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  • Flüchtlinge lernen Mainz mit Mertes kennen

    Mainz. Auf Einladung des Landtagspräsidenten Joachim Mertes haben 30 Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Kastellaun den Landtag und die Landeshauptstadt besucht. Neben dem Kennenlernen der Stadt Mainz und der Landtagsverwaltung ging es bei dem Treffen auch darum, den Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern ein Gefühl davon zu vermitteln, was das Leben in Rheinland-Pfalz ausmacht.

    Besuch in Mainz: Flüchtlinge aus Kastellaun wurden von Joachim Mertes (Mitte) und zwei jungen Mitarbeitern der Landtagsverwaltung (rechts) zum Sitz des Landtags am Platz der Mainzer Republik geführt.
    Besuch in Mainz: Flüchtlinge aus Kastellaun wurden von Joachim Mertes (Mitte) und zwei jungen Mitarbeitern der Landtagsverwaltung (rechts) zum Sitz des Landtags am Platz der Mainzer Republik geführt.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    Kurz vor der Landtagswahl ist das politische Leben in Mainz vor allem mit sich selbst und damit beschäftigt, während der finalen Phase des Wahlkampfs die richtigen Sätze am richtigen Ort und im passenden Moment zu sagen. Abseits des Werbens um Stimmen und Vertrauen setzte der scheidende Landtagspräsident am Donnerstag ein besonderes Zeichen des Miteinanders. Mertes empfing in Mainz eine Gruppe von Frauen und Männern, die aus Syrien, dem Iran und Afghanistan geflohen sind und inzwischen in der ehemaligen Standortverwaltung der Bundeswehr in Kastellaun leben.

    Betreut und begleitet wurden diese 30 Kastellauner von Monika Müller, die als Pädagogin für die Einrichtung des DRK in Kastellaun arbeitet. In Mainz kamen die Menschen mit Mertes ins Gespräch. Auch wenn es nicht einfach ist, mittels Übersetzungen vom Deutschen ins Englische und weiter ins Arabische sowie Persische über die politischen Strukturen eines noch weitgehend fremden Staates zu sprechen, konnte der SPD-Politiker den Flüchtlingen einen Eindruck davon vermitteln, welche Bedeutung die Demokratie in Deutschland und in Rheinland-Pfalz hat. "Wir sind alle gleich, Männer und Frauen, Schwarz und Weiß, Braun und Gelb", sagte Mertes, "jeder hat nach seinen Fähigkeiten Zugang zu allem." So erzählte der Bucher beispielhaft auch aus seinem eigenen Leben. Mertes sagte, dass er aus einer Arbeiterfamilie mit sechs Kindern stammt und der Weg nach oben nicht nur für ihn, sondern ganz allgemein in Deutschland mit harter Arbeit verbunden ist. "Ich bin zum Beispiel Bäcker und trotzdem Präsident", erklärte er lächelnd.

    Für den Chef der Mainzer Landtagsverwaltung war es wichtig, darzulegen, dass in Deutschland Glück und Geld nicht auf Bäumen wachsen. So äußerte Mertes Verständnis für die vielen Fragen, die Flüchtlinge haben, machte aber auch die Grenzen der Hilfsmöglichkeiten deutlich. Aus der Runde heraus wurde der Landtagspräsident unter anderem von einem jungen Vater gefragt, wie sich ein Nachzug der Familie aus Syrien erreichen lässt. Eine junge Frau skizzierte zudem während des Gesprächs, dass es für Schwangere und Mütter mit gerade erst oder während der Flucht geborenen Säuglingen kaum Rückzugsmöglichkeiten oder Privatsphäre in den Flüchtlingsunterkünften gibt.

    Im Dialog wurde deutlich, dass sich mit höflichem gegenseitigem Respekt und mit Offenheit begegnet wird. Mertes signalisierte auch, dass die aktuelle Situation eine große Herausforderung ist. "Wir können nicht ohne Ende weitere Gäste bei uns aufnehmen", erklärte er. Der Landtagspräsident wies darauf hin, dass es eine große Aufgabe für Deutschland ist, die gewaltige Zahl von mehr als eine Million Flüchtlingen aufzunehmen. Dies führe auch in der Bevölkerung zu Diskussionen. Mertes stellte aber klar, dass 80 Prozent der Deutschen so denken würden wie er selbst. Seine Einladung nach Mainz war ein Signal an die Ankommenden, dass sie sich willkommen fühlen dürfen.

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    Bettina Tollkamp

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