenden und Inhaber von Hotels und Gaststätten angesprochen. Auch Privatleute sind eingeladen, den Freifunk in Oberwesel zu unterstützen und eigene Router aufzustellen. Bei Fragen zu Installation und Betrieb steht Franziskus Weinert den Interessierten helfend zur Seite.

    Oberweseler Initiative hat Vorreiterfunktion im Tal

    In den vergangenen 14 Tagen testeten mehrere Betriebe und ein privater Unterstützer den Oberweseler Freifunk in der Praxis - mit durchweg positiven Erfahrungen: "Unsere Internetverbindung im Laden wird nicht langsamer, weil andere über den Freifunk-Router im Internet surfen", hat Weinert beobachtet. Gerade bei den Tourismusbetrieben ist das Interesse an dem Projekt groß, schließlich gehört die Frage nach einem Internetzugang in der Saison zu den am häufigsten gestellten. Gerade Tagesgäste, die sich nicht über ein Hotel in ein W-Lan-Netz einloggen können, profitieren vom Freifunk.

    Im Mittelrheintal haben die Oberweseler mit ihrer Freifunk-Initiative eine Vorreiterfunktion. Die nächstgelegenen größeren Ansammlungen von Freifunk-Routern gibt es in Bingen und Koblenz. Im Rhein-Hunsrück-Kreis verfolgen lediglich die Mörsdorfer ein ähnliches Projekt als zusätzlichen Service für die vielen Besucher der Hängeseilbrücke. Mit den dortigen Initiatoren hat sich der Oberweseler Franziskus Weinert beim Koblenzer Stammtisch der Freifunker ausgetauscht: "Da hieß es auch: ,Man braucht vor allem jemanden, der sich für die Idee begeistert und andere mitzieht.'" Der Anfang ist in Oberwesel jedenfalls gemacht.

    Kommentar: Nachmachen empfohlen
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    Chefin v. Dienst

     

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