40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Brücke: Versehen sorgt für einige Verärgerung
  • Rhein-HunsrückBrücke: Versehen sorgt für einige Verärgerung

    Nach dem Besuch des rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Volker Wissing (FDP) im Kreistag Rhein-Lahn bekommt das Thema Mittelrheinbrücke neuen Schwung.

    Ruhiges und konstruktives Miteinander ist angesagt beim Thema Brücke, wenn aus dem Projekt noch etwas werden soll.
    Ruhiges und konstruktives Miteinander ist angesagt beim Thema Brücke, wenn aus dem Projekt noch etwas werden soll.
    Foto: Repro: Werner Dupuis

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    Während die einen darauf setzen, dass es nun inhaltlich voran geht, reiben sich die anderen daran, dass Landrat Marlon Bröhr (CDU) eine Einladung seines Rhein-Lahn-Kollegen Frank Puchtler (SPD) zur Sitzung in Bad Ems nicht an den Kreistag weitergeleitet hat.

    Die Kreis-SPD ärgert sich nach der Sitzung in Bad Ems darüber, dass Landrat Bröhr die Einladung zu diesem Termin nicht an alle angedachten Empfänger verschickt hat. Puchtler hatte am 27. Dezember an seinen Kollegen einen Brief gerichtet, in dem er Bröhr und dessen Kreistag dazu einlud, der Sitzung mit Minister Wissing "beizuwohnen". Puchtler tat dies im Kontext eines Dialogs der "offenen Tür", die er in Sachen Brücke weiter betont. "Wir wollen das Thema jetzt anschieben", sagt er.

    Der Rhein-Lahn-Landrat setzt auf das sachliche Miteinander aller Beteiligten. Entsprechend freundschaftlich formulierte er den Brief an Bröhr, dass die Mitglieder des Kreistags mit ihrem Landrat an der Spitze als gern gesehene Gäste zur Sitzung in Bad Ems kommen könnten. Tatsächlich kamen vier Mitglieder des Kreistags Rhein-Hunsrück, allerdings aus freien Stücken. Denn Bröhr sagte seinem Kollegen zwar persönlich ab, leitete das Schreiben aber nicht an die Mitglieder des Kreistags weiter. "Vielleicht habe ich das Schreiben missverstanden", erklärt Bröhr gegenüber unserer Redaktion, "mir war nicht klar, dass wir uns in den Zuhörerraum setzen sollten. Ich habe das als Einladung zu einer gemeinsamen Kreistagssitzung gesehen." Eine solche hatte er gemeinsam mit der CDU-Fraktion bereits lange zuvor abgelehnt. Aufgrund des Missverständnisses habe er das Schreiben nicht an die Fraktionen weitergeleitet.

    SPD-Kreischef Michael Maurer reagiert sauer auf die Nichtweiterleitung der Einladung. "Ich empfinde das als Missachtung des Kreistages und als einen nicht annehmbaren Stil", sagt er deutlich, "ich möchte dem Landrat nichts Böses unterstellen, aber ich habe den Eindruck, dass hier eine gewisse Absicht im Spiel ist, den Kreistag außen vor zu lassen."

    Maurer gehörte wie seine Fraktionskollegen Karlheinz Scherer und Claudia Müller ebenso zu den Zuhörern der Sitzung mit Wissing wie Stefan Wickert von den Freien Wählern, der als Ingenieur zuletzt immer wieder Sachargumente bezüglich der Brücke in die teils hitzige Diskussion eingebracht hatte. Nach dem Termin in Bad Ems reagiert er nun positiv. Wickert berichtet von einer "sehr konstruktiven Sitzung" und davon, dass Wissing das Projekt ernsthaft dargestellt habe. "Der Auftritt des Ministers hat mich überzeugt", sagt Wickert, "ich werde meiner Fraktion empfehlen, die 100 000 Euro für das Raumordnungsverfahren freizugeben." Der Rhein-Lahn-Kreis hat einen Beschluss gefasst, mit dem Land das Verfahren ungeachtet der derzeitigen Absage aus Simmern anzugehen, Landrat Puchtler hat nach der Sitzung bereits Gespräche in Mainz geführt. Wickert erklärt aber auch: "Das Bauwerk hat für mich einen übergeordneten Charakter. Ich bin der Meinung, dass noch nicht geklärt ist, ob es ein kommunales Bauwerk sein kann oder muss."

    Maurer begrüßt vor allem, dass Wissing sich sehr deutlich für den konkreten Bau der Brücke ausgesprochen hat. "Gerade der Appell, nach vorn zu gehen und nicht nach hinten zu schauen, kam gut an", sagt er mit Blick auf manche Misstöne der Vergangenheit. Aus seiner Mitschrift der Sitzung zitiert er den Minister zudem zur Frage der Förderung der Brücke durch das Land. "Ich werde dafür sorgen, dass die Förderung weit über die Mindestbeteiligung hinausgeht", hat Wissing demnach erklärt.

    Landrat Bröhr bekräftigt unterdessen die Position, die er zuletzt bei seiner Neujahrsansprache vertreten hat. "Ich glaube nicht, dass wir noch eine Brücke bauen", sagt er mit Blick auf das kommunale Projekt, möchte aber die Sitzung mit Wissing im Kreistag Rhein-Hunsrück am 20. Februar abwarten. Angesprochen auf die Möglichkeit, dass die Mittelrheinbrücke kein kommunales Projekt sein könnte, sagt er: "Man kommt viel schneller voran, wenn man sie als Landesbrücke baut." Am 20. Februar könnte sich manches klären.

    BKRR bestürzt nach Eklat im Kreistag: Bröhr als Vorsteher nicht tragbarKeine Kreisangelegenheit? Bröhr lässt Antrag zur Brücke nicht zuDrei von sechs Fraktionen fordern: Rhein-Hunsrück-Kreistag soll in Raumordnung für Mittelrheinbrücke startenVolker Boch zur Diskussion um Mittelrheinbrücke: Sachlichkeit hat höchste PrioritätVorstoß der AfD: Kommt es in der Brückenfrage zur Lösung?weitere Links
    Artikel drucken
    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Rhein-Hunsrück-Zeitung bei Facebook
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Freitag

    15°C - 23°C
    Samstag

    14°C - 25°C
    Sonntag

    12°C - 20°C
    Montag

    12°C - 17°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige