40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Ein bunter Basar für Toleranz und Weltoffenheit: Migrationsbeirat lädt nach Simmern ein
  • Ein bunter Basar für Toleranz und Weltoffenheit: Migrationsbeirat lädt nach Simmern ein

    Simmern. Es soll ein buntes Fest der Völker werden. Für Samstag lädt der Beirat für Migration und Integration der Verbandsgemeinde Simmern zu einem Basar der Kulturen in die Hunsrückhalle ein. Das Gremium - derzeit noch einzigartig im gesamten Kreisgebiet - wurde Ende 2013 ins Leben gerufen.

    Schirmherr Michael Boos (links) und Beiratsvorsitzender Tahir Sucubasi freuen sich auf viele Besucher beim Basar der Kulturen in der Hunsrückhalle.
    Schirmherr Michael Boos (links) und Beiratsvorsitzender Tahir Sucubasi freuen sich auf viele Besucher beim Basar der Kulturen in der Hunsrückhalle.
    Foto: Markus Lorenz

    Von unserem Redakteur Markus Lorenz

    Der Beirat gilt als Interessenvertretung aller Mitbürger mit ausländischen Wurzeln in der VG. Laut Statistischem Landesamt gibt es derzeit 1127 Ausländer im Simmerner Land, das entspricht etwa 6 Prozent der Bevölkerung. Auch der Kreis will noch in diesem Jahr dem Beispiel der VG Simmern folgen. Für ihn ist diese Einrichtung verpflichtend, weil hier mittlerweile mehr als 5000 Ausländer ihren Wohnsitz haben.

    Für Michael Boos, Bürgermeister der VG Simmern, ist der Beirat für Migration und Integration nicht mehr wegzudenken. "Er hat bei uns schon sehr viel auf den Weg gebracht und bewegt. Das ist eine junge Gruppe mit vielen tollen Ideen", berichtet er. Gerade in der aktuellen Flüchtlingsproblematik seien die Beiratsmitglieder eine große Unterstützung. Deshalb hat Boos auch die Schirmherrschaft des Basars der Kulturen übernommen.

    30 Stände bieten ein reichhaltiges Angebot

    Tahir Sucubasi, Vorsitzender des zwölfköpfigen Gremiums, lädt alle Hunsrücker zu dem bunten Programm in der Hunsrückhalle ein. "Wir leben hier auf dem Hunsrück seit vielen Jahren harmonisch und friedlich mit unseren Mitbürgern zusammen. Viele von uns sind in Deutschland geboren. Das Leben mit unseren Nachbarn und Arbeitskollegen verläuft problemlos. Mit dem Fest wollen wir ein Zeichen setzen für Weltoffenheit, für Toleranz und ein friedliches Miteinander", erläutert er. "Wenn in Sachsen Bürger mit dem Slogan ,Wir sind das Volk' auf die Straße gehen, haben sie nicht recht - wir alle sind das Volk. Auch wir Menschen mit ausländischen Wurzeln leben hier - deshalb möchten wir auch alle Leute dazu einladen, uns kennenzulernen, mit uns zu sprechen und mit uns gemeinsam zu feiern."

    Seit Oktober sind die Mitglieder des Migrationsbeirates mit der Organisation beschäftigt. Fast 30 Stände werden in der Hunsrückhalle aufgebaut - das Angebot reicht von arabischen, rumänischen und syrischen Spezialitäten über Kinderschminken, Info-Tafeln, Torwandschießen, Kicker bis hin zu heißem Tee aus dem Samowar sowie Handwerkskünsten aus fernen Ländern, Gedichtvorträgen und Bildern eines spanischen Malers. Der Hunsrück und seine Bevölkerung sind schon aufgrund ihrer Geschichte bunt, und genauso bunt soll auch der Basar der Kulturen werden.

    Tanzgruppen und Vorführungen sorgen für Unterhaltung

    Das wird beim Blick auf das Bühnenprogramm deutlich. Für Unterhaltung sorgen Tanzgruppen und Vorführungen verschiedener Nationalitäten. Auch Flüchtlinge sind darunter. Die Trommelgruppe der Schöllhammer-Grundschule ist ebenso an Bord wie die Tanz-AG der Rottmann-Schule. Der Kontrast reicht von der Volkstanzgruppe aus Neuerkirch bis zum Breakdance. Simmerner Schulen und Kindergärten sind ebenso beteiligt wie russische Tanzgruppen, Kirchen und Hilfsorganisationen stellen ihre Flüchtlingsarbeit vor.

    Angesprochen wurden vom Beirat für Migration und Integration auch die Flüchtlingscafés Boppard, Büchenbeuren und Kastellaun. "Wir möchten natürlich auch die Chance nutzen, um auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam zu machen", berichtet Sucubasi. "Bei unserer Arbeit beispielsweise in dem Flüchtlingscamp auf dem Flughafen Hahn haben wir viele Schicksale hautnah erlebt. Wer seine Habseligkeiten in einem Bündel zusammenpackt, seine Heimat verlässt, über Hunderte Kilometer vor Terror und Verfolgung flüchtet, der ist einfach dankbar, wenn er hier in Ruhe und Frieden leben kann." Der Beiratsvorsitzende dankt ausdrücklich allen, die in der Flüchtlingsarbeit ehrenamtlich tätig sind. "Ohne ihr Engagement wäre hier alles zusammengebrochen. Was sie leisten ist einfach nur sagenhaft."

    Schirmherrschaft ist Herzensangelegenheit

    Das unterstreicht auch VG-Bürgermeister Michael Boos. "Die Schirmherrschaft war für mich eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich darauf, dass am Samstag viele verschiedene Kulturen zueinander finden. Die Mitglieder des Beirats haben viel Freizeit und Herzblut für das Fest geopfert. Mein Dank gilt auch den Vertretern der Fraktionen aus dem VG-Rat. Sie alle sind mit großem Engagement bei der Sache."

    Der Verwaltungschef hofft auf viele Besucher. "Ich bin davon überzeugt, dass Kennenlernen der Schlüssel zum gemeinsamen Verstehen ist. Deshalb wäre es natürlich schön, wenn viele Hunsrücker diese Chance nutzen."

    Das kulturelle Fest in der Hunsrückhalle startet an diesem Samstag um 14 Uhr. Das Bühnenprogramm umfasst 17 verschiedene Darbietungen, 28 Stände bieten Speisen, Getränke, Spiele, Kunst und Informationen an. Des Ende des Basars der Kulturen ist gegen 18 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei.

    Rhein-Hunsrück-Zeitung bei Facebook
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Donnerstag

    14°C - 21°C
    Freitag

    14°C - 22°C
    Samstag

    14°C - 22°C
    Sonntag

    12°C - 22°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige